Epoch Biodesign kauft Anlage in Spanien, um die Produktion von recyceltem Nylon zu skalieren
Das in London ansässige Biotechnologie-Start-up Epoch Biodesign, das auf enzymatisches Biorecycling von Pre- und Post-Consumer-Textilien spezialisiert ist, hat den Kauf der ehemaligen Nylon-6,6-Polymerisationsanlage von Domo Polymer in der spanischen Stadt Blanes bekannt gegeben. Das Unternehmen bezeichnete die Übernahme als einen „entscheidenden Schritt“. Sie soll dazu beitragen, ein vollständig vertikal integriertes Modell zu erreichen und das Problem der skalierten Produktion von zirkulären Textilmaterialien zu lösen.
Das Biotechnologieunternehmen erklärte, dass der Standort in Blanes eine zentrale Rolle für seine Betriebsabläufe spielen wird. Er ist entscheidend für die Beschleunigung des Übergangs zu einem vertikal integrierten Modell und zur industriellen Produktion von recyceltem ‘Textil-zu-Textil’-Nylon 6,6. Um diese Ziele zu erreichen, vertieft das Unternehmen seine Beziehungen zu Inditex und Lululemon. Die beiden Hauptinvestor:innen sollen mehr als nur Kapital bereitstellen.
In diesem Zusammenhang bestätigte Epoch Biodesign im vergangenen April Pläne für den Bau und die Inbetriebnahme einer Pilotproduktionsanlage in London. Dort werden KI-gestützte Enzyme eingesetzt, um Nylonfasern in ihre chemischen Grundbausteine zu zerlegen.
Sobald diese Anlage voraussichtlich noch vor Ende dieses Jahres den Betrieb aufnimmt, werden die Monomere nach Spanien geschickt. In der Anlage in Blanes werden sie dann zu fertigen Polymeren verarbeitet. Mit diesem Schritt integriert und steuert Epoch den entscheidenden Prozess des Recyclings von Nylonabfällen intern und bewegt sich so auf ein vertikal integriertes Modell zu.
Die letzten Phasen bis zum fertigen Kleidungsstück werden vorerst weiterhin von Dritten übernommen. Sobald die Anlage in Blanes voraussichtlich im Oktober die Produktion wieder aufnimmt, wird Epoch damit beginnen, diese Hersteller:innen und Lieferant:innen im industriellen Maßstab mit recycelten Nylon-6,6-Polymeren zu versorgen.
Die Anlage wird dann zum Bestimmungsort für alle Monomere, die in der Pilotanlage von Epoch Biodesign in London hergestellt werden. Zukünftig sollen auch die Monomere aus der geplanten Industrieanlage dorthin geliefert werden. Diese Anlage soll bis 2028 in Betrieb gehen und eine geschätzte Produktionskapazität von über 20.000 Tonnen Monomeren pro Jahr aus dem enzymatischen Recycling von Nylonabfällen haben.
Diese Mengen werden ebenfalls nach Blanes transportiert. Der Standort verfügt über eine Kapazität von rund 52.000 Tonnen Nylonpolymeren. Während hier früher Neu-Polymere hergestellt wurden, wird die Produktion unter der Leitung von Epoch auf recycelte Nylon-6,6-Polymere umgestellt. Das Unternehmen arbeitet bereits mit Lululemon und Inditex zusammen, um diese Polymere als zirkulären Rohstoff für Modeartikel auf den Markt zu bringen.
„Nylon 6,6 ist eines der leistungsstärksten Materialien der Welt“, so das Biotechnologieunternehmen. „Es wird in Kleidung, Autos und industriellen Anwendungen in einem Umfang von mehr als zwei Millionen Tonnen pro Jahr verwendet. Dennoch wird weniger als ein Prozent am Ende seiner Lebensdauer recycelt.“
Um diese Transaktion in einen größeren Kontext zu setzen: „Die Übernahme ermöglicht die vollständige Integration der Produktion von recyceltem Nylon 6,6 bei Epoch“, die als Unternehmen nun den gesamten Prozess „vom Abfall bis zum Polymer“ abdeckt. „Mit dem Erwerb einer Anlage mit einer Jahreskapazität von 52.000 Tonnen wird Epoch zum einzigen Biorecycling-Unternehmen der Welt, das über Kapazitäten zur Polymerproduktion im kommerziellen Maßstab verfügt.“
Aufbauend auf diesem Alleinstellungsmerkmal „wird diese vertikale Integration es Epoch ermöglichen, die Skalierung seiner Technologie zu beschleunigen und ab sofort Materialien im kommerziellen Maßstab zu liefern. Dies reduziert die Lieferkettenrisiken für seine Kund:innen und gibt einer Anlage aus dem fossilen Zeitalter ein neues Leben.“
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