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Studentin finanziert „Gucci-Universität“ per Crowdfunding

Derzeit macht die niederländische Studentin Elisa van Barneveld von sich reden, denn sie hat ein ganz besonderes Dilemma: Auf der einen Seite ist sie überglücklich, weil sie für den Fashion Retail-Masterstudiengang an der Polimoda Universität in Florenz angenommen wurde; auf der anderen Seite macht sie sich Sorgen, weil sie die Studiengebühren von 26.000 Euro nicht aufbringen kann. Aber van Barneveld lässt sich von ihrem Traum nicht abbringen und hat eine Crowdfunding-Kampagne gestartet.

„Leute, mein Traum wird bald wahr - ich wurde an der italienischen Polimoda Universität angenommen, um einen Fashion-Master in Zusammenarbeit mit Gucci zu machen - ja - Gucci!!! Die Studiengebühren sind jedoch sehr hoch, also habe ich ein 'Go fund me'-Konto angelegt. Ich suche 4.000 Leute, die in den nächsten drei Monaten bereit sind, 5 Euro zu spenden“, erklärt die 24-Jährige auf der Go fund me-Seite.

Die Idee stammt jedoch von ihrem Vater, der ihr auch riet, sich für den Masterstudiengang zu bewerben. „Starte eine Aktion und wer weiß, vielleicht wird sie aufgegriffen und du hast Erfolg“, erinnert sich van Barneveld laut RTL Niews.

Der begeisterte Gucci-Fan hat sich auch für Stipendien beworben, ist sich aber nicht sicher, ob sie eines erhalten wird, bevor die Studiengebühren fällig sind, daher die Crowdfunding-Idee. Zudem arbeitet sie neben ihrem Praktikum am Amsterdam Fashion Institute (AMFI) an Abenden und Wochenenden, insgesamt sechs Tage die Woche, um selbst bis zum Stichtag im Januar 2018 möglichst viel Geld beisteuern zu können.

Sollte die Crowdfunding-Kampagne, die bis jetzt 4.300 Euro erbracht hat, trotz aller Anstrengungen nicht die gewünschte Summe erbringen, wird van Barneveld das gesammelte Geld entweder an alle Teilnehmer zurückgeben oder es für einen guten Zweck spenden. „Chime for Change ist Guccis wohltätige Organisation, die sich für die Rechte von Frauen einsetzt. Ich glaube, es ist gut, wenn das Geld hier hingeht“, sagt van Barneveld.

Foto: Elisa van Barneveld via Go fund me
Jil Sander entspricht nicht der heutigen Modeindustrie 'oder aber ist wegweisend' INTERVIEW

Zur ersten Einzel-Ausstellung der deutschen Modemacherin Jil Sander im Museum Angewandte Kunst sprach FashionUnited mit Direktor und Kurator Matthias Wagner K. Er erzählt davon, wie es war mit der Designerin zusammenzuarbeiten und erklärt, warum ihre Kleidung gar nicht mehr der heutigen Modeindustrie entspricht, oder aber gerade deswegen wegweisend ist.

Können Sie uns verraten, warum Sie die Ausstellung gerade jetzt kuratiert haben?

Ach, ich hätte sie schon gerne vorher kuratiert. Ich bin jetzt fünf Jahre Direktor dieses Museums. Ganz am Anfang schon stand sie für mich ganz oben auf der Liste. Es brauchte aber Zeit, um mit ihr in Kontakt zu kommen. Wobei ich nicht ganz verstehe, warum eigentlich es grundsätzlich noch nicht vorher eine Ausstellung zum Werk und Schaffen von Jil Sander gegeben hat. Ich halte sie wirklich für eine der wichtigsten Modedesignerinnen und -designer ihrer Generation, weil sie in Bezug auf Formgebung ...

In der Modegeschichte gab es viele bekannte männliche Designer, wenige Frauen. Als eine der bedeutendsten, die die Frauen vom Korsett befreit hat, gilt Coco Chanel. Wie würden Sie Jil Sander hier sehen?

Wenn Sie mich auf Coco Chanel ansprechen, dann ist diese Mode doch schon sehr klassisch, wohingegen Jil Sander immer modern war und für die moderne Frau gearbeitet hat, mit ihrer Kleidung Schutz geben wollte - auch gerade im Berufsleben. Es gibt nur wenige große Modedesignerinnen. Kawakubo würde ich dazu zählen mit Comme des Garcons und Barbara I Gongini von den Faroer Inseln, die in Kopenhagen ihr Label hat. Und dann wird die Luft schon ganz schön dünn.

