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Peak Performance verpflichtet neuen Vertriebsleiter für Deutschland

Der Skibekleidungshersteller Peak Performance hat einen neuen Country Manager für den Vertriebsraum Deutschland verpflichtet und damit einen Nachfolger für den Ende September ausgeschiedenen Andreas Scheibe gefunden. Wie das Unternehmen mitteilt, ist die Position unlängst mit Martin Gaffal besetzt worden.

Gaffal kommt vom Konkurrenten Schöffel, wo er als Key Account ebenfalls bereits für den deutschen Markt zuständig war. „Martin hat einen starken Sales Backround und ein fundiertes Wissen über Käuferschaften und die Top Sports Retailer in Deutschland“, so Marcel Hess, Head of Wholesale Central Europe bei Peak Performance. Er sei sich sicher, „dass Martin mit seiner Energie und seinem Spirit fantastisch in unser Team passt“.

Foto: Martin Gaffal / Peak performance

Designer Hervé Leroux gestorben

Der französische Designer Hervé Leroux ist letzten Mittwoch im Alter von 60 Jahren überraschend gestorben. Dies gab die Fédération de la Haute Couture et de la Mode am Freitag bekannt, jedoch noch keine Details zu den Umständen und der Todesursache. Leroux machte sich als Gründer des Labels Hervé Léger und in den 90er Jahren mit figurbetonten Bandage-Kleidern einen Namen.

Der richtungsweisende Designer wurde am 30. Mai 1957 als Hervé Peugnet in Bapaume im Norden Frankreichs geboren. Er studierte zunächst Bildhauerei und Kunstgeschichte, gab dies aber auf und arbeitete Ende der 70er Jahre als Friseur und Hutmacher. Im Jahr 1981 traf er Karl Lagerfeld, was seine Karriere entscheidend beeinflussen sollte. Er folgte Lagerfeld als Designassistent zu Fendi und Chanel, bis er 1984 unter dem Label Hervé Léger seine erste eigene Boutique in Paris eröffnete, die sich auf handbemalte Kleider und Hüte spezialisierte.

Nach freiberuflicher Arbeit bei angesagten Modehäusern wie Lanvin, Daniel Swarovski und Charles Jourdan hatte Leroux Anfang der 90er Jahre seinen großen Durchbruch mit seiner ersten Modenschau in Paris. Die körperbetonten Silhouetten seiner Bandage-Kleider wurden bald zum heißesten Trend und prägten seine Arbeit.

Sein Label Hervé Léger wurde 1998 von BCBG Max Azria mit Sitz in Los Angeles übernommen; kurz darauf trennte sich Leroux jedoch vom Unternehmen und verlor die Markenrechte. Unter dem Namen Hervé L. Leroux machte er jedoch eine neue Boutique in Paris auf, die sich auch weiterhin auf individuelle Designs, Abendkleider und Bademoden spezialisierte. Den Namen schlug Lagerfeld in Anspielung auf Hervés einst rote Haare vor.

Nach einer zwölfjährigen Modenschau-Pause zeigte Leroux im Jahr 2013 wieder eine Couture-Show in Paris. Er gewann im Lauf seiner Karriere viele Anhängerinnen, unter anderem Dita Von Teese, Celine Dion, Halle Berry, Cate Blanchett und Taylor Swift. „Ich liebte ihn für seinen Scharfsinn, seine Aufrichtigkeit, seine überwältigende Eleganz und natürlich für sein Talent, das ohne Rücksicht auf die Kommerzialität der Mode einer authentischen Besessenheit entsprang“, erinnert sich Von Teese auf Instagram.

Foto: Pierre Verdy / AFP
Diesel sucht neuen CEO auf Facebook

Wenn ein Unternehmen einen neuen Geschäftsführer sucht, wird normalerweise eingehend der Markt nach freien, geeigneten Führungskräften durchsucht – oftmals mit der fachkundigen Hilfe von Headhunter-Agenturen. Nachdem der italienischen Jeansmarke Diesel unlängst der Chef abgesprungen ist, beschreitet das Unternehmen nun durchaus ungewöhnliche Wege, um die vakante Stelle neu zu besetzen.

