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Arena wächst weiter und klettert aus dem Wettkampfbecken

Mit einem Umsatz von 193 Millionen Euro im Jahr 2025 und einem soliden Wachstum von acht Prozent gibt sich Arena nicht mehr damit zufrieden, die Wettkampfbecken zu dominieren. Unter der Leitung seines Chief Executive Officer (CEO) Peter Graschi vollzieht der traditionsreiche Swimwear-Spezialist eine strategische Wende. Der Fokus liegt nun auf ‘Wohlbefinden’ und der Erweiterung des Bademoden-Sortiments.

Arena wurde 1973 in Landersheim im Elsass von Horst Dassler – Sohn des Adidas-Gründers Adolf Dassler – gegründet und pflegt eine enge Verbindung zu Frankreich. Der Hauptsitz der Marke befindet sich allerdings in Tolentino, Italien. „Wir haben eine besondere Verbindung zu Frankreich; hier wurde Arena geboren. Deshalb sehen wir dieses Land als unseren Heimatmarkt an“, verrät Peter Graschi. Diese historische Nähe zeigt sich heute in einer finanziellen Stärke. Der Konzern will diese nutzen, um sein Wachstum zu beschleunigen.

Von ‘Water Instinct’ zu ‘Planet Water’: Ein Paradigmenwechsel

Das greifbarste Zeichen dieser Transformation ist der Wechsel des Markenmanifests. Nach 20 Jahren unter dem Motto ‘Water Instinct’ übernimmt Arena nun ‘Planet Water’. Dies ist nicht nur eine semantische Anpassung, sondern der Wunsch, ein breiteres Publikum anzusprechen. Der vorherige Slogan richtete sich an Purist:innen und reine Leistung. ‘Planet Water’ hingegen soll alle einschließen, die mit Wasser interagieren.

„Wir wollen alle ansprechen, die im und am Wasser aktiv sein wollen“, erklärt der CEO. Diese integrativere Vision ermöglicht es der Marke, die Schwimmbahn zu verlassen. Sie kann nun in offenere Gewässer und den zugänglicheren Bereich des Aqua-Fitness investieren.

Frankreich: Ein nachhaltiger Wachstumsmotor

Der Konzern verbirgt seine Ambitionen für die kommenden Jahre nicht, angetrieben von der Dynamik in Frankreich. Heute macht der Markt 16 Prozent des weltweiten Umsatzes aus und soll bis 2027 die Speerspitze der Strategie bleiben. Arena plant dort ein jährliches Wachstum von sieben Prozent. Dies basiert auf einem subtilen Gleichgewicht: der Beibehaltung der Vormachtstellung im Rennsport-Segment und einer starken Offensive im Bereich Beachwear.

Diese technische Legitimität bleibt die beste Verteidigung. Bei den jüngsten Weltmeisterschaften , die 2025 in Singapur stattfand, trugen 20 der 21 Medaillengewinner:innen im Freiwasserschwimmen Wettkampfanzüge von Arena.

Arena, Kollektion Frühjahr/Sommer 2026 Credits: Arena

Innovation als Eintrittsbarriere

Angesichts des von Investor:innen ausgehenden Rentabilitätsdrucks ist Peter Graschi kategorisch: Innovation ist nicht verhandelbar. „Unsere Existenzberechtigung ist die Innovation. Wenn wir aufhören, innovativ zu sein, werden wir austauschbar“, bekräftigt er. In diesem technologischen Wettlauf setzt Arena jedoch auf kollektive Intelligenz: „F&E lastet nicht allein auf unseren Schultern. Wir teilen diese Anstrengungen mit langjährigen Partner:innen und exklusiven Spezialist:innen. Es ist eine ständige Zusammenarbeit.“

Diese Strategie konzentriert sich auf fünf Säulen: Kompression, Langlebigkeit, Auftrieb, Hydrodynamik und jetzt auch Komfort. Dieser Fortschritt bedeutet vor allem eine Zeit- und Energieersparnis für die Athlet:innen. Früher brauchte eine Spitzenschwimmerin 30 Minuten, um ihren Anzug anzuziehen. Mit den neuen Modellen dauert es nur noch fünf Minuten. „Dadurch verausgaben sich die Athlet:innnen bei der Vorbereitung weniger und können sich ausschließlich auf den Wettkampf konzentrieren“, betont der CEO.

