Amazon, Stella McCartney und Canopy gründen Climate Pledge Fashion Coalition zur Skalierung nachhaltiger Mode
Die Initiative The Climate Pledge hat gemeinsam mit dem US-amerikanischen E-Commerce-Riesen Amazon, dem britischen Luxuslabel Stella McCartney und der kanadischen Umweltorganisation Canopy die Climate Pledge Fashion Coalition gegründet. Die Gruppe erhält dabei organisatorische Unterstützung vom in der Schweiz ansässigen Weltwirtschaftsforum (WEF).
Die Koalition unterstützt laut einer Mitteilung mehr als 60 Unterzeichnende von The Climate Pledge – darunter Modemarken, Hersteller und Einzelhändler – bei ihrer Arbeit, bis 2040 Netto-null-Kohlenstoffemissionen zu erreichen. Durch die Bündelung kollektiver Nachfrage mit neuen Finanzierungsmodellen und Instrumenten wie der Fashion Coalition Lever Library soll die Initiative dazu beitragen, nachhaltige Materialien und Prozesse in der globalen Textilbranche zu skalieren und die Umweltauswirkungen entlang der Lieferketten zu reduzieren.
Anlässlich des Starts erläuterte Kara Hurst, die Chief Sustainability Officer von Amazon, die Gründe für die Initiative. „In der Mode mangelt es nicht an Ambitionen in Sachen Nachhaltigkeit. Die Menschen suchen beim Einkaufen bereits nach nachhaltigeren Optionen – jetzt muss die Branche liefern, und zwar in großem Maßstab. Über The Climate Pledge bringen wir mehr als 60 Mode- und Einzelhandelsmarken, Herstellern und Innovatoren zusammen, um genau das zu ermöglichen“, erklärte sie in einem Statement.
Derzeit sind laut einer Mitteilung die Materialien und Prozesse, die den ökologischen Fußabdruck der Branche erheblich reduzieren könnten, noch zu teuer, zu selten oder zu fragmentiert, um mit konventionellen Alternativen in großem Maßstab zu konkurrieren. Anstatt sich ausschließlich auf End-of-Life-Lösungen zu konzentrieren, will die Initiative früher im Produktlebenszyklus ansetzen. Sie fördert die Entwicklung, Kommerzialisierung und Einführung von Materialien und Prozessen mit geringerem ökologischen Fußabdruck. Dazu zählen biologische und recycelte Fasern sowie Fertigungstechnologien, die Wasserverbrauch, Chemikalieneinsatz und Kohlenstoffemissionen reduzieren.
Die Initiative will umweltfreundlichen Verfahren zur Marktreife verhelfen
The Climate Pledge wurde 2019 von Amazon und der britischen Umweltorganisation Global Optimism mitgegründet und hat sich seitdem auf mehr als 700 Unterzeichnende in über 60 Branchen ausgeweitet. Da Lieferketten in der Textilbranche viele dieser Branchen durchziehen, entstehe ein sektorübergreifendes Netzwerk, das ein bewährtes Kooperationsmodell in die Modebranche übertrage, heißt es in einer Mitteilung. Ziel der Koalition sei es, ihren Mitgliedern praktische Instrumente und strukturierte Wege zu bieten, um emissionsärmere Lieferketten entlang drei zentraler operativer Säulen zu skalieren.
In Zusammenarbeit mit dem WEF entwickelt die Koalition Blended-Finance-Mechanismen, die Risikoabsicherung durch Entwicklungsfinanzierungs-Institutionen mit privatem Kapital kombinieren, um Investitionen in großem Maßstab zu mobilisieren.
Die Fashion Coalition Lever Library wurde in Abstimmung mit mehr als 30 Marken und Lieferanten entwickelt. Sie unterstützt Unternehmen dabei, wirksame Maßnahmen für spezifische Lieferketten zu identifizieren. Die Ressource umfasst mehr als 100 bewährte und innivative Lösungen, Orientierungshilfen und ein Verzeichnis innovativer Anbieter. Darüber hinaus vernetzt die Gruppe über Next Gen Now – eine von Canopy geleitete Initiative – die teilnehmenden Unternehmen mit den Herstellern geprüfter Fasern und Technologien der nächsten Generation, die für die kommerzielle Einführung bereit sind.
Durch den Nachweis, dass Innovationen auf Produktionsebene in großem Maßstab wirksam funktionieren, möchte die Initiative politischen Entscheidungsträger:innen praxisnahe Belege liefern, die künftige Umweltvorschriften beeinflussen können.
Zu den Unterzeichnern der Initiative aus der Modebranche zählen die US-amerikanischen Marken Anna Sui, Another Tomorrow, Brooks Running, DL1961, E.L.V Denim, Faherty und Mother Denim, das australische Label Christopher Esber, der Schweizer Materialinnovator Bananatex, die französische Resale-Plattform Vestiaire Collective sowie die britische Luxuskaufhausgruppe Selfridges. Weitere Unterzeichner sind Biofluff, Circ, Ciucani, Collina Strada, Pure.Tech und unspun.
Stella McCartney, die Gründerin und Chefdesignerin des gleichnamigen Modehauses, erklärte: „Seit über zwei Jahrzehnten arbeite ich gemeinsam mit Innovatoren daran, zu beweisen, dass Mode anders hergestellt werden kann. Die Lösungen existieren bereits. Was bisher fehlte, war das branchenweite Engagement, ihnen zur Skalierung zu verhelfen. Die Climate Pledge Fashion Coalition verwandelt Innovation in Infrastruktur, schafft echte Nachfrage nach Materialien der nächsten Generation und ebnet den Pionieren den Weg vom Durchbruch zum Branchenstandard.“
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