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Haute Couture und Know-How (1): Die Kalligrafie von Nicolas Ouchenir

Eine Einladung zur Teilnahme an einer Kollektionspräsentation nimmt besondere Züge an, wenn sie von den Fingern von Nicolas Ouchenir entworfen wird. Dieser berühmte Kalligraf steht heute bei allen Luxusmodehäusern hoch im Kurs.

Chloé, Céline, Loewe, Sonia Rykiel, Christian Dior, Chanel, Prada, Rochas, Hermès, Maison Margiela und auch junge Designer wie ElieTop (Schmuck) oder Hugo Matha (Handtaschen) ... die Liste seiner Kunden liest sich wie ein Who is Who des internationalen Modewochenkalenders. Gut Ding will Weile haben, heißt das Motto, auch wenn die Schauen nahen, muss jede Einladung von Hand geschrieben werden.

Ein autodidaktischer Künstler

Alles begann, wie so oft, durch Zufall. Nach einem Studium der Betriebswirtschaft wurde dieser Mann, der schon immer das Schreiben liebte, als Assistent in einer Galerie zeitgenössischer Kunst eingestellt. Dort begann er, Einladungen für private Führungen in schöner Kalligrafie zu schreiben. „Ich wusste nicht einmal, dass es sich bei einem Kalligrafen um einen Job handelt“, erzählt er. Es ist die persönliche Aufmerksamkeit, die sich in seinen Arbeiten widerspiegelt, die von den Kunden so geschätzt wird und die einen exklusiven Reiz ausmacht. Bald kontaktierte ihn ein Pressebüro und seine glanzvolle Karriere als Kalligraf begann. Im Jahr 2003 eröffnete Nicolas Ouchenir seine Werkstatt in Paris und seitdem hat sein Erfolg keinen Abbruch genommen. Karten und Umschläge für Großveranstaltungen, Illustrationen für Magazine, Sonderprojekte und besonders während der Fashion Week: Eilaufträge für Showeinladungen. Das Telefon hört nicht auf, zu klingeln. Aufträge kommen ohne Unterlass und der Künstler arbeitet Tag und Nacht, um alle Einladungskarten und Umschläge von Hand in verschiedenen Schreibstilen fertig zu bekommen.

Haute Couture und Know-How (1): Die Kalligrafie von Nicolas Ouchenir

Personalisierte Schriften

Das Wort „Kalligrafie“ ist eine Signatur im stärksten Sinne. Es hat mehr als eine Dimension, es geht um eine künstlerische Richtung ", betont Ouchenir. Tatsächlich ist das Handgeschriebene, wie die Mode, selten und exklusiv und weckt Begehren. Also sind die Buchstaben für Berluti einfach, männlich und ohne Serifen. Für Versace dagegen sind sie alle dick und fein gezeichnet im Rokoko-Stil. Während für das Modehaus Maison Margiela der Stil sehr Englisch ist. Es geht um maßgeschneiderte Kalligrafie, die im Einklang mit der Natur jeder Marke steht.

Auf dem Papier verwendet Nicolas Ouchenir alle möglichen Werkzeuge. Borsten, Pferdehaar, Gabeln, in Tinte getauchtes Glas oder sogar kleine Stücke gerollten Papiers (eines seiner Erkennungsmerkmale). Er liebt Tinten und Marker, aber er kann bei Bedarf auch den silbernen Stift eines Kindes verwenden.

In einer Zeit, in der alles, oder fast alles, digital geworden ist, mag die Arbeit von Nicolas Ouchenir veraltet erscheinen. Das spielt aber keine Rolle. Der Kalligraf erfindet sich ständig neu und arbeitet mit zahlreichen Magazinen für Verlagsprojekte zusammen, insbesondere mit Mode-, Luxus- und Beauty-Marken, die nach Exklusivität suchen (Promod, Darphin, Colette, Montblanc). Schreiben ist noch lange nicht tot.

Der zweite Teil dieser Serie erscheint bald, halten Sie danach Ausschau: Die Falten des Atelier Lognon.

Dieser Artikel wurde zuvor auf FashionUnited.fr veröffentlicht. Übersetzung und Bearbeitung: Barbara Russ

Fotos : ©Atelier Nicolas Ouchenir