El Corte Inglés kündigt neuen Strategieplan an
El Corte Inglés hat auf seiner Hauptversammlung 2026 in Madrid am heutigen Freitag ein starkes Geschäftsjahr präsentiert: Der spanische Kaufhauskonzern steigerte seinen Umsatz auf 17,25 Milliarden Euro und blickt zugleich auf einen aktualisierten Strategieplan, der im September dem Verwaltungsrat vorgelegt werden soll. Alle vom Verwaltungsrat vorgelegten Vorschläge wurden bei dem Treffen einstimmig angenommen.
Die Aktionär:innen genehmigten sämtliche Tagesordnungspunkte einstimmig – darunter den Lagebericht, den Jahresabschluss, den nichtfinanziellen Bericht sowie den Nachhaltigkeitsbericht und die Verwendung der Ergebnisse für 2025. Das zum 28. Februar 2026 abgeschlossene Geschäftsjahr brachte einen Umsatzanstieg von 3,43 Prozent; der Nettogewinn kletterte um 22,65 Prozent auf 628 Millionen Euro. Gleichzeitig baute das Unternehmen seine Nettoverschuldung um 148 Millionen Euro ab – sie liegt nun beim 1,3-fachen des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und damit auf dem niedrigsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten, wie El Corte Inglés mitteilt.
Cristina Álvarez, seit dem 15. Januar 2026 Präsidentin des Verwaltungsrats, ordnete die Zahlen ein: „Das Handelsgeschäft befindet sich derzeit in einer Phase, die von strukturellen Veränderungen, Unsicherheiten, technologischer Beschleunigung und sich wandelnden Erwartungen der Verbraucher:innen geprägt ist.“ Das Unternehmen habe in diesem Kontext „eine große Anpassungsfähigkeit und Stärke bewiesen“ – die Ergebnisse seien „der finanzielle Ausdruck des Vertrauens, das unsere Kund:innen uns im Laufe des Jahres entgegengebracht haben.“
Erneuerung des Strategieplans
Neben dem Jahresabschluss 2025 und der Bestätigung von Javier Catena als neuem CEO ging Álvarez in ihrer ersten Hauptversammlung als Präsidentin ausführlich auf die Investitions- und Wachstumsstrategien des Unternehmens ein. Der bestehende Strategieplan wurde aktualisiert und soll dem Verwaltungsrat im September in überarbeiteter Form vorgestellt werden.
Bereits jetzt gab Álvarez Einblicke in dessen wichtigste Säulen: einen „ehrgeizigeren“ Investitionsplan als ursprünglich vorgesehen. Die zusätzlichen Mittel sollen vor allem in das Wachstum des Konzerngeschäfts, den Ausbau der Logistik sowie neue technologische Möglichkeiten fließen. Dabei komme Künstlicher Intelligenz wachsende Bedeutung zu: Sie solle Service und Einkaufserlebnis verbessern, ohne die Werte zu ersetzen, die „die Essenz unseres Unternehmens“ ausmachten.
Die Kund:innen blieben „unsere Daseinsberechtigung“, so Álvarez: „Unsere Verpflichtung ist es, dass sich jede:r Kund:in einzigartig, gehört und gut aufgehoben fühlt.“ Den stationären Handel bezeichnete sie als „Alleinstellungsmerkmal“ und „wesentlichen Vermögenswert“ im Kundenkontakt – das physische Geschäft sei „mehr denn je ein Ort der Erlebnisse, an dem menschliche Interaktion stattfindet und wir die Möglichkeit haben, Marke über eine reine wirtschaftliche Transaktion hinaus aufzubauen.“ Dieses Plädoyer dürfte die im erneuerten Strategieplan erwarteten Filialinvestitionen untermauern.
In puncto Technologie und Logistik hob Álvarez zunächst die wachsende Bedeutung des Online-Kanals hervor: „Unsere Website und unsere App sind für viele Kund:innen zum Eingangstor geworden.“ Nötig sei es daher, „das digitale Erlebnis sowie die Personalisierung zu verbessern, denn sie sind einer unserer wichtigsten Motoren für Wachstum und die Gewinnung neuer Kund:innen.“ Getragen werde diese Offensive von der Identität des Konzerns als „Heimat der Marken“: Sowohl stationär als auch digital wolle El Corte Inglés weiterhin „exklusive, kuratierte, innovative und an die Gegebenheiten unserer verschiedenen Geschäfte und Kanäle angepasste Produkte anbieten.“ Entsprechend sehe der erneuerte Strategieplan eine Stärkung von Technologie und Logistik vor.
Die Investitionen in diesen Bereichen zielten darauf ab, „zu wachsen und unseren Filialen und Kund:innen einen besseren Service zu bieten“, so Álvarez. Neue Technologien – allen voran Künstliche Intelligenz – sollen „das Einkaufserlebnis personalisieren, die Produktverfügbarkeit optimieren, den Service beschleunigen und vor allem die Bedürfnisse unserer Kund:innen besser verstehen.“ Dafür verfüge das Unternehmen über „das beste Team, eine solide Strategie und eine Marke, die einen einzigartigen Platz im Herzen von Millionen von Menschen einnimmt“ – Vorzüge, die sich über Jahrzehnte entwickelt hätten. Sie zeigten, so Álvarez abschließend, dass „die Zukunft nicht improvisiert wird, sondern jeden Tag mit Arbeit, Bescheidenheit, Zuhörfähigkeit und dem ständigen Willen zur Verbesserung gestaltet wird.“
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