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Nike im Umbruch: Neuausrichtung, Restrukturierung und Jobabbau

Der US-Sportartikelkonzern Nike will sich sowohl organisatorisch als auch konzeptionell und strategisch neu positionieren und hat dafür eine globale Restrukturierungsphase angekündigt. Im Zentrum der Maßnahmen stehen vor allem straffere Prozesse, Reduktionen im Sortiment und bei den Mitarbeitern, neue Fokus-Märkte und Zielgruppenansprachen. Kurzum: Der Mega-Konzern wird auf moderne Strukturen zurechtgestutzt.

Reduziert werden soll zunächst die Anzahl der Geschäftsregionen, und zwar von sechs auf vier. Zudem will Nike seine Styles um satte 25 Prozent reduzieren und so seine Produktentwicklungs- und Lieferzeiten halbieren. Damit dürfte der US-Konzern den Einstieg in den Fast Fashion Bereich vorbereiten, der die Modebranche immer stärker dominiert. Schnell entworfene, produzierte und auf den Markt geworfene Produkteinheiten, die ständig wechseln und durch neue ersetzt werden, halten die Branche derzeit am Laufen.

Die Einführung einer neuen „Consumer Direct Offensive“, nach der sich der Konzern künftig ausrichten will, soll es zudem ermöglichen, seine Kunden direkter und persönlicher anzusprechen und zu betreuen. Eine Entscheidung, die neue Maßstäbe in Nike’s Geschäftsgebaren darstellen soll. „Mit der neuen Consumer Direct Offensive können wir uns aggressiver auf dem digitalen Markt positionieren, unsere Schlüsselmärkte direkter anvisieren und unsere Produkte schneller ausliefern als je zuvor“, so Nike CEO Mark Parker in einem Statement am Donnerstag.

Zu den weniger angenehmen Begleiterscheinungen der Restrukturierung gehört die Rationalisierung, die Nike ebenfalls angekündigt hat. Zwei Prozent der Mitarbeiter weltweit sollen den Sparmaßnahmen zum Opfer fallen, so Parker. Nimmt man die offizielle Zahl von aktuell rund 80.000 Nike-Beschäftigten, würden in den nächsten Monaten 1.600 Jobs wegfallen.

Berlin zählt zu den Schlüsselstandorten

Ähnlich wie der Nike-Hauptkonkurrent Adidas, der bereits vor einigen Monaten ankündigte, sich künftig vor allem auf sechs „Key Cities“ weltweit zu konzentrieren, will nun auch der US-Riese ein genau definiertes Netz an relevanten Metropolen überall auf der Welt ins Zentrum seiner Aktivitäten stellen. Im Gegensatz zu Adidas nimmt Nike jedoch nicht nur sechs sondern zwölf Städte ins Visier. Und - ebenfalls im Gegensatz zu Adidas - Berlin gehört als einzige deutsche Stadt dazu. Außerdem in der Auswahl: New York, London, Shanghai, Peking, Los Angeles, Tokio, Paris, Mexico City, Barcelona, Seoul, und Milan. Die USA und China sind als die beiden größten Volkswirtschaften mit zwei Städten vertreten, Deutschland, Großbritannien, Japan, Frankreich, Spanien, Mexiko, Südkorea und Italien mit je einer.

Diese Länder und Städte gelten als diejenigen mit dem größten Potential für die künftige Umsatzentwicklung des Unternehmens. 80 Prozent seiner prognostizierten Wachstumschancen sieht das Unternehmen in diesen Regionen, heißt es in der Begründung. Daher will der Konzern auch seine regionalen Organisationsstrukturen straffen und von sechs auf vier reduzieren. So werden Europa, der Mittlere Osten und Afrika zur EMEA-Region zusammengeführt, und die Asien-Pazifik-Region bildet künftig eine Einheit mit Lateinamerika. Lediglich China und Nordamerika bleiben eigenständige Märkte.

Bemerkbar machen sollen sich die Neuerungen spätestens ab dem Geschäftsjahr 2018. Dann sollen die Maßnahmen greifen und in die Umsatzentwicklung einfließen.

Foto: Nike