Drakes Label OVO wird verklagt: Authentic erwägt angeblich Beteiligungserwerb

Das kanadische Lifestyle- und Bekleidungslabel October's Very Own (OVO), das von Rapper Drake mitgegründet wurde, sieht sich mit einer Klage wegen teilweiser Schuldentilgung und Vertragsbruch konfrontiert. Die Anschuldigungen stammen von A.R.I. OVO Growth Capital. Das Unternehmen gab an, dass es nach früheren Versuchen, die rechtlichen Probleme zu lösen, nun seine Rechte durchsetzen und seine Investor:innen schützen wolle.

Die Investmentfirma hat ein Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof von British Columbia eingeleitet. Sie fordert die Rückzahlung von rund 4,6 Millionen US-Dollar für geschuldete Beträge, vertragliche Verzugszinsen, Anwaltskosten und andere Ausgaben.

A.R.I. schloss Anfang 2025 eine Finanzierungsvereinbarung mit OVO ab. Dabei wurden Mittel durch separate Transaktionen bereitgestellt, darunter eine vorrangig besicherte Kreditfazilität und Wandelanleihen. Die Firma erklärte, sie habe die weltweit anerkannte Marke zunächst als attraktive Kreditmöglichkeit mit erheblichem Unternehmenswertpotenzial angesehen.

OVO wurde 2008 von Aubrey ‘Drake’ Graham, Oliver El-Khatib und Noah ‘40’ Shebib gegründet. Derzeit wird es von Chief Executive Officer (CEO) Derek ‘Drex’ Jancar geleitet. Die Marke ist im Premium-Lifestyle- und Luxus-Streetwear-Segment angesiedelt und ist für ihre Aktivitäten in den Bereichen Mode, Musik und Sport bekannt geworden.

Spannungen nehmen nach Übernahmegerüchten und Kapitalbeschaffungsbemühungen zu

Im Februar 2026 soll OVO jedoch gegen die geltenden Vereinbarungen verstoßen haben, da es seine Schulden nicht fristgerecht zurückzahlte. A.R.I. gab an, an einer außergerichtlichen Lösung gearbeitet zu haben. Schließlich wurde eine Stundungsvereinbarung getroffen, in der OVO die Gültigkeit der bedingungslosen Zahlungsverpflichtungen anerkannte.

In einer Erklärung teilte die Firma mit, dass sie „intensiv mit OVO in einem formellen Sanierungsprozess zusammengearbeitet und dem Unternehmen viel Zeit und Flexibilität eingeräumt hat, um die Situation außergerichtlich zu lösen“.

Im Mai erhielt A.R.I. nach eigenen Angaben eine Überweisung von rund 3,8 Millionen US-Dollar von einem Drittkonto. Dies war ein Teil der geschuldeten 4,6 Millionen US-Dollar. Laut der Klageschrift soll OVO jedoch den Standpunkt vertreten, dass keine weiteren Zahlungen ausstehen.

Die Bedenken bezüglich der Vereinbarung wuchsen, als A.R.I. von den angeblichen Bemühungen von OVO erfuhr, eine Eigenkapitalfinanzierung in Höhe von 30 Millionen US-Dollar zu sichern. Diese Mittel könnten laut A.R.I. zur Rückzahlung von Schulden in Höhe von etwa zehn Millionen US-Dollar verwendet werden. Es wird auch angenommen, dass das Unternehmen zwischen 2022 und 2024 kumulierte Verluste von etwa zwölf Millionen US-Dollar verzeichnete.

A.R.I. verwies zudem auf einen aktuellen Bericht der Medienplattform Puck. Darin hieß es, OVO erwäge eine Transaktion mit der US-amerikanischen Authentic Brands Group, die angeblich den Erwerb einer 50-prozentigen Beteiligung in Betracht zieht. Die Investmentfirma erklärte, dass solche Gespräche im Rahmen der vertraglichen Vereinbarung hätten offengelegt werden müssen.

Anm. d. Red.: FashionUnited hat OVO und die Authentic Brands Group um eine Stellungnahme gebeten.

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