Ace & Tate bereitet sich mit neuem CEO auf die Zukunft vor
4. März 2025
Die Brillenmarke und Optikerkette Ace & Tate leitet das nächste Kapitel ihrer Unternehmensgeschichte ein.
Gründer Mark de Lange wechselt von seiner Position als CEO zum Chief Brand Officer und macht Platz für Lex van de Vliet. „Irgendwann braucht ein Unternehmen einen frischen Blick“, so De Lange in einem Doppelinterview mit FashionUnited.
Ace & Tate wurde vor elf Jahren von De Lange gegründet. Die Brillenmarke, später auch Optikerkette, machte sich schnell einen Namen als 'Disruptor'.
„Ich mochte dieses Wort noch nie besonders“, erklärt der Gründer, „denn es suggeriert, dass wir auch etwas zerstören. Die Kund:innenerfahrung stand und steht für uns im Mittelpunkt, aber der Weg dorthin ist für uns vielleicht ein anderer. Wenn das Mittel, mit dem wir dieses Ziel erreichen, Dinge aufrüttelt, dann ist das in Ordnung. Aber wir sind keine Disruptoren, nur um des Störens willen.“
Unter der Leitung von De Lange hat sich Ace & Tate zu einer Kette mit 85 Filialen in ganz Europa entwickelt. Unter der Führung des neuen CEOs, mit Unterstützung von De Lange, soll sich diese Zahl verdoppeln. Außerdem will Ace & Tate sich im Bereich Augenpflege weiter spezialisieren.
Während die Marke derzeit vor allem für ihre stilvollen Brillen bekannt ist, möchte Ace & Tate nun den Serviceaspekt, die Augenpflege, weiter vertiefen. Natürlich bleiben die trendigen Brillen und der moderne Look von Ace & Tate erhalten. All dies soll dazu beitragen, dass Ace & Tate zur führenden Optikmarke Europas wird.
Vom Disruptor zum Zukunftsgestalter: Ace & Tate leitet nächsten Schritt in der Evolution ein
Die Tatsache, dass Van de Vliet als neuer CEO gefunden wurde, wird als glücklicher Zufall beschrieben. De Lange sprach seit Ende 2023 mit seinen Mitgesellschaftern über die Übergabe der CEO-Aufgaben. Einer dieser Gesellschafter hat ein Büro in Groningen, aber wenn er in Amsterdam ist, hält er seine Meetings im Büro von Ace & Tate ab.
„Er hatte mit Lex ein Meeting über etwas anderes und so sind wir uns begegnet.“ Schnell merkten die beiden, dass sie die Leidenschaft für die Optik, aber auch für Kund:innenfreundlichkeit und Hospitality teilten.
„Es geht nicht nur darum, Brillen zu verkaufen, sondern um das gesamte Erlebnis und darum, dass sich jemand bei uns gehört fühlt.“ Darüber hinaus verstanden sich die beiden auch einfach gut, sodass sich die Gespräche in den folgenden Monaten zu Gesprächen über den Führungswechsel innerhalb von Ace & Tate entwickelten.
Van de Vliet verfügt über vielfältige Erfahrungen. So begann er in der Hotellerie, hatte eine eigene Agentur für digitale Strategien und landete schließlich in der Optikbranche. Er arbeitete mehrere Jahre bei GrandVision, der Muttergesellschaft von unter anderem Pearle und GrandOptical. Ein Unbekannter in der Optikbranche ist er also nicht. Von seiner Position bei GrandVision aus bewunderte er Ace & Tate schon länger.
„Es gab viele Dinge, die wir bei Ace & Tate sahen, die wir auch gerne wollten.“ Einige Zeit nach der Übernahme von GrandVision durch EssilorLuxottica verließ Van de Vliet die Optikgruppe und stieg vorübergehend aus der Branche aus. Das Gespräch mit De Lange weckte jedoch seine Leidenschaft für die Branche wieder.
Die Ankunft von Van de Vliet bedeutet jedoch keinen Abschied von De Lange. „Es ist eine etwas atypische Situation, in der der Gründer im Unternehmen bleibt.“ Der Gründer wird Chief Brand Officer und wird den neuen CEO weiterhin beraten.
„Gerade in dieser Situation ist eine persönliche Verbindung wichtig. Auch wenn wir manchmal aneinandergeraten werden, finden wir uns in der Lösung.“ Für De Lange bedeutet seine neue Position, dass er weiterhin eng in die Entwicklung der Kollektion, deren Präsentation und die Darstellung der Markenidentität eingebunden sein wird.
Strategischer Wechsel bei Ace & Tate: Mark de Lange übergibt CEO-Rolle
Der Gründer ist sich im Klaren: Das nächste Kapitel für Ace & Tate benötigte einen neuen CEO. Dieses Kapitel konzentriert sich nicht nur auf die weitere Umsetzung des Konzepts, sondern auch auf die weiterentwickelten Bedürfnisse der Ace & Tate Kunden. Dabei geht es zu einem großen Teil um Augenpflege.
„Als die Marke gegründet wurde, waren viele unserer Kund:innen um die dreißig. Elf Jahre später sind sie um die vierzig, und das wird in der Optik als das Alter angesehen, in dem man anfängt, über Gleitsichtgläser nachzudenken“, so De Lange. Auch die Welt hat sich insofern verändert, als die Menschen, auch dank der Pandemie, mehr denn je auf Bildschirme schauen, aber auch mehr denn je auf ihre eigene (Augen-)Gesundheit achten.
„Die Bereitstellung von Pflege, der menschliche Aspekt – dass man sich mit jemandem auseinandersetzt und seine Bedürfnisse in Bezug auf eine Sehlösung versteht und darauf eingeht – das wird sich in der Optikbranche nicht so schnell ändern“, so Van de Vliet. „Allerdings kommen schnell Innovationen auf uns zu, die die Pflege weiter vertiefen.“ Ace & Tate begann als Online-First-Unternehmen, was zu einem sehr integrierten Unternehmen geführt hat, sowohl online als auch offline. „Man kann eine Brille in England kaufen, aber wenn etwas nicht stimmt, kann man einfach in einer Filiale in den Niederlanden vorbeischauen. Das macht keinen Unterschied. Wir wollen den Menschen die Möglichkeit geben, mehr Kontrolle über ihre eigene Augenpflege zu haben.“
Die Zukunftsvision für Ace & Tate? „Unsere Kund:innen verlassen den Laden bereits mit einem Lächeln. Wir wollen diese Customer Journey jedoch weiter vertiefen und noch konsistenter gestalten. Unser Ziel ist es, eine umfassendere Sehlösung anzubieten und unsere Kunden langfristig an uns zu binden.“ De Lange ergänzt: „Im Grunde hat sich bei Ace & Tate nichts geändert. Es werden großartige Dinge auf uns zukommen und wir machen eine Evolution durch. Hier sitzt ein sehr glückliches Team und Sie sollten uns im Auge behalten.“