Was war Ihnen hier bei der Ausstellung ganz besonders wichtig?

Mir war wichtig – und deswegen lautet ja auch der Titel der Ausstellung "Jil Sander. Präsens" –, dass es nicht eine Retrospektive im Sinne einer Chronologie wird, sondern dass mit einem heutigen Blick auf ihr Werk ihre Zeitlosigkeit zum Tragen kommt. Dass etwas völlig Neues entsteht aus dem Material, was sie aus ihrem Archiv zur Verfügung gestellt hat. Wir beleuchten eben nicht nur Mode,...

Jil Sander entspricht nicht der heutigen Modeindustrie 'oder aber ist wegweisend'

Warum ist es wichtig für die moderne Frau, dass Jil Sander das Dekor weglässt?

Weil ich denke, dass es die natürliche Person, das Individuum eigentlich eher verstellt. Es schafft sehr schnell eine Maskerade. Bei ihr spielen die Geschlechter keine Rolle, ganz im Gegenteil, sie wendet sich ja gegen eine ganz festgefahrene Geschlechterrolle. Damit hat sie Frauen so etwas wie Schutz gegeben, um auf Augenhöhe mit dem männlichen Gegenüber in einer Arbeitswelt bestehen zu können.

Das Thema Gender ist heute immer noch sehr aktuell, aber die Schlichtheit für die Jil Sander so bekannt ist, bewirkt noch weit mehr, oder?

Auch wenn das Äußere so puristisch ist, findet sich ja trotzdem eine große Opulenz bei ihr, die sich in den Schnitten und im exzellenten Material festmacht. Das ist eben an dieser Stelle nie Fast-Fashion, es ist immer hochwertigst produziert, in vielen unterschiedlichen Manufakturen. Sie war auf der ganzen Welt unterwegs um entsprechende Materialien zu finden, hat sehr vieles mit ihrer erfinderischen Begabung neu entwickelt. Ich selbst trage gerade einen Jil-Sander-Anzug vom Ende der neunziger Jahre. Er sitzt immer noch perfekt, er hat immer noch seine Form und das hat etwas mit Langlebigkeit zu tun, ist im Grunde etwas das der heutigen Modeindustrie gar nicht mehr entspricht. Oder aber wegweisend ist.

Und deshalb auch Präsens?

"Und deshalb auch Präsens, ja.

Jil Sander entspricht nicht der heutigen Modeindustrie 'oder aber ist wegweisend'

Was war das Besondere daran mit ihr zusammenzuarbeiten?

Es gibt eine Messlatte beim Arbeiten: Bei 95 Prozent ist man schon sehr weit, aber diese letzten fünf Prozent, die es auf den Punkt bringen, dieses Überhaupt-nicht-Aufhören, bevor nicht alles sitzt, das macht Jil Sander aus. Und das betrifft dann nicht nur das einzelne Kleidungsstück. Das betrifft in so einer Ausstellung die Architektur, den Text, die Beleuchtung. Im Grunde genommen das, was dann ein Gesamtwerk ausmacht. Sie hat es immer geschafft, dass sich andere dann genauso einsetzen. Sie hat anderthalb Jahre überhaupt keine Zeit mehr für etwas anderes gehabt... Und durch ihre Präsenz im Präsens ist ein ästhetisches Werk entstanden.

Wie haben Sie Frau Sander dazu bekommen gerade hier mit Ihnen in Frankfurt im Museum Angewandte Kunst zusammenzuarbeiten? Es war ja nicht so, dass sie nie Angebote dieser Art hatte.

Es gab viele Angebote, vom Victoria and Albert Museum und natürlich aus Hamburg. Ich glaube, hier sprach einerseits unsere Konzeption dafür, immer thematisch im Kontext, mit sehr zeitgenössischen Fragestellungen. Und das andere war natürlich, dass diese Architektur von Richard Meier in seiner Modernität hervorragend zu Jil Sander passt.

Eine Frage für das Museum zum Schluss. Was schwebt Ihnen in der Zukunft noch an Ausstellungen rund um Mode vor?

Wir bereiten in Zusammenarbeit mit den Fine Arts Museums in San Francisco eine sehr, sehr große Ausstellung zur Mode im Islam vor. Wir bereiten eine Ausstellung über Norwegen vor, Ehrengast der Frankfurter Buchmesse und ein spannendes Land, auch was Modedesign anbelangt. Wir haben große Pläne und Mode wird immer dabei sein. Ich bereite eine Ausstellung über Barbara I Gongini für 2020 vor. Die Ideenbücher sind gefüllt.

