Die Europäische Union will mit Australien und Neuseeland Freihandelsabkommen abschließen. Die Wirtschaftsminister der EU-Staaten beschlossen am Dienstag, die EU-Kommission mit entsprechenden Verhandlungen zu beauftragen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach von einem Beitrag für freie und offene Märkte und Welthandel. «Das zeigt, dass die Europäische Union ihre handelspolitischen Interessen erfolgreich vertritt», sagte er.

Der Auftrag für die Verhandlungen gilt auch als weiteres Zeichen dafür, dass US-Präsident Donald Trump die USA mit seinem handelspolitischen Kurs isoliert. Australien und Neuseeland hatte bislang vor allem auf die mit den USA und neun anderen Ländern geplante transpazifische Freihandelszone (TPP) gesetzt. US-Präsident Trump ließ das bereits ausgehandelte Projekt allerdings platzen.

Die EU wollte eigentlich mit den USA eine Freihandelszone namens TTIP gründen, hat seit dem Amtsantritt von Trump allerdings keine Hoffnungen auf Fortschritte bei den Verhandlungen. Trump ist Kritiker der aktuellen Freihandelsabkommen, weil diese seiner Meinung nach die US-Wirtschaft benachteiligen.

Das Handelsvolumen zwischen der EU und Australien belief sich zuletzt auf mehr als 47,7 Milliarden Euro, das mit Neuseeland auf 8,7 Milliarden Euro. Für Australien war die EU zuletzt der drittwichtigste Wirtschaftspartner, für Neuseeland sogar der zweitwichtigste.

Nach Australien werden aus der EU vor allem Industrieerzeugnisse exportiert, während in die andere Richtung vor allem mineralische Rohstoffe und Landwirtschaftsprodukte gehen. Neuseeland liefert ebenfalls vor allem landwirtschaftliche Produkte nach Europa.

Über die neuen Freihandelsabkomme sollen Zöllen und andere Handelshemmnisse abgebaut werden. Unternehmen können so auf Kosteneinsparungen zusätzliche Absatzmöglichkeiten hoffen. (dpa)