Firmengründer und -inhaber Renzo Rosso suche aktuell persönlich nach einem passenden Kandidaten für den Geschäftsführerposten bei Diesel, heißt es nun aus dem Firmensitz in Breganze. Dafür wälzt der exzentrische Modechef jedoch nicht etwa Berge von Akten und Karteikarten sondern schreibt die Stelle kurzerhand auf der Social Media Plattform Facebook aus.

Ab dem 5.10.2017 haben interessierte Bewerber nun vier Tage lang Zeit, ihre Unterlagen über die Plattform einzureichen und Rosso davon zu überzeugen, die richtige Person für den Posten zu sein. Dabei sollen die Aspiranten sich und ihre Fähigkeiten mittels eines persönlichen GIFs oder Videos darstellen.

Der Bewerber, der Rosso am meisten überzeugt, soll dann für eine Woche in das Diesel-Hauptquartier nach Breganze eingeflogen werden, um dort seine Skills nochmals unter realen Bedingungen zu beweisen.

Foto: Diesel

Gerry Weber holt Johannes Ehling in den Vorstand

Der Aufsichtsrat des Mode- und Lifestyle Unternehmens Gerry Weber International AG hat den erfahrenen Modemanager Johannes Ehling in den Vorstand berufen. Ehling soll die neu geschaffenen Funktionen des Chief Sales Officers und des Chief Digital Officers übernehmen und den Vorstand um Ralf Weber (CEO) und Dr. David Frink (CFO) verstärken.

„Herr Ehling ist ein sehr erfahrener und profilierter Kenner der Modebranche, der unser Unternehmen bei der Digitalisierung und Internationalisierung voranbringen wird. Beide Bereiche sind elementar für die laufende Transformation der Gerry Weber Gruppe und werden Schlüsselthemen für die Zukunft des Unternehmens sein“, so Firmenchef Ralf Weber.

Ehling räumt für das neue Engagement seinen Stuhl als Geschäftsführer beim Kinderausstatter Ernsting’s Family. Davor war er bereits als Vorstandsmitglied bei Willy Bogner, als weltweiter Vertriebschef bei Escada-Sport sowie in verschiedenen Managementpositionen tätig, unter anderem bei More & More. Nun soll sich Ehling um die „Vernetzung und Internationalisierung aller stationären und digitalen Vertriebskanäle sowie der Ausbau des E-Commerce Geschäftes“ bei Gerry Weber kümmern.

Seine neue Stelle soll Ehling laut Unternehmensmeldung „spätestens zum 1. September 2018“ antreten.

Foto: Johannes Ehling / Gerry Weber

CEO Steve Murray verlässt Dr. Martens

Die britische Schuhmarke Dr. Martens alias Doc Martens kündigte am Freitag an, dass Geschäftsführer Steve Murray das Unternehmen verlassen werde, um seine Umwandlung voranzutreiben. Der derzeitige Vorsitzende Paul Mason wird seine Aufgaben in der Zwischenzeit übernehmen, bis ein Nachfolger gefunden ist.

“Steve hat großartige Arbeit geleistet, um Menschen und Strukturen richtig zu platzieren und wir sind jetzt in einer guten Position, um in eine neue Phase des beschleunigten Wachstums zu gehen”, sagte Dr. Martens in einer E-Mail an seine Mitarbeiter.

“Es war eine Ehre, das Unternehmen durch diese wichtige Phase in seiner Geschichte zu führen. Ich bin stolz auf das, was wir in den drei Jahren erreicht haben, in denen ich CEO war, und bedanke mich bei allen unseren Mitarbeitern für ihr Engagement und ihre Hingabe. Auf dieser Grundlage bin ich sicher, dass Dr. Martens sowohl in Großbritannien als auch international weiter wachsen wird”, kommentierte Murray.

Dr. Martens wurde im Jahr 2013 von der Private-Equity-Firma Permira für fast 500 Millionen US-Dollar übernommen. Murray übernahm im Oktober 2014 das Ruder des Traditionsunternehmens mit 1000 Mitarbeitern, das sich seit 1901 im Familienbesitz befand. Er setzte auf Wachstum durch Produkterweiterungen wie Turnschuhe und Sandalen und die Eröffnung von Dr. Martens-Geschäften. Zudem wurden die e-Commerce-Anstrengungen restrukturiert.