FashionUnited hat die Jil Sander Ausstellung besucht und Eindrücke in Bild und Ton hier festgehalten.

Foto 1: Matthias Wagner K steht in seinem Anzug von Jil Sander im Frankfurter Büro/FashionUnited
Foto 2: Jil Sander Flagship Store London, 2002 © Paul Warchol
Foto 3: Jil Sander Ausstellung/ FashionUnited

Met stellt Mode und katholische Fantasien in New York aus

"Mode und katholische Fantasie" - dieser Kombination widmet sich 2018 eine Ausstellung in New York. Die Schau «Heavenly Bodies: Fashion and the Catholic Imagination» werde mehr als 50 Mode-und Schmuckobjekte aus dem Vatikan und mehr als 150 Kleidungsstücke aus den vergangenen 100 Jahren zeigen, teilte das Metropolitan Museum am Mittwoch mit.

Die Schau soll vom 10. Mai bis zum 8. Oktober zu sehen sein. Eröffnet werden soll sie mit der alljährlichen «Costume Institute Benefit»-Gala, die «Vogue»-Chefin Anna Wintour gemeinsam mit Rihanna, Donatella Versace und Amal Clooney organisiert.

Die Gala «Met Ball», die oft als «Party des Jahres» bezeichnet wird und zu der zahlreiche Stars kommen, ist eine alljährliche Spendenveranstaltung für das Kostüm-Institut des Metropolitan Museums. Die auf mehrere Millionen Dollar geschätzten Einnahmen des Fests gehen komplett an das Kostüm-Institut und bilden dessen Jahresbudget.

Die Kleiderordnung orientiert sich jeweils am Thema der mit dem Fest eröffneten Mode-Ausstellung. In diesem Jahr hatte die Schau die japanische Designerin Rei Kawakubo geehrt, Stars wie Kim Kardashian, Madonna, Katy Perry, Celine Dion und Naomi Campbell hatten sie beim «Met Ball» gefeiert. (dpa)

Fotos: Bild 1 (links): El Greco, Cardinal Fernando Niño de Guevara (1541–1609), ca. 1600, oil on canvas; The Metropolitan Museum of Art, H. O. Havemeyer Collection, Bequest of Mrs. H. O. Havemeyer, 1929 (29.100.5); Image © Metropolitan Museum of Art

Bild 2 (rechts): Evening Coat, Cristobal Balenciaga for House of Balenciaga, autumn/winter 1954–55; The Metropolitan Museum of Art, Gift of Mrs. Bryon C. Foy, 1957 (C.I.57.29.8); Image courtesy of The Metropolitan Museum of Art, Digital Composite Scan by Katerina Jebb.

Jil Sander zeigt sich zeitlos in Frankfurt

INTERAKTIVDie weltweit erste Ausstellung der deutschen Designerin ist seit dem vergangenen Wochenende in Frankfurt zu sehen. Jil Sander arbeitete eineinhalb Jahre an ihrer Ausstellung für das Museum Angewandte Kunst, die nicht bloß Retrospektive sein will. Aus Mode, Licht und Klang kreiert sie ein neues Werk, das sich puristisch nahtlos in den Museumsbau von Richard Meier einfügt.

Über 3.000 Besucher waren seit Eröffnung bereits der Ausstellung. In verschiedene Bereiche wie Laufsteg, Kollektion und Architektur gegliedert, entfaltet sich auf 3000 Quadratmetern das facettenreiche Gesamtwerk einer der einflussreichsten Modedesigner ihrer Generation.

Atelier

Jil Sander zeigt sich zeitlos in Frankfurt

Jil Sanders intensive Beschäftigung mit dem Material von der Recherche bis zur Entwicklung von neuen Stoffen zeigt sich im “Atelier”. Sie befreit die Frauen von der Vergänglichkeit des Dekors, indem sie zartes Kaschmir und andere dezente Stofftöne zu ihren schlichten Designs zusammensetzt, die ihre Träger schützen soll.

“Wenn sich in meiner langen Designerfahrung so etwas wie eine Handschrift ergeben hat, dann liegt sie in den Schnittmustern. Sie sind meine Formeln, die ich immer wieder perfektioniere und vor allem neu entwerfe. Was am Ende einfach und evident aussieht, ist die Frucht langen Experimentierens.”

