Adidas macht 2018 deutlich mehr Gewinn

Der Sportartikelkonzern Adidas AG hat das Geschäftsjahr 2018 mit einem Gewinnsprung abgeschlossen. Die Umsatzentwicklung wurde allerdings durch ungünstige Wechselkursveränderungen beeinflusst. Das geht aus dem Geschäftsbericht hervor, den das in Herzogenaurach ansässige Unternehmen am Mittwoch vorlegte.

Vorstandschef Kasper Rorsted zog angesichts der vorgelegten Zahlen zufrieden Bilanz: „Rekordumsatz, die höchste Marge in unserer Geschichte und ein starker Gewinnanstieg – 2018 war erneut ein erfolgreiches Jahr für unser Unternehmen“, erklärte er in einer Mitteilung. „Wir haben große Fortschritte dabei gemacht, unsere Finanzziele bis 2020 zu erreichen und bestätigen diese.“ Die „strategischen Wachstumstreiber“ des Konzerns, namentlich die Regionen Nordamerika und China sowie das Online-Geschäften seien „wieder zweistellig gewachsen“, so Rorsted.

Die Resultate für das abgelaufene Jahr, die Adidas präsentierte, bezogen sich im Wesentlichen auf die fortgeführten Geschäftsbereiche. Die Anteile der inzwischen verkauften Unternehmensteile, etwa der Golfsparte und des Eishockey-Segments CCM Sport, wurden demnach nicht berücksichtigt. Der entsprechend angepasste Konzernumsatz wuchs gegenüber 2017 um 3,3 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkursveränderungen stiegen die Erlöse um acht Prozent.

Wachstumsmotor blieb die Kernmarke Adidas, deren Umsatz um 4,5 Prozent (währungsbereinigt +9,5 Prozent) auf 19,9 Millionen Euro zulegte. Die Erlöse des Labels Reebok schrumpften demgegenüber um 8,5 Prozent (währungsbereinigt -3,0 Prozent) auf 1,7 Milliarden Euro.

Hohe Zuwächse in Asien und Nordamerika beflügelten den Umsatz

Durchwachsen verliefen die Geschäfte in Europa: Dort sank der Umsatz um 0,8 Prozent (währungsbereinigt -0,4 Prozent) auf 5,9 Milliarden Euro. Mehr als kompensiert wurde der leichte Rückgang durch hohe Zuwächse in anderen Regionen: So stiegen die Erlöse im asiatisch-pazifischen Raum dank starker Geschäfte in China um 11,5 Prozent (währungsbereinigt +14,9 Prozent) auf 7,1 Milliarden Euro. In Nordamerika konnte der Konzern um 9,7 Prozent (währungsbereinigt +14,9 Prozent) auf 4,7 Milliarden Euro zulegen.

In den kleineren Marktregionen bestimmten negative Währungseffekte das Bild: Im Raum Russland/GUS sanken die Erlöse um 10,0 Prozent (währungsbereinigt +1,0 Prozent) auf 595 Millionen Euro, in Lateinamerika schrumpften sie um 14,3 Prozent (währungsbereinigt +5,6 Prozent) auf 1,6 Milliarden Euro. Im Segment Emerging Markets ging der Umsatz um 12,0 Prozent (währungsbereinigt -3,1 Prozent) auf 1,1 Milliarden Euro zurück.

Margenverbesserungen beflügeln den Gewinn

Trotz der widrigen Wechselkursveränderungen konnte der Konzern sein Ergebnis deutlich verbessern. Dazu trug eine Steigerung der Bruttomarge von 50,4 auf 51,8 Prozent bei, die das Unternehmen „auf die positiven Effekte eines besseren Preis-, Vertriebskanal- und Produktmix sowie auf niedrigere Beschaffungskosten“ zurückführte. So konnten höhere Investitionen, etwa in Marketingmaßnahmen im Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2018, mehr als ausgeglichen werden.

Der operative Gewinn wurde daher überproportional gesteigert. Er wuchs um 14,4 Prozent auf 2,37 Milliarden Euro. Der Nettogewinn aus fortgeführten Geschäften stieg bereinigt um eine Einmalbelastung, die 2017 infolge der US-Steuerreform verbucht werden musste, um 19,5 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro. Der ausgewiesene Jahresüberschuss nach Minderheitenanteilen sprang um 55,1 Prozent auf 1,70 Milliarden Euro.

Lieferschwierigkeiten belasten den Umsatz im ersten Halbjahr 2019

Für die erste Hälfte des laufende Geschäftsjahr 2019 rechnet die Konzernleitung mit einem niedrigeren Umsatzwachstum: Die währungsbereinigte Steigerungsrate wird voraussichtlich lediglich bei drei bis vier Prozent liegen. Begründet wurde das mit einem „starken Anstieg der Nachfrage nach Bekleidung im mittleren Preissegment, die jedoch aufgrund von Engpässen bei den Produktionskapazitäten nicht sofort vollständig bedient werden kann“. Betroffen sei vor allem der nordamerikanische Markt. Im zweiten Halbjahr soll der Rückstand aber schrittweise aufgeholt werden. Im gesamten Geschäftsjahr rechnet der Vorstand daher mit einem währungsbereinigten Wachstum um fünf bis acht Prozent.

Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen soll auch 2019 zweistellig verbessert werden: Der Konzern prognostizierte einen Anstieg um zehn bis 14 Prozent auf 1,880 bis 1,950 Milliarden Euro. Dabei geht er von einer weiteren Erhöhung der operativen Marge aus.

Foto: Adidas AG
 

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