Ahlers startet schwach ins neue Jahr

Das Modeunternehmen Ahlers konnte im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres noch nicht wirklich überzeugen und musste vor allem auf eigener Fläche herbe Verluste einstecken. Das „weiterhin schwierige Marktumfeld für Bekleidung in Europa“ habe zu rückläufigen Einzelhandelsumsätzen geführt, so heißt es von Unternehmensseite. Zudem sei der Jahresstart durch Umsatzverschiebungen vom ersten in das zweite Quartal geprägt gewesen, was sich ebenfalls negativ auf die aktuellen Zahlen ausgewirkt habe.

Grund zur Besorgnis könnte der Negativtrend im Handel durchaus sein, schließlich setzte Ahlers mit seinen Marken Baldessarini, Pioneer Authentic Jeans und Pierre Cardin 2,4 Millionen Euro weniger um als im Vorjahreszeitraum. Ein Minus von 3,8 Prozent. Im Ausland ging der Umsatz um 2,2 Millionen Euro zurück, während er in Deutschland um 0,5 Prozent zulegte – Zahlen, die wenig Gutes für das Gesamtjahr erwarten lassen. Vor allem das Geschäft mit Anzügen habe sich im ersten Quartal schwach entwickelt, heißt es.

Besonders drastisch wirkten sich die Umsatzrückgänge auf das Ergebnis aus. Das EBIT sank um 30 Prozent von 4,3 auf drei Millionen Euro, das Konzernergebnis nach Steuern sackte sogar um 31 Prozent auf zwei Millionen Euro ab.

Jahresprognose soll gehalten werden

Die Situation im Bekleidungseinzelhandel bleibe herausfordernd und das Geschäft trotz Teilerfolge dank eines erfolgreichen Jeans-Geschäfts zäh, so Stella A. Ahlers, Vorstandsvorsitzende der Ahlers AG. „Strategie verfeinern, Marktchancen konsequent nutzen und Kosten reduzieren bleibt damit höchste Priorität.“

Entmutigen lassen wollen sich das Unternehmen und seine Chefin von dem weitgehend verkorksten Jahresstart jedoch nicht, im Gegenteil: Das geplante Russland-Geschäft sei zum 1. März dieses Jahres wie geplant gestartet worden, und die Ahlers RUS habe ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen, so Ahlers. „Ende März 2018 besaßen wir 33 Prozent der Anteile und sollten nach Zustimmung der zuständigen Behörden in Kürze die angestrebten 60 Prozent erreichen.“ Die übrigen 40 Prozent würden dann von einem langjährigen Geschäftspartner der Ahlers AG gehalten. Der Russland-Ableger soll künftig das Wholesale-Geschäft für Pierre Cardin und Pioneer sowie Pierre Cardin Stores in Russland betreiben.

Wie sich das Geschäft auf dem dortigen Markt entwickeln wird, bleibt ebenso abzuwarten, wie die Frage, ob sich das Stammgeschäft in Europa wieder erholt. Glaubt man Firmenchefin Ahlers, besteht kein Grund zur Sorge. Sie gehe davon aus, „dass wir die im Geschäftsbericht veröffentlichte Jahresprognose für Umsatz und Ergebnis erreichen“, lässt sie wissen. Der Vorstand hatte vor Jahresbeginn „eine leichte Steigerung des Konzernumsatzes und eine deutliche Ergebnisverbesserung im mittleren zweistelligen Prozentbereich im laufenden Geschäftsjahr“ erwartet.

Foto: Ahlers AG