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Co-Kreation und offen für White Label: Filling Pieces über die Schuhproduktion für Dritte

Die niederländische Modemarke Filling Pieces hat sich in 15 Jahren eine feste Position in der Modelandschaft erobert. Die Marke ist bekannt für ihre Sneaker und Streetwear. Weniger bekannt ist jedoch, dass sie auch Schuhe für und mit anderen Marken produziert. Gründer Guillaume Philibert und Chief Executive Officer (CEO) Boris Hilberdink sehen hier jedoch Chancen.

Filling Pieces produziert Co-Branding-Schuhe für KLM und Mr Marvis. Das begann eigentlich zufällig. Mehrere von Philiberts Tanten sind Flugbegleiterinnen bei KLM. Außerdem war Filling Pieces zur richtigen Zeit am richtigen Ort, nämlich bei einer Nachhaltigkeits-Challenge von KLM. Daraufhin wandte sich das Unternehmen an die Marke, erzählt CEO Boris Hilberdink. „Das Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen wurde besonders berücksichtigt, nachdem sich herausstellte, dass das Tragen von Absätzen zu Knöchel- und Rückenbeschwerden führen kann.“ Flugbegleiterinnen stehen bei langen Flügen schnell acht bis zwölf Stunden auf hohen Absätzen oder Ballerinas. „Als guter Arbeitgeber wollten sie dafür eine Lösung finden. Zusätzlich äußerte ihr Marketingteam den Wunsch nach einem zeitgemäßeren Erscheinungsbild.“

„Dann haben wir angefangen zu überlegen, wie wir die Expertise von Filling Pieces und den Komfort der Schuhe nutzen können“, so Philibert. In Zusammenarbeit mit dem HR-Team, dem Marketingteam und der Leitung des Kabinenpersonals wurde dann das gemeinsame Produkt entwickelt. „Wir haben Schuhe entworfen, die farblich auf sie abgestimmt waren, und haben dabei etwas Co-Branding angewendet.“ Die Tests mit den Mustern erhielten positives Feedback, wodurch die Zusammenarbeit grünes Licht bekam.

Das war der Anfang der Überlegung, wie Filling Pieces einen Beitrag für andere Marken leisten kann. „Im Bereich Expertise und Stil, ohne dabei unser eigenes Geschäft zu kannibalisieren“, erklärt Philibert. Hilberdink fügt hinzu, dass Filling Pieces erkannt hat, dass es nicht nur ein Produktspezialist, sondern auch ein Branding-Spezialist ist. „Wir sind uns jetzt des Wissens bewusst, das wir intern haben. Wir wissen, wie wir es bei größeren Unternehmen einsetzen können, die einen Bedarf haben. Ob es um ergonomische Schuhe, Komfort, Mitarbeiter:innenzufriedenheit und Stolz oder die Ausstrahlung auf die Endverbraucher:innen geht. Wir können dabei mitdenken.“

Mr Marvis brachte Schuhe in Zusammenarbeit mit Filling Pieces auf den Markt. Bild: Mr Marvis

Mr Marvis: Von der Idee zum kompletten Schuhsortiment

Während die Schuhe von KLM nicht für Verbraucher:innen erhältlich sind, sind es die von Mr Marvis schon. „Ich fand Mr Marvis als Unternehmen super interessant“, erzählt Philibert begeistert. „Sie machen Kollektionen, die nicht aus der Mode kommen. Sie haben keine saisonalen Artikel und auch keinen Ausverkauf. Ich fand es ein tolles Unternehmen, das eine breite Zielgruppe anspricht.“ Philibert kam mit einem der drei Gründer von Mr Marvis in Kontakt, „und es hat einfach sofort gefunkt“.