Jil Sander

Accessoires

Jil Sander zeigt sich zeitlos in Frankfurt

Dekaden nach der ersten Präsentation von Jil Sanders Kleidern, Mäntel und Schuhen wirken diese noch immer aktuell und tragbar. Ihre Ausstellung heißt "Präsens" - weil sie ein neues Gesamtwerk im Hier und Jetzt zeigt und wie zeitlos ihre Entwürfe gegenwärtig sind.

Kollektion

Backstage

Jil Sander zeigt sich zeitlos in Frankfurt

Laufsteg

“Die Modenschau ist der magische Raum des ersten Eindrucks. Mode wird existent, weil sie als Mode präsentiert wird.”

Wandtext zur Ausstellung
Jil Sander zeigt sich zeitlos in Frankfurt

Architektur

Jil Sander setzt mit der Eröffnung ihres Flagship-Stores in der Pariser Avenue Montaigne Nr. 50 einen Maßstab in der Modewelt. Der Einsatz von Licht, das hinter spitz zulaufenden “Flying Walls” diffus ausscheint, ist Teil ihres Wirkens im architektonischen Bereich, das auch Gartenkunst umfasste.

Jil Sander zeigt sich zeitlos in Frankfurt

“Man braucht Sensibilität für die architektonischen Gegebenheiten, und man muss der Versuchung widerstehen, jede Leere zu füllen.”

Jil Sander

Mode und Kunst

Die deutsche Designerin setzte sich auch mit Gegenwartskunst auseinander. So nutzt sie für die Frühjahr-Sommer Kollektion 2014 Motive des italienischen Künstlers Alighiero Boetti.

Jil Sander zeigt sich zeitlos in Frankfurt

Kampagne

“Mit Fotografen wie Irving Penn, Peter Lindbergh, Nick Knight…, schafft Jil Sander traditionelle Vorurteile über die Geschlechter beseite, bis nur das suchende, immens lebendige und völlig gegenwärtige Individuum übrig bleibt.”

Wandtext zur Ausstellung

Jil Sander x Richard Meier

Der Stil des Museum-Gebäudes von Architekt Richard Meier war laut Direktor Matthias Wagner K, einer der Gründe für Jil Sander ihre Ausstellung in dem Museum Angewandte Kunst zu zeigen.

Jil Sander zeigt sich zeitlos in Frankfurt Foto: FashionUnited
Olivier Theyskens: Comeback und Ausstellung in Antwerpen

Vor einem Jahr feierte der belgische Modedesigner Olivier Theyskens sein Comeback mit seinem gleichnamigen Label. Nachdem die Marke etwa 15 Jahre lang vom Radar verschwunden war, brachte der Designer sie nun zurück. Alle Augen sind nun auf ihn gerichtet, auch deshalb, weil ihm, nur zwölf Monate nach dem Revival seiner Marke, eine Ausstellung im ModeMuseum von Antwerpen gewidmet wird. FashionUnited sprach mit dem Designer über das vergangene Jahr, die Ausstellung sowie über seine Sichtweise auf gutes Design und die Zukunft. „Es war ein exzellentes Jahr“, sagt der Designer.

„Ich wollte dieses Projekt schon seit langer Zeit angehen“, erklärt Theyskens im Hinblick auf das will Revival seines Labels. Ich habe es immer weiter verschoben, weil ich in andere Projekte involviert war und dachte: ‚Ich mache das später‘.“ Theyskens arbeitete früher als Kreativdirektor bei Rochas und Nina Ricci, sowie bei dem Contemporary Label Theory. „Nach einer Weile habe ich realisiert, dass ich das als eine Priorität ansehen muss, sonst würde ich es nie tun.“ Vor drei Jahren setzte er sein eigenes Label an die Spitze seiner Prioritätenliste und arbeitete im Geheimen zwei Jahre lang an seinem Comeback. Mittlerweile präsentiert er bereits seine dritte Kollektion seit seiner Rückkehr. Ich hatte die Möglichkeit, einen ganz frischen Blick darauf zu werfen, was ich tue, mit wem ich arbeite und wie ich arbeite.“

