Uniqlo-Mutter Fast Retailing hofft nach Krisenjahr auf kräftige Zuwächse

Der japanische Handelskonzern Fast Retailing Co. Ltd. hat das Geschäftsjahr 2019/20 aufgrund der Covid-19-Pandemie mit hohen Einbußen beim Umsatz und Ergebnis abgeschlossen. Das geht aus einem aktuellen Bericht hervor, den die Muttergesellschaft der Bekleidungskette Uniqlo am Donnerstag vorlegte. Für das laufende Jahr peilt der Einzelhändler aber wieder kräftige Zuwächse an – sofern sich die globale Gesundheitskrise nicht weiter verschärft.

Im vergangenen Geschäftsjahr, das am 31. August endete, belief sich der Konzernumsatz von Fast Retailing auf 2,01 Billionen Japanische Yen (16,3 Milliarden Euro). Damit verfehlte er das Vorjahresniveau um 12,3 Prozent. Das Unternehmen begründete den Rückgang mit hohen Umsatzeinbußen im zweiten Halbjahr, in dem wegen der Corona-Krise viele Filialen wochenlang geschlossen werden mussten und die Kundenfrequenzen in den geöffneten Häusern deutlich gefallen waren.

Europa-Geschäft von Uniqlo von den Corona-Folgen „hart getroffen“.

Empfindlich betroffen waren die Geschäfte der Bekleidungskette Uniqlo: In Japan sank der Umsatz im Jahresvergleich um 7,6 Prozent auf 806,8 Milliarden Japanische Yen, im Ausland schrumpfte er sogar um 17,7 Prozent auf 843,9 Milliarden Japanische Yen. In allen Regionen machte sich die Krise negativ bemerkbar. So sanken die Erlöse von Uniqlo in Großchina, dem wichtigsten Auslandsmarkt des Bekleidungsanbieters, um 9,3 Prozent auf 455,9 Milliarden Japanische Yen. Auch die Geschäfte in Europa wurden nach Angaben des Unternehmens „hart getroffen“. Die wochenlangen Ladenschließungen und aufgrund von Reisebeschränkungen ausbleibende Touristen hätten in der Region für einen Umsatzrückgang und operative Verluste gesorgt, erklärte Fast Retailing, ohne genaue Zahlen zu nennen.

Für einen Lichtblick sorgte die Konzernmarke GU, deren Erlöse um 3,1 Prozent auf 246,0 Milliarden Japanische Yen stiegen. Die kleineren Labels, darunter Comptoir des Cotonniers, Princesse Tam.Tam und J Brand, kamen zusammen allerdings nur auf einen Jahresumsatz in Höhe von 109,6 Milliarden Japanischen Yen, was einem Rückgang um 26,9 Prozent entsprach.

Neben den massiven Umsatzeinbußen belasteten krisenbedingte Wertberichtigungen in Höhe von 23,0 Milliarden Japanischen Yen das Ergebnis. So sank der operative Gewinn des Konzerns im Jahresvergleich um 42,0 Prozent auf 149,3 Milliarden Japanische Yen. Der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn schrumpfte um 44,4 Prozent auf 90,4 Milliarden Japanische Yen (732,6 Millionen Euro).

Im laufenden Jahr soll der Konzerngewinn wieder deutlich steigen

Im laufenden Geschäftsjahr will Fast Retailing auf den Wachstumskurs zurückkehren. Zwar rechnet das Management für die erste Jahreshälfte aufgrund weiterhin bestehender Reisebeschränkungen noch mit einem Umsatzrückgang, im gesamten Geschäftsjahr sollen die Erlöse aber um 9,5 Prozent auf 2,2 Billionen Japanische Yen gesteigert werden. Auch beim Gewinn soll es nach dem Einbruch im vergangenen Jahr wieder aufwärts gehen. Prognostiziert wird ein Anstieg des Betriebsergebnisses um 64,0 Prozent auf 245,0 Milliarden Yen. Der auf die Anteilseigner entfallende Jahresüberschuss soll sogar um 82,6 Prozent auf 165,0 Milliarden Japanische Yen verbessert werden.

Grundlage der Prognosen sei aber, dass die Covid-19-Pandemie im Laufe des ersten Halbjahres 2020/21 „unter Kontrolle gebracht“ werde, erklärte der Konzern. Sollten die Infektionszahlen wieder stark ansteigen und der Betrieb der Läden eingeschränkt werden, könnten die Voraussagen revidiert werden.

Foto: Fast Retailing Co. Ltd.
 

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