Dank starker Make-up-Sparte: Puig beschleunigt Wachstum im dritten Quartal
Der spanische Mode- und Kosmetikkonzern Puig hat das dritte Quartal 2026 mit dem stärksten Wachstum seit Anfang 2025 abgeschlossen. Zu verdanken war dies insbesondere dem Make-up-Segment, das innerhalb der Gruppe an Bedeutung gewinnt. Gebremst wurde die Entwicklung hingegen durch die Hautpflege-Sparte, die das zweite Quartal in Folge im Minus lag. Dies geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Umsatzzahlen sowie den anschließenden Erläuterungen der Geschäftsführung gegenüber Analyst:innen hervor.
Diesen Zahlen zufolge macht Make-up zwar nur knapp ein Fünftel des Umsatzes aus. Dennoch generierte die Sparte ebenso viel flächenbereinigtes Wachstum wie das Segment Düfte und Mode, auf das mehr als 70 Prozent der Gesamterlöse entfallen.
Zum Portfolio des spanischen Unternehmens gehören unter anderem das US-amerikanische Modehaus Carolina Herrera sowie die französischen Luxusmarken Rabanne und Jean Paul Gaultier. Zwischen Juli und September erzielte der Konzern einen Umsatz von 1,39 Milliarden Euro, was einem Plus von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auf vergleichbarer Basis und zu konstanten Wechselkursen stiegen die Umsätze um 5,6 Prozent. Damit lag die Steigerungsrate über den 4,7 Prozent des ersten und den 4,1 Prozent des zweiten Quartals.
Make-up gewinnt an Schwung und Hautpflege bremst
Das Segment „Make-up“ erzielte im Quartal einen Umsatz von 269,7 Millionen Euro. Zu konstanten Wechselkursen und auf vergleichbarer Basis entspricht dies einem Plus von 16,1 Prozent, nach 9,2 und 9,1 Prozent in den beiden Vorquartalen. Damit steigerte die Kategorie ihren Anteil am gesamten Quartalsumsatz der Gruppe auf 19,4 Prozent. Während der Konferenz mit Analyst:innen führte die Geschäftsführung diesen Zuwachs vor unter anderem auf Marktanteilsgewinne sowie erfolgreiche Innovationen zurück.
Hinzu kamen neue Verkaufsstellen wie rund 30 Filialen bei der britischen Drogeriekette Boots und Neueröffnungen mit dem französischen Kosmetikhändler Sephora in einigen europäischen Märkten. Zudem wurde die Expansion bei der US-amerikanischen Parfümeriekette Ulta abgeschlossen, wenngleich das Unternehmen diese Vertriebszuwächse als moderat einstufte.
Eckpfeiler des Segments ist die britische Kosmetikmarke Charlotte Tilbury, an der Puig seine Beteiligung in diesem Jahr auf knapp 85 Prozent erhöhte. Für das vierte Quartal weist die Geschäftsführung auf eine anspruchsvolle Vergleichsbasis hin, da das Make-up-Segment im Vorjahreszeitraum um 26,5 Prozent gewachsen war.
Die Sparte Düfte und Mode macht 71 Prozent des Quartalsumsatzes aus und erwirtschaftete 985,8 Millionen Euro. Dies entspricht einem flächen- und währungsbereinigten Anstieg um 3,9 Prozent. Meilensteine im Berichtszeitraum waren nach Angaben des Unternehmens das zehnjährige Jubiläum des Duftes „Good Girl“ von Carolina Herrera während der New York Fashion Week sowie die Modenschau für die Saison Frühjahr/Sommer 2027 des belgischen Modehauses Dries Van Noten, die der Konzern „zu den zehn besten der Saison“ zählt.
Der Bereich Hautpflege verzeichnete das zweite Quartal in Folge ein Minus. Auf vergleichbarer Basis und zu konstanten Wechselkursen sanken die Umsätze um 0,8 Prozent auf 135,3 Millionen Euro. Im zweiten Quartal hatte das Minus bei 0,3 Prozent gelegen, nach einem Plus von 4,7 Prozent im ersten Quartal. Laut Puig wuchsen die eigenen Dermokosmetik-Marken in den ersten neun Monaten zwar zweistellig, doch das Gesamtsegment legte in diesem Zeitraum bereinigt nur um 1,3 Prozent zu.
Die Geschäftsführung erklärte, dass sich die Sparte mit zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten entwickelt habe. Während die von der französischen Marke Uriage angeführte Dermokosmetik weiterhin zweistellig wächst, schwächelt die Premium-Hautpflege. Dieses durch Charlotte Tilbury und die deutsche Marke Dr. Barbara Sturm vertretene Segment belastete die Resultate vor allem in Nordamerika.
Trotz dieses Rückgangs versicherte das Management während gegenüber den Analyst:innen, dass das Unternehmen weiterhin stark auf die Hautpflege setze. In der Dermokosmetik steht dabei der spanische Spezialist Isdin im Fokus, dessen vollständige Übernahme für 1,2 Milliarden Euro Puig im September vereinbarte. Im Premiumsegment vertraut der Konzern auf seine Innovationspipeline für Charlotte Tilbury sowie für Dr. Barbara Sturm, wobei der Fokus bei Letzterer auf dem US-amerikanischen Markt liegt.
Asien-Pazifik schwächt sich ab, Amerika erholt sich
Nach Regionen betrachtet verzeichnete Amerika sein bestes Quartal des Jahres. Der Umsatz erreichte dort 506,7 Millionen Euro, was einem flächenbereinigten Wachstum um 6,2 Prozent entspricht. Diese Steigerung übertrifft die Zuwächse von zwei Prozent im ersten und 3,2 Prozent im zweiten Quartal. Zudem markiert sie eine Erholung gegenüber der Schwäche vorangegangener Zeiträume.
Die Region EMEA, der Hauptmarkt der Gruppe, erzielte einen Umsatz von 727,5 Millionen Euro. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte entspricht dies einem Plus von 3,8 Prozent. Die Region Asien-Pazifik verzeichnete mit einem Zuwachs von 12,9 Prozent auf 156,5 Millionen Euro weiterhin das stärkste regionale Wachstum. Dennoch verlangsamte sich das Tempo nach einem Anstieg von 26,1 Prozent im ersten und 16,1 Prozent im zweiten Quartal 2026 weiter.
Insgesamt erwirtschaftete Puig zwischen Januar und September einen Umsatz von 3,74 Milliarden Euro. Dies bedeutet ein Plus von 4,1 Prozent auf ausgewiesener Basis sowie von 4,8 Prozent bei konstanten Wechselkursen und gleichem Konsolidierungskreis.
Puig hält an seiner Prognose für 2026 fest und will auf bereinigter Basis stärker wachsen als der Markt für Premium-Kosmetik. Dabei soll die bereinigte Marge des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stabil bleiben. Zudem soll die Nettoverschuldung das Zweifache des bereinigten EBITDA nicht überschreiten, während rund 40 Prozent des Nettogewinns als Dividende ausgeschüttet werden sollen. Anders als 2025, als eine Wachstumsspanne zwischen sechs und acht Prozent festgelegt wurde, nennt das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr kein konkretes Wachstumsziel. Weitere Details will das Unternehmen anlässlich seines Capital Markets Days verkünden, der im Oktober in Madrid stattfindet.
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