Olivier Theyskens: Comeback und Ausstellung in Antwerpen

Olivier Theyskens: „Ich möchte mit meinem Label wachsen und Dinge verändern“

Zum Zeitpunkt seiner ersten Kollektions-Präsentation im vergangenen September gab der Designer an, er wollte nicht „zu schnell zu groß“ werden. Dabei stellt sich die Frage, wie jemand mit einem so großen Namen und seiner Erfahrung dies bewerkstelligen soll. Theyskens ist jedoch davon überzeugt, dass es möglich ist: „Es ist eine kluge Strategie für mich. „Ich möchte mit meinem Label wachsen und Dinge Schritt für Schritt verändern. Wir stehen noch ganz am Anfang und diese Kollektionen sind fundamental für die Marke.“

Nachdem er für mehrere Modehäuser gearbeitet hat, denkt er, dass es keine große Veränderung sein wird, für sein eigenes Label zu arbeiten. „Es ist dem, was ich für die anderen Modehäuser gemacht habe, sehr ähnlich. Ich präsentiere immer noch Kollektionen, ich zeichne, ich bin am Designprozess beteiligt.“ Er hat bei Rochas, Nina Ricci und Theory viel gelernt - Wissen, das er nun für sein eigenes Label anwendet. Er hat vor allem gelernt, wie wichtig Teamwork ist, aber auch, wie man effizient arbeitet, wenn Deadlines nahen. „Darüber hinaus ist es wichtig, dass jeder sich inspiriert fühlt und enthusiastisch ist, dich auf dieser Reise zu begleiten.“

Es ist klar, dass sich in den vergangenen Jahren viel für ihn verändert hat. Nicht nur, dass er an verschiedenen Orten gearbeitet hat, seine eigenen Designs haben sich ebenfalls weiter entwickelt. „Es ist nicht vergleichbar“, sagt der Designer über seine Arbeiten. „All meine Erfahrungen fließen in meine Designs ein. Ich habe Dinge gelernt, angefangen, verschiedene Werte zu schätzen und ich weiß, welche Dinge ich gestalterisch mag.“ Während seiner Zeit bei Rochas und Nina Ricci bezog er sich auf verschiedene historische Referenzen in seinen Kollektionen. Egal, was sich bei seinen Vorlieben und seiner Inspiration verändert hat, er ist sich sicher, dass er immer das Beste gibt, so gut er kann.

Olivier Theyskens: Comeback und Ausstellung in Antwerpen

Olivier Theyskens: „Meine Arbeit ist eine Form von Schönheit“

In der neuen Ausstellung ‚Olivier Theyskens - She Walks in Beauty’ ist seine kreative Entwicklung klar zu erkennen. Der Designer ist glücklich, alle seine Kollektionen zusammen zu sehen und enthusiastisch, dass andere eine Chance haben, eine neue Seite seiner Arbeit kennenzulernen. Ein Lieblingsstück auszuwählen, fällt ihm schwer: „Sie sind wie meine Babys! All diese Kollektionen entstanden zu unterschiedlichen Phasen meines Lebens. Ich verbinde mit allen etwas.“ Nach einem Moment des Nachdenkens erwähnt er schließlich seine erste Kollektion, die wohl sein Favorit ist: „Diese Kollektion war der Ausgangspunkt für mich. Sie hat alles Weitere möglich gemacht. Diese Kollektion half mir, dorthin zu kommen, wo ich heute bin.“

Theyskens ist bekannt für seine romantischen, gothic-inspirierten Entwürfe. Charakteristisch für seine Kollektionen sind Bustiers, gerade-geschnittene Hosen, offen liegende Haken und Ösen sowie Kleider mit Schleppe. Der Belgier kann seinen Stil selbst nicht beschreiben, aber er weiß genau, warum er entwirft: „ Meine Arbeit ist eine Form von Schönheit. Nichts ist schöner und puristischer als eine Frau, die gut aussieht. Davon abgesehen sollte eine Kollektion relevant sein: logisch und schön.“ Deshalb ist es keine große Überraschung, dass die Ausstellung im Modemuseum von Antwerpen ‚She Walks in Beauty’ heißt.

Dennoch war er überrascht, dass ihm das Museum eine Ausstellung widmen wollte. „Zuerst dachte ich, sie wollten, dass ich eine Ausstellung kuratiere. Ich brauchte ein paar Monate, um zu kapieren, dass es um mich gehen sollte“, so Theyskens, der für seine Zurückhaltung bekannt ist. Zusammen mit seinem eigenen Team und dem Team des MoMu, arbeitete er an der Ausstellung.