„Sie hatten schon lange darüber nachgedacht, eine Art Schuh in ihr Sortiment aufzunehmen. Für sie war es jedoch eine große Veränderung, eine ganze Schuhabteilung aufzubauen.“ Das war verständlicherweise nicht ihre höchste Priorität. „Da dachten wir bei Filling Pieces: ‚Wir haben bereits alles. Wie können wir das so gestalten, dass es für beide Seiten interessant ist?‘“

Was mit einigen Modellen in den charakteristischen Mr Marvis-Farben begann, hat sich inzwischen zu einem kompletten Schuhangebot entwickelt. Auf der Ferse steht „Mr Marvis by Filling Pieces“, was die Verbindung zur Streetwear-Marke deutlich macht. Dieses Co-Branding hat noch einen weiteren Vorteil, fügt Hilberdink hinzu. „Wenn eine Marke beispielsweise auf Kleidung spezialisiert ist, ist die Einführung von Schuhen nicht immer erfolgreich. Denn woher sollen die Verbraucher:innen wissen, dass es sich um qualitativ hochwertige Schuhe handelt? Bei den Mr Marvis-Schuhen steht hinten und im Schuh ‚Mr Marvis by Filling Pieces‘. Das ist sofort eine Bestätigung, dass sie von einer Marke mit Schuhkompetenz hergestellt wurden.“

Warum Filling Pieces die White-Label-Option offen hält

Die Zusammenarbeit mit Dritten ist inzwischen zu einem eigenen Geschäftsbereich geworden: Filling Pieces Professional. Hilberdink erklärt, dass in diesem Bereich andere Mitarbeitende tätig seien als in den übrigen Abteilungen von Filling Pieces. „Wir betrachten dies als einen Bereich neben Wholesale, E-Commerce und Retail.“ Dieser Geschäftsbereich nimmt den Geschäftskund:innen so viel Arbeit wie möglich ab. „Sie kommen mit einem Wunsch, und wir kümmern uns um alles vom Entwurf über die Produktion bis hin zum Vertrieb.“

Heineken x Filling Pieces. Bild: Heineken x Filling Pieces

Obwohl bisher nur Co-Kreationen mit Marken wie Heineken, IWC, Bacardi sowie für Charlotte de Witte und Klabu stattgefunden haben, ist CEO Hilberdink offen für White Label. Allerdings auf die Filling Pieces-Art. „Ein höheres Niveau als die durchschnittliche White-Label-Ware.“

„Wir wollen unser Wissen und Können sowie unser Design und unseren Stil einsetzen können“, sagt Philibert. „Zum Beispiel, wenn das W Hotel sagt: ‚Wir möchten einen Schuh für unsere Türsteher:innen entwickeln‘. Das sehen wir als eine coole Herausforderung, und es ist eine Marke, die zu uns passt.“ Die Herausforderung besteht darin, die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu berücksichtigen und etwas zu schaffen, das zur Hotelkette passt. Philibert betont, dass dies ein schöner, aber auch ernstzunehmender Teil von Filling Pieces sei.

Ein ernstzunehmender, aber selektiver Geschäftszweig

Der Gründer glaubt auch, dass Marken gerade wegen der Relevanz der Marke mit Filling Pieces zusammenarbeiten wollen, zusätzlich zum Wissen und Können. Philibert schützt die Marke Filling Pieces, „an der wir so lange mit Liebe und Leidenschaft gearbeitet haben“. Er sieht aber auch die Chancen für geschäftliche Kooperationen. Durch die richtigen Entwürfe und die Berücksichtigung der Kundenbedürfnisse werden die eigenen Produkte von Filling Pieces nicht kannibalisiert.

Ein Traumszenario? Wenn das Technologieunternehmen Apple bei Filling Pieces anruft, um einen Schuh für das Ladenpersonal zu entwickeln. „Er muss zur Marke passen, leicht zu reinigen sein und den Anforderungen der Mitarbeitenden in einem Apple Store gerecht werden.“ Wenn Philibert weiter träumt, kommt auch Porsche ins Spiel. „Wenn Porsche uns bitten würde, eine Alternative für die Mitarbeitenden in den Fabriken zu entwickeln, die Schuhe mit Stahlkappen tragen, die weder schön noch bequem sind. Das wäre auch großartig.“

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