Die Umsätze erreichten für das Geschäftsjahr, das im März 2017 endete, fast 290 Millionen Pfund (327 Millionen Euro), was einen Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Verglichen mit Konkurrenten wie zum Beispiel Sketchers USA, die pro Jahr 3,6 Milliarden US-Dollar (3,06 Milliarden Euro) Umsatz erreichen, ist dies jedoch ein Bruchteil. Deshalb glaubt das Unternehmen, dass eine neue Leitung für die nächste Phase angebracht sei.

“Mit dem Eintritt von Dr. Martens in die nächste Phase seiner Geschichte, ist der Umsatz gut und das Unternehmen ist ideal platziert, um sein Wachstum in den kommenden Jahren noch weiter zu beschleunigen”, sagte Mason in einer Erklärung.

Mason wurde 2015 zum Vorsitzenden von Dr. Martens ernannt. Er hat reichlich Erfahrung mit der Übernahme eines Unternehmens, war er doch zuvor Vorsitzender des Einzelhändlers New Look, der 2015 für 780 Millionen Pfund (1 Milliarde US-Dollar) von der südafrikanischen Investmentgesellschaft Brait SE übernommen wurde. Zudem war er zuvor auch in leitender Position bei Asda Stores Ltd. und Levi Strauss & Co. beschäftigt.

Murray, ein Dr. Martens-Fan besonders in jüngeren Jahren, tauschte seine schwaren Stiefel gegen bequemere Schuhe ein und hielt führende Positionen zuletzt bei Deckers-Tochter Ugg, wo er Leiter der Regionen Europa, Nahost und Afrika war. Von 2010 bis 2011 war er als Markenpräsident bei Urban Outfitters und davor ein Jahrzehnt lang bei der VF Corporation tätig.

Foto: Dr. Martens Facebook

Das Taschenlabel Liebeskind Berlin muss künftig ohne Vertriebschef Sanjiv Singh auskommen. Wie der Mutterkonzern S.Oliver Group mitteilte, hat Singh, der bei Liebeskind den Posten des Managing Director Sales bekleidete, das Unternehmen am 30. September verlassen. Er wolle sich „einer neuen beruflichen Herausforderung stellen“, hieß es zur Begründung. Einen Nachfolger präsentierte der Konzern nicht: Singhs bisherige Aufgaben würden ab sofort von Liebeskind-CEO Brigitte Danielmeyer übernommen, erklärte S.Oliver.

Sanjiv Singh war Anfang Oktober 2015 zu Liebeskind Berlin gekommen, nachdem er beim französischen Label Lacoste fünf Jahre lang die Tochtergesellschaften in Deutschland, Österreich, Skandinavien und weiteren Märkten in Osteuropa geleitet hatte. Zuvor war er unter anderem als CEO der Bäumler AG, als Sales Director bei Escada sowie bei der Holy Fashion Group und der Hugo Boss AG tätig gewesen.

„Ich danke Herrn Singh für sein Engagement. Ich bedauere seine Entscheidung und wünsche ihm beruflich wie privat viel Erfolg und alles Gute“, erklärte Armin Fichtel, der CEO der S.Oliver Group. Fichtel selbst wird den in Rottendorf ansässigen Konzern Ende des Jahres verlassen.

Das dänische Modemarke Saint Tropez hat den CEO gewechselt. Am Freitag teilte der Mutterkonzern IC Group mit, dass Sofie Lindahl-Jessen das Fast-Fashion-Label ab sofort leiten wird. Sie ersetzt Hans-Peter Henriksen, der Saint Tropez seit 2008 geführt hatte.

Der Konzern begründete den Führungswechsel mit der jüngsten wirtschaftlichen Entwicklung der Marke. „Nach einer langen Phase solider finanzieller Leistungen stagnierten die Umsätze von Saint Tropez in den vergangenen beiden Jahren“, heißt es in einer Mitteilung. „Der Wechsel des CEOs wurde vollzogen, um in einer Branche, die von harter Konkurrenz und sich wandelndem Kundenverhalten geprägt ist, für eine Erneuerung sorgen.“

Sofie Lindahl-Jessen kommt vom dänischen Designermöbel-Händler Fritz Hansen. Dort war sie als Executive Vice President für die Bereiche Vertrieb und Markenkommunikation verantwortlich. Die neue Saint-Tropez-Chefin verfüge über „große internationale Erfahrung im Vertrieb und Marketing“, erklärte die IC Group. Neben Saint Tropez gehören auch die Marken Peak Performance, Tiger of Sweden und By Malene Birger zu dem in Kopenhagen ansässigen Konzern. Zudem hält er eine Mehrheitsbeteiligung am dänischen Label Designers Remix.