„Es war furchteinflößend, mich auf meine eigene Karriere zu fokussieren, aber das MoMu wollte einen Designer mit einer vielseitigen Geschichte, der gerade den nächsten Schritt wagt. Eine bessere Motivation als diese gibt es nicht.“

Olivier Theyskens: Comeback und Ausstellung in Antwerpen

Olivier Theyskens: „Ich konzentriere mich darauf, wie ich Frauen zeigen will.“

Er blickt mit Offenheit in die Zukunft: „Ich weiß aus Erfahrung, dass man nie wissen kann, was passieren wird. Dinge können sich schnell verändern.“ Deshalb denkt der Belgier, das es wichtig ist, im Hier und Jetzt zu leben. „Ich mag es, mir Ziele zu setzen und an diesen Ideen festzuhalten, aber es ist auch wichtig flexibel zu bleiben. Ich designe weiterhin und fokussiere mich darauf, wie ich Frauen zeigen will. Eine schöne und relevante Frau - es gibt nichts besseres.“

Frankfurt: Jil Sander Ausstellung öffnet am Wochenende

Das Frankfurter Museum für Angewandte Kunst zeigt vom kommenden Wochenende an eine umfangreiche Ausstellung über die Modedesignerin Jil Sander, die erste ihrer Art weltweit, wie Museumsdirektor Matthias Wagner K betont.

Die Schau mit dem Titel „Präsens“, die am Freitag eröffnet wird, soll bis zum Mai 2018 zu sehen sein und sich ganz der Ästhetik der Modedesignerin widmen. „Ihr Purismus veränderte die Vorstellung von Schönheit“, so Wagner. Ihre Gestaltungsprinzipien seien „Harmonie, Understatement und dynamische Eleganz“.

Laut Wagner habe man in der Ausstellung bewusst keine chronologische Abfolge ihrer Karriere und nicht die Geschichte ihres Unternehmens erzählen wollen. Die Ausstellung, die sich über zwei Stockwerke erstreckt, ist stattdessen in Themen wie Laufsteg, Modefotografie, Material oder Silhouette gegliedert.

Foto: Jil Sander / Museum für Angewandte Kunst

Nach rund vierjähriger Bauzeit hat in Marrakesch das Yves-Saint-Laurent-Museum offiziell seine Türen geöffnet. Auf 4000 Quadratmetern werden die schönsten Haute-Couture-Kreationen des französischen Modeschöpfers gezeigt. Die Kosten des Baus werden auf etwa 15 Millionen Euro beziffert. Das Museum liegt neben dem berühmten Garten Jardin Majorelle, den Yves Saint Laurent 1980 erworben hat. Eingeweiht wurde das «mYSLm» am vergangenen Samstag von Prinzessin Lalla Salma, der Ehefrau des marokkanischen Königs Mohammed VI.

Neben der Dauerausstellung, die mit Luxuskleidern aus der umfangreichen Sammlung des Designers bespielt wird, werden auch Sonderausstellungen präsentiert. Die Eröffnungswerkschau ist dem französischen Maler Jacques Majorelle gewidmet, dessen Garten und Anwesen Yves Saint Laurent jahrelang renoviert hatte. Das Museum ist eine Initiative des vor wenigen Wochen verstorbenen Geschäftsmanns Pierre Bergé. Er war der Lebensgefährte und Manager des Designers.

Der Bau aus rotem Ziegelstein und rosafarbenem Granit wurde von den französischen Architekten Olivier Marty und Karl Fournier entworfen. In dem Museum befindet sich zudem ein Auditorium und eine Bibliothek, denn die Einrichtung will nicht nur ein Modetempel sein, sondern auch ein Kulturzentrum. (DPA)

Als Edmund Hillary und Tenzing Norgay im Mai 1953 dem Gipfel des Mount Everest entgegen stapften, waren Fleece und Thermounterwäsche noch gar nicht erfunden. Stattdessen hielten Daunenfedern in den Jacken die beiden Bergsteiger warm. Aber konnten sie ahnen, dass Daunenjacken eines Tages zum Hingucker in den Winterkollektionen von Modedesignern weltweit, oder auch zum Stilsymbol einer Generation von Rapmusikern werden würden?

Ob Berggipfel, Arktis, Tiefsee oder Weltraum: Expeditionen in extreme Verhältnisse erfordern besondere Schutzkleidung. Modedesigner schöpfen seit Jahrzehnten von der ausgefallenen Kluft, die Forscher, Taucher, Astronauten oder eben Bergsteiger bei ihren Einsätzen tragen.

