Clean Clothes Campaign kritisiert unzureichende Löhne in der Textilindustrie
Von 110 großen Mode- und Schuhmarken haben sich 32 Prozent öffentlich zu einem existenzsichernden Lohn für Bekleidungsarbeiter:innen verpflichtet. Jedoch machen nur vier Prozent greifbare Fortschritte. Dies geht aus der siebten Ausgabe des „Fashion Checker“ hervor, dem Monitor der Arbeitsrechtsorganisation Clean Clothes Campaign.
Dieser langsame Fortschritt stellt ein direktes Risiko für die Branche dar. Die europäische Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) wird ab 2029 einen angemessenen existenzsichernden Lohn als Menschenrecht anerkennen. Von den 30 untersuchten Marken, die unter diese Gesetzgebung fallen werden, haben der Untersuchung zufolge nur drei Prozent einen öffentlichen Aktionsplan für existenzsichernde Löhne. Bei 13 Prozent fehlt ein öffentlich zugänglicher Beschwerdemechanismus.
Unterdessen bleibt die Lohnlücke in den Betrieben extrem groß. 96 Prozent der Marken zahlen laut der Studie keiner einzigen Arbeitskraft einen existenzsichernden Lohn und die durchschnittliche Bewertung ist seit 2019 um lediglich drei Prozent gestiegen. Untersuchungen zwischen 2023 und 2025 zeigen, dass Bekleidungsarbeiter:innen in Ländern wie Bangladesch und Pakistan über 70 Prozent weniger als einen existenzsichernden Lohn verdienen. Obwohl die Transparenz bezüglich der Produktionsstandorte auf 41 Prozent gestiegen ist, veröffentlichen immer noch nur drei Prozent der Marken die tatsächlichen Lohnniveaus in den Fabriken.
„Es ist klar, dass Marken ihre Versprechen bezüglich existenzsichernder Löhne nicht einhalten“, schreibt Aileen Robinson, die Koordinatorin des „Fashion Checker“, auf LinkedIn.
Um diesen Rückstand aufzuholen, fordert die Organisation die Marken auf, die Lohnforderungen der lokalen Gewerkschaften aktiv zu unterstützen. Dabei nennt die Organisation unter anderem die Forderung nach einem Mindestlohn von 250 US-Dollar in Kambodscha und die wieder aufgenommenen Verhandlungen in Bangladesch. Die neuesten Markenprofile des Monitors enthalten nun auch Daten zur Due Diligence und wurden in Zusammenarbeit mit dem Datennetzwerk Wikirate erstellt.
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