Kohl’s regelt Nachfolge von Konzernchef Kevin Mansell

Der US-amerikanische Einzelhändler Kohl’s Corporation setzt auf Kontinuität an der Konzernspitze. Am Dienstag kündigte das Unternehmen an, dass Kevin Mansell, der als CEO, Chairman und President die wichtigsten Führungspositionen auf sich vereint, nach der Hauptversammlung im kommenden Mai abtreten wird. „Ich empfinde es als Privileg, dass ich 35 Jahre bei Kohl’s verbringen durfte – davon 19 Jahre als Mitglied des Boards und fast zehn Jahre als CEO“, erklärte Mansell in einer Mitteilung. „Nun freue ich mich auf das letzte Jahr meiner Karriere.“ Gleichzeitig präsentierte der Konzern seine Nachfolgerinnen. Die wurde intern gefunden.

Wie Kohl’s mitteilte, wird Michelle Gass nach Mansells Abschied den Posten des CEO übernehmen. Bereits jetzt spielt sie eine führende Rolle im Unternehmen. Seit 2013 fungiert sie als Chief Customer Officer, 2015 übernahm sie zusätzlich den Posten des Chief Merchandising Officers. „Michelle hat bei der Gestaltung der Zukunft von Kohl’s eine entscheidende Führungsrolle gespielt“, lobte Mansell seine designierte Nachfolgerin. „Sie war maßgeblich an der Ausarbeitung unseres langfristigen strategischen Rahmenplans beteiligt.“

Gass wird aber nicht sämtliche Posten, die Mansell derzeit noch innehat, übernehmen. Sona Chawla, seit 2015 Chief Operating Officer des Konzerns, soll nach Mansells Rücktritt zusätzlich zu ihren derzeitigen Aufgaben zum neuen President ernannt werden. Sie hatte sich zuletzt vor allem um den Ausbau der Omnichannel-Angebote verdient gemacht. Ein neuer Chairman ist noch nicht gefunden. Er soll nach den Plänen des Unternehmens aus dem aktuellen Kreis der unabhängigen Board-Mitglieder gewählt werden.

Foto: Kohl’s Website
Führungswechsel bei S.Oliver: Gernot Lenz wird neuer CEO

Der Rottendorfer Bekleidungskonzern S.Oliver Group bekommt zum Jahreswechsel einen neuen Vorstandschef. Am Dienstag verkündete das Unternehmen, dass Gernot Lenz am 1. Januar kommenden Jahres den Posten des CEO übernehmen wird. Er folgt auf Armin Fichtel, der zwar den Chefsessel räumen wird, dem Unternehmen aber „in anderer Form erhalten bleiben“ soll. „Es war von Anfang an geplant, dass meine Aufgabe als Group CEO zeitlich begrenzt sein würde“, erklärte Fichtel. Er sei „sehr zufrieden, dass jetzt mit Gernot Lenz ein erstklassiger Nachfolger gefunden ist“. Der scheidende Konzernchef hatte das Unternehmen seit Anfang Juni 2015 geführt.

Fichtels designierter Nachfolger Gernot Lenz kommt US-amerikanischen Bekleidungskonzern PVH Corporation. Zuletzt bekleidete er dort den Posten des Chief Operating Officer von Tommy Hilfiger Global und PVH Europe. „Nach zehn spannenden Jahren in Amsterdam freue ich mich sehr auf die neue Aufgabe. Ich kann es kaum erwarten, die S.Oliver Group gemeinsam mit einem starken Team und motivierten Mitarbeitern in eine weiterhin erfolgreiche Zukunft zu steuern,“ erklärte er.

Foto: S.Oliver

Erivan Haub baute ein gigantisches Handelsunternehmen auf. Zum Familienimperium gehören der Textildiscounter KiK und die Baumarktkette Obi. Geprägt wurde Haub auch durch seine Zeit in den USA.