Die Ausstellung «Expedition: Fashion from the Extreme» im New Yorker Fashion Institute of Technology (FIT) zeigt, dass Designer von Jean Paul Gaultier über Chanel bis zu Karl Lagerfeld sich seit den 1960er Jahren von solchen Erkundungsreisen anregen lassen.

Yves Saint Laurent stellte 1968 etwa die «Saharienne»-Kollektion vor, die in khakifarbenen Tunikas an Safaris erinnerte. Auch Ralph Lauren griff diesen Look später auf.

Der zunächst vor allem in Alaska von Inuit-Ureinwohnern getragene Parka fand seinen Weg in die Modewelt, als Kate Moss ihn in den 1990er Jahren trug. Bei der Masse angekommen war er spätestens, als Gitarrist und Sänger Kurt Cobain von der Grunge-Band Nirvana sich im dunkelgrünen Parka zeigte. Entwickelt worden war der «Fishtail»-Parka in seiner modernen Form aber für das US-Militär und dessen Einsatz im Koreakrieg (1950-53).

ie unter anderem von den Bergsteigern Hillary und Norgay populär gemachten Daunenjacken wiederum sind aus Wintermonaten in vielen Städten heute kaum mehr wegzudenken. Eddie Bauer gilt als erster, der sich die puffigen, fluffigen Jacken in den USA patentieren ließ. Der japanische Designer Junya Watanabe war es dann, der das Spiel mit den Daunen für Comme des Garçons mit einfarbigen «Puffer Jackets» in den vergangenen Jahren zur Perfektion trieb. Auch für Tommy Hilfigers poppigen Amerika-Stil gehörte die Daunenjacke fest zum Repertoire, bevor Hiphop-Marken wie Karl Kani, Helly Hansen und Carhartt nachzogen.

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Karl Lagerfeld richtete seinen Blick derweil in die Arktis. Für die «Ready-to-wear»-Kollektion, die Lagerfeld im Herbst 2010 für Chanel auf den Markt brachte, ließ der deutsche Stardesigner in Paris nicht nur Models mit reichlich (falschem) Fell antreten - für die passende Kulisse sorgte Lagerfeld gleich mit, indem er für die Show einen Eisberg aus Skandinavien importieren ließ. Lagerfeld zeigte Tweed-Anzüge, Säume aus Plüsch und zottelige Stiefel. Seine Designs waren nicht weit entfernt von dem, was Arktisforscher Matthew Henson bei seiner (bis heute umstrittenen) Nordpol-Expedition im Jahr 1909 gegen die Kälte getragen haben soll.

Auch die Welt der Meere schien es Lagerfeld angetan zu haben. Die Pailletten auf seiner blauschwarzen, grob gerippten Jacke von 1991 glitzern wie nasses Neopren, auch die Säume ähneln denen der Anzüge von Tauchern und Surfern. «City Surfer» nannte Lagerfeld das Stück und merkte an, es sei «perfekt, um in das Nachtleben von Paris über Rom bis London und New York einzutauchen». Designergrößen wie Jean Paul Gautier, Gianni Versace und Donna Karan stellten in den 1980er und 1990er Jahren ähnliche Outfits im teils synthetischen Taucher-Look vor.

Die Erforschung des Weltalls stellt heute die größte Herausforderung für den Menschen dar, und auch die Modewelt dürfte die Raumfahrt noch eine Weile beschäftigen. Bei der Pariser Fashion Week im März lehnte sich Lagerfeld stilistisch an das Space Age der 1960er an, als er im Grand Palais eine 37 Meter hohe Rakete aufstellen ließ. Chanel hob sprichwörtlich ab, als sich das Unterteil fauchend und funkensprühend in Richtung Glasdach schob. Sollten Menschen eines Tages auf dem Mars landen, scheint eine passende Reaktion der Modewelt bereits vorprogrammiert. (DPA)

Yves Saint Laurent-Museum in Paris: Der Geist von einst

HINTERGRUND - Das Yves Saint Laurent-Museum in Paris ist mehr nur als ein Schaufenster für Luxuskreationen. Es erzählt die Geschichte eines der bedeutendsten Modeschöpfer seiner Zeit.

Carla Bruni, Claudia Schiffer und Laetitia Casta trugen die Luxuskreationen. Nun schmücken sie die Silikon-und Polyester-Mannequins in dem neuen Museum Yves Saint Laurent in Paris. Sie sind Prototypen, so wie fast alle Modelle, die in den umgebauten ehemaligen Ateliers des 2008 verstorbenen Designers zu sehen sind. Zur Eröffnung des Museums hat man nun jene ausgewählt, die den Weltruf des Modeschöpfers begründeten, darunter sein Mondrian-Kleid und sein Damen-Smoking, mit dem sich der Modeschöpfer für die Emanzipation der Frau einsetzte.