Nachhaltigkeit: Die Herausforderung des ‘Textil-zu-Textil’-Recyclings

Parallel zur Leistung muss Arena den ökologischen Anforderungen der Branche gerecht werden. Der Konzern investiert massiv, um seine volumenstarken Produkte in nachhaltige Modelle umzuwandeln. Dies zeigt sich im Anzug Powerskin ST Next, der aus dem zu 100 Prozent recycelten Nylongarn Econyl hergestellt wird. Zudem wird die Faser Lycra EcoMade, die zu 70 Prozent aus Mais biobasiert ist, für die Trainingsbadeanzüge der Kollektion Arena Vita Life verwendet. „Beim Training ist der Verbrauch am höchsten. Genau hier investieren wir vorrangig, um diese nachhaltigen Lösungen voranzutreiben“, erklärt Graschi.

Raus aus dem Becken

Obwohl sich die Marke nun außerhalb der Schwimmbahnen wagt, lehnt Peter Graschi das überstrapazierte Label ‘Lifestyle’ ab. Er spricht lieber von einer ‘Erweiterung der Bademode’. Damit meint er Hybridprodukte, die Träger:innen vom Strand bis ins Becken begleiten. Die Marke will die Ästhetik der Bewegung nutzen, um ihre Produkte auch in der Stadt begehrenswert zu machen. Ein Beispiel sind die Parkas, die Athlet:innen zwischen Umkleidekabine und Startblock tragen.

Diese Strategie wird bei den Schwimmeuropameisterschaften im kommenden August in Paris umgesetzt. Nach dem Erfolg der Olympischen Spiele setzt der CEO auf einen verlängerten ‘Halo-Effekt’. „Paris ist eine inspirierende Stadt für alle, die mehr schwimmen möchten. Diese Veranstaltung ist ein entscheidendes Schaufenster für unsere Glaubwürdigkeit und unser Markenimage.“

Die Strategie vor Ort: Die Offensive über die Vereine

Trotz der Neupositionierung bleibt Arena seinem Modell treu. Der Großhandel macht mit 45 Prozent den größten Teil des Umsatzes aus, ergänzt durch den stationären Direktvertrieb mit 35 Prozent und den E-Commerce mit 20 Prozent. In Frankreich stärkt der Konzern sein lokales Netzwerk durch die Förderung der Basisarbeit, dem sogenannten ‘Grassroots’-Ansatz. „Wir konzentrieren uns zunehmend auf die direkte Zusammenarbeit mit den Vereinen. Unser Ziel ist es, mehr Partnerschaften zu schließen, um die Entwicklung des Sports an der Basis zu unterstützen und lokal zu wachsen“, erklärt der Geschäftsführer. Diese Präsenz bei Lizenznehmer:innen und Trainer:innen ist das Fundament, auf dem Arena seine zukünftige Legitimität aufbaut, weit über Werbekampagnen hinaus.

Letztendlich berührt das Manifest ‘Planet Water’ eine Mission der öffentlichen Gesundheit. Peter Graschi zitiert gerne das Beispiel seines Vaters: „Er ist 85 Jahre alt; als ehemaliger begeisterter Radfahrer begann er mit 75 Jahren mit dem Schwimmen. Heute zieht er jeden Tag seine Bahnen. Das ist fantastisch für seine Lebensqualität.“ Für Arena liegt hier das eigentliche Ziel: einen aktiven Lebensstil zu inspirieren, vom städtischen Schwimmbad bis zum offenen Meer.

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