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Onlineboom: Otto-Tochter Lascana wächst zwölf Prozent

Von Regina Henkel

30. Apr. 2021

Der Hamburger Lingerie- und Bademodenspezialist Lascana meldet für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2020/21 Rekordumsätze bei Wäsche- und Fashion-Sortimenten.

Um rund zwölf Prozent steigerte sich der weltweite Markenumsatz auf 358 Millionen Euro und erreichte erstmals einen Online-Anteil von über 90 Prozent. Somit sei das Tochterunternehmen der Otto Group im sechsten Jahr in Folge zweistellig gewachsen und habe den weltweiten Jahresumsatz innerhalb von nur vier Jahren verdoppelt, heißt es in einer Presseerklärung.

„Wir sind sehr froh, dass wir dieses herausfordernde Jahr erneut mit einem schönen Umsatzwachstum abschließen konnten“, sagt Lascana Gründer und Geschäftsführer Jens Fehnders. „Dass es uns gelungen ist, in einem abnehmenden Gesamtmarkt sogar die 350-Millionen-Euro-Marke zu übertreffen, nachdem wir erst im Vorjahr die 300-Millionen-Euro-Hürde erreicht hatten, führen wir vor allem darauf zurück, dass wir seit vielen Jahren weltweit eine klare Online-Ausrichtung haben. Diese stellte für uns insbesondere im vergangenen Geschäftsjahr durch die oft geschlossenen stationären Flächen einen enormen strategischen Vorteil dar.“

Massive Verluste im stationären Geschäft und bei Bademode

Während die Retail-Umsätze der eigenen Lascana Stores und der 1.200 Verkaufspunkte im Handel pandemiebedingt um 40 Prozent sanken und nun rund zehn Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen, habe Lascana weltweit vom deutlich veränderten Kaufverhalten der Kundinnen und dem Fokus auf den Onlinehandel profitiert. Mit Umsatzsteigerungen zwischen 20 und 40 Prozent konnte die Marke – speziell in den Bereichen Wäsche, Homewear und Fashion – auf den großen Modeplattformen wie Otto, About You oder Zalando sowie bei anderen Konzernfirmen der Otto Group, etwa bei Heine und Baur, besonders stark zulegen.

Massive Verluste habe es Corona-bedingt im Bereich Bademode gegeben (minus 30 Prozent zum Vorjahr), aber die starken Umsatzsteigerungen bei Wäsche (plus 25 Prozent) und Lascana Fashion (plus 33 Prozent) konnten diese Entwicklung ausgleichen.

Fokus auf internationales Wachstum

Hauptwachstumstreiber waren der Vertrieb auf internationalen Marktplätzen und Plattformen sowie die Expansion mit eigenen Lascana Onlineshops im europäischen Ausland. In Kooperationen mit den weiteren Otto-Töchtern Bonprix und About You plant Lascana den Launch weiterer Onlineshops in Europa. Dieses Jahr sollen die Markteintritte in Frankreich und Russland folgen. Auch der US-Markt steigerte sich mit einem zweistelligen Wachstum auf einen Gesamtumsatz von über 60 Millionen Dollar. Mittelfristig wird hier ein Umsatz von rund 100 Millionen Dollar angestrebt, so das Unternehmen weiter.

Stationäre Geschäfte sollen bestehen bleiben

Was den Fortbestand der aktuell 25 eigenen stationären Geschäfte betrifft ist Lascana optimistisch. Bereits im letzten Jahr habe sich der Umsatz schnell nach der Wiedereröffnung erholt. Zwar wolle man auch unrentable Geschäfte schließen, aber auch neue eröffnen – beispielsweise Ende Mai 2021 in Lübeck. Zudem hat das Unternehmen bei auslaufenden Mietverträgen faire Verlängerungen verhandelt. „Trotz der schwierigen Situation glauben wir fest daran, dass der stationäre Handel auch weiterhin eine große Bedeutung haben wird“, erklärt Mitgeschäftsführer Olaf Koopmann, der unter anderem die Lascana Stores verantwortet. „In den wenigen Monaten, in denen wir einige Stores in diesem Jahr zeitweise öffnen konnten, haben wir trotz geltender Maskenpflicht, Hygiene- und Abstandsregeln sowie geschlossener Gastronomie erstaunlich hohe Umsätze, weit über unsere Erwartungen hinaus, verzeichnet. Zudem kaufen die Kundinnen gezielter, was insbesondere an einer erheblich verbesserten Conversion-Rate deutlich wird.“

Fotos: Lascana