In der breiten Öffentlichkeit ist sein Name fast unbekannt: Erivan Haub. Dabei schrieb der Unternehmer, der am 29. September seinen 85. Geburtstag feiert, in den 70er-, 80er- und 90er-Jahren Einzelhandelsgeschichte. Zu dem von ihm unter dem Dach der Unternehmensgruppe Tengelmann errichteten Familienimperium gehören Deutschlands größter Textildiscounter Kik und die Baumarktkette Obi - und lange Zeit war das Unternehmen auch im Lebensmittelhandel ein ernstzunehmender Wettbewerber. Das Manager-Magazin schätze das Vermögen der Unternehmerfamilie 2016 auf rund 4 Milliarden Euro.

Geprägt wurde der am 29. September 1932 in Wiesbaden geborene Diplomvolkswirt nicht zuletzt durch seine in den 50er Jahren erworbenen Erfahrungen in den USA. «Die Freude am Gestalten und am Führen, die habe ich in Amerika gelernt und sofort auf Deutschland übertragen», erinnerte er sich später.

Die Möglichkeit dazu bot sich ihm, als er 1963 in die familieneigene Handelsgruppe Tengelmann eintrat und wenige Jahre später die Leitung übernahm. Zu dieser Zeit machte die Gruppe insgesamt 1,4 Milliarden Mark Umsatz. Doch das reichte dem unternehmungslustigen Haub nicht. Er schaltete rasch auf Expansion.

Der Kauf des Erzrivalen Kaiser's im Jahr 1971 war der Startschuss zu einer großen Einkaufstour. Haub kaufte Unternehmen und Beteiligungen in den USA, den Niederlanden sowie Italien und expandierte nach Osteuropa. Und er wagte den Schritt vom reinen Lebensmittelhandel zum Handel mit Bekleidung und Baumaterialien. Insgesamt konnte er so nach Berechnungen des «Handelsblattes» die Erträge in gut 30 Jahren um das Fünfzigfache steigern.

Haub bewies bei seinen Aktivitäten oft ein glückliche Hand, allerdings nicht immer. Als sich der Firmenpatriarch zur Jahrtausendwende schweren Herzens vom Chefposten zurückzog und das operative Geschäft seinen drei Söhnen übergab, war das Unternehmen unübersehbar sanierungsbedürftig. Allzu lange hatte der Firmenpatriarch notwendige Restrukturierungen vermieden.

Vor allem der für das Europageschäft zuständige älteste Sohn Karl-Erivan Haub musste harte Einschnitte vornehmen. Schritt für Schritt zog er sich in den vergangenen Jahren aus dem Lebensmittelhandel - der Keimzelle des Unternehmens - zurück. Er verkaufte zunächst die Drogeriemarktkette kd und den Lebensmittel-Discounters Plus und am Ende 2016 auch die Supermarktkette Kaiser's-Tengelmann. Stattdessen investierte er in den boomenden Online-Handel.

Erivan Haub zeigte sich dennoch zufrieden mit seinem Lebenswerk, als er Anfang 2013 vom «Handelsblatt» zusammen mit seiner Frau Helga in die «Hall of Fame der Familienunternehmen» aufgenommen wurde. «Ich war immer glücklich», sagte er der Zeitung. Gefragt, ob er im Rückblick irgendetwas anders machen würde, antwortete er ohne zu zögern: «Nicht einen Tag. Nicht ein Treffen. Nicht ein Fest. Nicht eine Zusammenkunft. Nicht eine Betriebsratssitzung. Nicht eine Aufsichtsratssitzung. Gar nichts Nichts. Nein.»

Doch machte der Unternehmer nicht nur mit seinem Expansionswillen Schlagzeilen, sondern auch mit seinem frühen Engagement für den Umweltschutz. Mit der Verbannung von Schildkrötensuppen aus den Supermarktregalen startete Haub 1984 die erste Umweltaktion in den eigenen Filialen. Weitere folgten. So wurden 1987 in der Unternehmensgruppe alle phosphathaltigen Waschmittel aus den Regalen verbannt, und 1988 alle Sprays mit FCKW. Im Jahr 1990 wurde Haub dafür zum «Ökokomanager des Jahres» gewählt.

In den vergangenen Jahren ist es jedoch ruhig geworden um den Unternehmer. Auch zum 85. Geburtstag dürfte sich daran nichts ändern. Bei Tengelmann heißt es auf eine Frage zu Informationen zum Jubilar lediglich: «Herr Haub hat sich vor einigen Jahren endgültig ins Privatleben zurückgezogen und bittet, dies zu respektieren.» (Von Erich Reimann, DPA)