Dank kräftigem Wachstum im Ausland: Frasers Group steigert Jahresumsatz um fast neun Prozent
Der britische Handelskonzern Frasers Group Plc sorgte jüngste mit seinem freiwilligen Übernahmeangebot für den Metzinger Modekonzern Hugo Boss AG für Schlagzeilen. Das Management des Bekleidungsanbieters riet seinen Aktionär:innen allerdings bereits, die Offerte nicht anzunehmen, da sie „den eigenständigen Wert und das zukünftige Wertschöpfungspotenzial“ von Hugo Boss nicht angemessen widerspiegele.
Während der Poker um Hugo Boss andauert, legte die Frasers Group, zu der Handelsketten wie Sports Direct, Frasers und Flannels gehören, nun am Donnerstag ihre Resultate für das Geschäftsjahr 2025/26 vor, das am 26. April abgeschlossen wurde.
Übernahmen im Ausland beflügeln das Wachstum
Demnach erreichte der Konzernumsatz eine Höhe von rund 5,3 Milliarden Britischen Pfund (6,3 Milliarden Euro) und übertraf das Vorjahresniveau um 8,7 Prozent. Die internationalen Umsätze stiegen dabei nicht zuletzt dank zahlreicher Akquisitionen um 59,2 Prozent.
Der ausgewiesene Gewinn vor Steuern stieg um 38,9 Prozent auf 527,8 Millionen Britische Pfund. Nach Angaben des Managements war das deutliche Plus hauptsächlich auf finanzielle Einmaleffekte zurückzuführen. Um Sondereffekte bereinigt sank der Vorsteuergewinn um vier Prozent auf 538,0 Millionen Britische Pfund.
Michael Murray, der CEO der Frasers Group, sah den Kurs des Managements durch die aktuellen Zahlen bestätigt. „Die ‚Elevation Strategy‘ wird immer stärker“, erklärte er im vorliegenden Geschäftsbericht. „Die positive Dynamik von Markenpartnern und das starke Feedback von Verbraucher:innen bestätigen unsere Strategie. Das gibt uns das Vertrauen, sie weiterhin mit Ehrgeiz und Überzeugung umzusetzen.“
Der Konzernchef räumte jedoch ein, dass die Branche in der zweiten Jahreshälfte weiterhin die Auswirkungen schwieriger Handelsbedingungen zu spüren bekommen habe. Auch das gedämpfte Vertrauen der Verbraucher:innen und branchenweite Überbestände seien weiterhin ein Problem.
Der Konzern setzt weiter auf Zukäufe und strategische Investitionen
In den vergangenen Monaten hatte der Konzern seine Akquisitionsstrategie fortgesetzt und seine globale Präsenz unter anderem durch die Übernahmen von Holdsport in Südafrika und XXL in den nordischen Ländern ausgebaut. Zudem wurden erste Partnergeschäfte in Malta, Australien und dem Nahen Osten eröffnet. Nach dem Ende des Geschäftsjahres schloss das Unternehmen den Verkauf von Sports Direct Malaysia für 150 Millionen US-Dollar ab. Dieser Verkauf beinhaltet eine langfristige Lizenzvereinbarung mit dem Einzelhandelsbetreiber Map Active.
Auch die strategischen Investitionen trieb der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr weiter voran und sicherte sich Sitze im Aufsichtsrat von Hugo Boss und im Verwaltungsrat des britischen Lederwarenspezialisten Mulberry. Die Beteiligung an Hugo Boss wurde im Berichtszeitraum auf 25 Prozent aufgestockt, inzwischen liegt sie sogar bei 26,1 Prozent. Gleichzeitig erhöhte der Konzern seine Beteiligung am australischen Schuhhändler Accent Group auf 22,9 Prozent.
Nach dem Ende des Geschäftsjahres unterbreitete der Handelskonzern dann seine Offerte für Hugo Boss. Er bietet den Anleger:innen demnach 38 Euro pro Aktie. Gleichzeitig wurde ein Übernahmeangebot von 0,65 Australischen Dollar pro Aktie für die Accent Group vorgelegt.
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