Le «Musée Yves Saint Laurent» liegt in der Avenue Marceau zwischen Eiffelturm und der Prachtstraße Champs-Elysées. Frankreichs Kulturministerin Françoise Nyssen hat es im kleinen Kreis und ohne viel Aufsehen am Donnerstag eingeweiht. Denn der Initiator Pierre Bergé, Yves Saint Laurents Geliebter und Manager, ist erst vor wenigen Wochen, am 8. September, gestorben.

Man wollte so diskret wie möglich sein, lautete die Begründung. Auf die VIP-Party für den Abend wurde aber nicht verzichtet, denn in Paris läuft derzeit die Fashion-Week, auf der auch die von Designer Anthony Vaccarello entworfene Saint Laurent Haute-Couture-Kollektion für Frühling/Sommer 2018 präsentiert wurde.

In dem Gebäude, das offiziell am 3. Oktober als Museum eröffnet wird, entwarf Yves Saint Laurent einst zusammen mit 200 Näherinnen und Schneidern seine berühmten Kreationen. Zwischen 1974 und 2002 sind dort tausende von Modellen entstanden. Das Museum könne auf eine etwa 35 000 Werke große Sammlung zurückgreifen, darunter auf über 7 000 Haute-Couture-Silhouetten und 15 000 Accessoires, sagte Aurélie Samuel, die Leiterin der Sammlung.

Einiges in dem Stadthaus im neoklassizistischen Stil erinnert noch an die ursprüngliche Wirkstätte des Modeschöpfers, wie der Ankleidesalon im Erdgeschoss mit seinen Veloursitzen, herrlichen Spiegeln und schweren Stoffvorhängen. Denn man wollte die Seele des Ortes bewahren. «Es war uns wichtig, den Geist des Hauses zu behüten», erklärte Samuel.

Dazu gehört vor allem das Arbeitszimmer von Yves Saint Laurent. Alles wurde so hergerichtet wie zu Lebzeiten des Designers. Und fast alle Möbel stehen im Original da: sein Schreibtisch, auf dem seine Hornbrille liegt, sein Stuhl, auf dem sein weißer Arbeitsmantel liegt.

Auch der Futternapf seines Hundes Moujik, eine französische Bulldogge, wurde nicht vergessen, ebensowenig das von Bernard Buffet gezeichnete Porträt des Designers. Mit dem französischen Maler war Bergé liiert, ehe er Ende der 50er-Jahre Yves Saint Laurent kennenlernte.

Mitte Oktober wird in Marrakesch ein weiteres Yves Saint Laurent-Museum eröffnet, ein rund 4000 Quadratmeter großer Neubau. Gezeigt werden rund 300 Modelle und 1000 Objekte, darunter Zeichnungen und Fotografien, mit denen die Geschichte der Mode illustriert werden soll, so die Leiterin der Sammlung. In der marokkanischen Stadt hatte der Designer einen seiner Wohnsitze. (Von Sabine Glaubitz / DPA)

Foto: Yves Saint Laurent Museum in Paris

Mit dem neuen Yves Saint Laurent-Museum hat Paris einen Touristenmagnet mehr. Das Museum unweit der Champs-Elysées wurde am Donnerstag von der französischen Kulturministerin Françoise Nyssen in kleinem Kreis eingeweiht, wie die zuständige Pressestelle bestätigte. Man habe angesichts des am 8. September verstorbenen Pierre Bergé, Initiator des Museums und Geliebter des Modeschöpfers, diskret sein wollen. Offiziell eröffnet wird der Modetempel am 3. Oktober.

Das Museum befindet sich in den ehemaligen Ateliers des im Jahr 2008 verstorbenen Designers. In dem prächtigen Stadthaus entwarf er zwischen 1974 und 2002 seine berühmten Kreationen. Das Museum wird mit Stücken aus seiner rund 35 000 Werke zählenden Sammlung bespielt, darunter über 7 000 Haute-Couture-Modelle und 15 000 Accessoires. Mitte Oktober wird in Marrakesch ein weiteres Yves Saint Laurent-Museum eröffnet. In der marokkanischen Stadt hatte der Designer einen seiner Wohnsitze. (DPA)