Das vor gut einem Jahr ins Leben gerufene Bündnis für nachhaltige Textilien, das die Kraft und Expertise seiner Mitglieder bündeln will, um soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der Textil- und Bekleidungslieferkette zu erreichen, wurde jetzt in Vietnam eingeführt, dem ersten Zielland.

Bei einem Treffen in der Deutschen Botschaft in Hanoi am letzten Montag, dem 26. November 2015, sagte Hans-Jörg Brunner, stellvertretender Botschafter, Ziel sei es, Informationen über die bahnbrechende Arbeit des Textilbündnisses bereit zu stellen, so dass interessierte vietnamesische Firmen sich daran beteiligen können.

Dies ist Teil des zuvor bekannt gegeben Hauptanliegens des Bündnisses, ein Konsortium von Produktionsstätten in den wichtigsten Produktionsländern der Textil- und Bekleidungsindustrie wie Bangladesch, Kambodscha, China, Pakistan und Vietnam aufzubauen.

Das Bündnis für nachhaltige Textilien wurde am 16. Oktober 2014 auf Initiative vom Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller, ins Leben gerufen. Das Textilbündnis zielt darauf ab, gemeinsame Herausforderungen effektiver zu lösen, Synergien in gemeinsamen Projekten vor Ort zu nutzen, voneinander zu lernen und so Rahmenbedingungen in den Produktionsländern zu verbessern, besonders in den Bereichen Sicherheit, bessere Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen, Löhne am Existenzminimum und einer Reduzierung des Gebrauchs gefährlicher Chemikalien.

Nach nur einem Jahr hat sich die Zahl der Mitglieder der Multi-Stakeholder-Initiative verfünffacht: Zu ihr zählen nun die Hälfte aller wichtigen Einzelhändler und Bekleidungsunternehmen in Deutschland, darunter die Otto Group, C&A, Aldi, Lidl, Kik, Adidas, Puma, Hugo Boss, Rewe und Tchibo sowie Vertretern der Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Standardorganisationen und Gewerkschaften.

Im Herbst dieses Jahres begann die stufenweise Umsetzung des Aktionsplans des Bündnisses, der die Textil- und Bekleidungsproduktion besonders in den asiatischen Ländern nachhaltiger und ethischer machen soll. Vietnam ist der erste Zielmarkt des Textilbündnisses.

"Durch langfristige Kollaborationen in Vietnam kann das Bündnis seine Ziele, die auf den besten Praktiken bestehen, verwirklichen, sowie durch ein im Land und in der Region etabliertes Netzwerk," hieß es in einer Mitteilung.

Vietnam ist der viertgrößte Bekleidungsexporteur der Welt und macht derzeit 3,7 Prozent des Weltmarkts aus. In Vietnam macht die Branche 8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und 13-15 Prozent des gesamten Exportvolumens. Die Branche besteht aus rund 5.000 Bekleidungsfabriken mit rund 2,5 Millionen Arbeitern.

 

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