Trotz Online-Konkurrenz: Shopping Center bleiben beliebt

Die Hochphase des allgemeinen Shopping Center Booms scheinen zwar vorbei zu sein, doch das Geschäftsmodell hält sich trotz immer größer werdender Auslastungsprobleme der bereits bestehenden Center hartnäckig am Markt. Glaubt man Investoren und Betreibern, ist der deutsche Markt noch lange nicht gesättigt. Vor allem in den beliebten Innenstadtregionen sehen die Verantwortlichen noch viel Potential.

Vor einiger Zeit war die Errichtung größerer Einkaufszentren in den Innenstadtregionen deutscher Metropolen schwer umsetzbar. Nicht selten fehlte es in den dicht besiedelten Gegenden an geeignetem Bauland, an Genehmigungen, an Raum für Parkplätzen. Zudem stiegen die Preise für Gebäudemieten analog zu den Kaufpreisen für Grundstücke ins Unermessliche, was den Bau und Betrieb von großen Centern stark einschränkte.

Mittlerweile sehen sich viele einst beliebte Shopping-Gegenden einer neuen Entwicklung ausgesetzt: dem Abschwung. Durch Onlinehandel und Flagship- oder Outlet-Stores großer Marken ist der stationäre Einzelhandel gehörig unter Druck geraten, und viele Geschäfte müssen aufgeben. Die so frei werdenden Ladenflächen, vor allem beim Modehandel, werden derzeit zwar hauptsächlich durch gastronomische Konzepte ersetzt, doch auch damit dürfte irgendwann Schluss sein. Schließlich reihen sich bereits jetzt in mancher Fußgängerzone Würstchenbuden, Burgerläden und Pasta-Ketten aneinander.

Bundesweit 29 Neueröffnungen geplant

Eine Entwicklung, die den Shopping Centern neuen Auftrieb geben könnte. Schließlich sinken mit dem Rückzug der Händler auch Mieten und Grundstückspreise, und so mancher Stadtentwickler ist froh, eine Shopping Mall neben dem Rathaus stehen zu haben. Das ist schließlich immer noch besser als ein verwaistes Gebäudeareal, das mit der Zeit immer mehr zur verwahrlosten No-Go Area wird.

Laut einer aktuelle Studie des EHI Retail Instituts, erfährt das Center-Geschäft derzeit einen neuen Frühling. Das fast schon abgeschriebene Geschäftsmodell erlebt eine Renaissance, vor allem in Nordrhein-Westfalen. Mit aktuell 82 Shopping Centern liegt das Land bei der Center-Dichte bereits jetzt klar an der Spitze aller Bundesländer. Trotzdem sehen Experten noch immer viel Potential in der bevölkerungsreichsten Region der Bundesrepublik. Vier neue Malls sind hier aktuell geplant.

Eine weitere Boom-Region ist Bayern, das aktuell 52 Center ausweist. Hier sollen in Kürze sogar acht neue Mall-Standorte in Betrieb genommen werden. Baden-Württemberg, das über 46 Center verfügt, will sieben weitere bauen. Und auch in Berlin, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz (je zwei) sowie Brandenburg, Hamburg, Saarland und Schleswig-Holstein ( je einer) sind neue Zentren geplant.

Insgesamt stehen so aktuell bundesweit 29 neue Shopping Center vor der Eröffnung. Experten erwarten, dass in den kommenden Jahren weitere folgen werden.

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