Deutscher Schuhmarkt bleibt unter Druck

Während sich der Einzelhandel insgesamt vergleichsweise robust zeigt und der Onlinehandel weiter wächst, entwickeln sich Schuhe und Lederwaren deutlich schwächer. Nach Analysen von World Footwear gingen die Umsätze der Kategorie durchgehend zurück. Im April 2026 erreichte das Minus 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Analyse von World Footwear umfasst den Zeitraum 2025 bis Mitte 2026.

Auch der Onlinehandel verliert an Dynamik. Nach zweistelligen Wachstumsraten Mitte 2025 lag das Plus im Mai 2026 nur noch bei 2,0 Prozent. Fashion bleibt online zwar ein Wachstumsfeld, gleichzeitig gewinnen asiatische Plattformen weiter Marktanteile.

Steigende Preise treffen auf zurückhaltende Nachfrage

Parallel zur schwachen Nachfrage ziehen die Schuhpreise an. Nach einer Phase mit rückläufigen Preisen Ende 2025 stieg die Teuerung bei Schuhen von 0,4 Prozent im Januar 2026 auf 2,2 Prozent im Juni. Damit näherte sie sich der allgemeinen Inflationsrate an. Die Kaufzurückhaltung der Verbraucher:innen verschärft die Situation. Das Konsumklima blieb im Frühjahr 2026 schwach, während die Sparneigung hoch war. Für den Schuhhandel treffen damit sinkende Nachfrage, steigende Preise und eine geringe Konsumbereitschaft aufeinander.

Importe sinken

Auch auf der Beschaffungsseite zeigt sich die Zurückhaltung. Nachdem die deutschen Schuhimporte 2025 noch deutlich zulegten, gingen sie Anfang 2026 stark zurück. Im April lagen die Importwerte 18,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Parallel blieb das Vertrauen des Einzelhandels deutlich im negativen Bereich. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass Händler angesichts schwacher Nachfrage und Margendrucks vorsichtiger bei Bestellungen und Lagerbeständen agieren.

World Footwear ist eine Brancheninitiative des portugiesischen Schuh-, Komponenten- und Lederwarenverbands APICCAPS (Associação Portuguesa dos Industriais de Calçado, Componentes, Artigos de Pele e seus Sucedâneos). Für die Daten greift World Footwear vor allem auf offizielle Statistiken zurück, darunter Eurostat und UN Comtrade, ergänzt durch Angaben von nationalen Branchenverbänden und weiteren


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