China: Tmall will zum Bestandteil der Produktentwicklung werden

Chinas Online-Riese Alibaba hat gemeinsam mit der Shanghai Fashion Week demonstriert, wie das Mode-Shopping der Zukunft aussehen kann. Neue Technologien sollen die Vernetzung zwischen Konsument, Händler und Marke noch enger machen.

Virtuelle Laufstege

Vom 10. bis 17. Oktober fand in Chinas wichtigster Mode-Metropole die Shanghai Fashion Week statt. Eine gute Gelegenheit für Chinas führenden Onlinehändler Alibaba zu zeigen, wie solche Events besser für Handel und Konsumenten nutzbar gemacht werden können.

Über den B2C Onlineshop Tmall lud das Unternehmen die vier chinesischen Modemarken Me&City, IMMI, Banxiaoxue und Zhangshuai ein, eine neue Technologie zu implementieren. Anhand der Designmuster der Marken konnte die Tmall Software visualisieren, wie ein Kleidungsstück in Bewegung fällt oder zu verschiedenen Körpertypen passt. Die Nutzer konnten die virtuellen Looks sowie die live übertragenen Fashion Week-Shows in den Apps Mobile Taobao und Tmall während der gesamten Veranstaltung sehen.

Damit will Tmall auch jungen Designern, die sich keine „echte“ Runway Show leisten können, mehr Präsenz ermöglichen, so Tmall Fashion Vice President Anita Lyu in einem Interview auf unternehmenseigenen Blog Alizila.

Heatmaps messen Besucherfrequenz jeder Brand

Der Virtual Runway war nur eine neue Technologie von vielen. Zum Paket gehörte auch ein „Showroom-Roboter“, mit denen Käufer Produkte näher betrachten, mit Designern sprechen und Bestellungen in Echtzeit aufgeben konnten. Die Tmall-Technologie lieferte auch Fußgänger-Heatmaps über Dutzende von Showrooms, die analysierten, welche Marken, Artikel, Kleidungsstile, Farben und Stoffe die größte Aufmerksamkeit erregt haben.

Customizing Runway Looks

Beim Betrachten der virtuellen Show konnten die Benutzer auf jedes Kleidungsstück tippen, um es detaillieret in 360 Grad zu sehen. Sie konnten zudem die Körpermaße ändern - von Größe und Gewicht über Brust, Taille und Hüfte - und sehen, wie Outfits an einem virtuellen Modell aussehen. Und sie konnten eine "Stretchkarte" öffnen, um zu zeigen, wo das Kleidungsstück wohl zu eng sitzen würde.

Tmall will Teil der Produktentwicklung werden

Gemäß der Alibaba-Strategie des „New manufactoring“ und nach Angaben von Tmall soll die 3D-Modellierungslösung in naher Zukunft für Bekleidungsmarken zur Verfügung gestellt wertden. Wenn alle Eigenschaften eines Stoffes bekannt sind - einschließlich Farbe, und wie der Stoff auf verschiedene Kompressions-, Reibungs- und Beleuchtungsstärken reagiert -, würde jedes Kleidungsstück in nur fünf Minuten bis zu einer Stunde virtuell nachgebildet werden können. Das heißt: Tmall will seinen Modeanbietern Tools an die Hand geben, mit denen Designer direkt ihre virtuellen Muster auf Tmall erstellen können. „Die Werkzeuge werden den Händlern helfen, Zeit und Geld zu sparen und die im Produktentwicklungszyklus anfallenden Kosten um bis zu 80 Prozent zu senken, einschließlich Mustererstellung und Prototyping, Materialbeschaffung und Produktion“, so das Unternehmen auf dem Blog.

So lange der neue Service noch in der Entwicklungsphase steckt, könnten die durch die interaktive Technologie gewonnenen Erkenntnisse dazu beitragen, dass Marken die Verbraucher ansprechen, sie besser kennenlernen um die Marktnachfrage genauer zu prognostizieren und die konsumentenorientierte Fertigung in Zukunft aufzubauen.

Foto & Video: Alizila.com

 

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