HBC lehnt Signa-Angebot für Kaufhof ab

Der kanadische Konzern Hudson's Bay Company (HBC) teilte gestern in Toronto mit, die angeschlagene Warenhauskette Kaufhof nicht an den österreichischen Karstadt-Eigentümer Signa verkaufen zu wollen. Der HBC-Aufsichtsrat lehnte das Angebot einstimmig ab, woraufhin Signa die Offerte zurückzog. Damit wird es keine wie von Signa-Chef René Benko geplante deutsche „Warenhaus AG“ mit Kaufhof und Karstadt geben.

„Der Vorstand hat einstimmig beschlossen, dass das Angebot von Signa nicht im besten Interesse der HBC-Aktionäre ist. Es unterschätzt unser deutsches Geschäft und das damit verbundene Immobilienvermögen deutlich und wird nicht durch ausreichende Finanzierungssicherheit gestützt, um zu diesem Zeitpunkt weitere Überlegungen zu rechtfertigen“, sagte David Leith, führender unabhängiger Direktor des HBC-Vorstands in einer Erklärung.

„Unser europäisches Geschäft und die damit verbundenen Immobilienanlagen sind wichtige Bestandteile unserer langfristigen Strategie, und wir haben weiterhin ein hohes Maß an Vertrauen in unsere Fähigkeit, die Ergebnisse unserer bekannten Einzelhandelsmarken zu steigern. Das Unternehmen schätzt das Interesse an seinem europäischen Geschäfts- und Immobilienvermögen, was die Ansicht des Unternehmens hinsichtlich des beträchtlichen zugrunde liegenden Werts bestätigt, den diese Vermögenswerte den HBC-Aktionären bieten“, fügte HBC-Interimschef Richard Baker hinzu.

Er wird diese Rolle noch bis 19. Februar innehaben, bevor die neue Vorstandschefin Helena Foulkes übernimmt. Baker bezeichnete Kaufhof erneut als ein Kernstück der Unternehmensstrategie von HBC.

Die Signa-Holding hatte rund drei Milliarden Euro für das deutsche Warenhausgeschäft von Kaufhof und andere Immobilien geboten. Bereits 2015 hatte das Unternehmen für Kaufhof geboten, unterlag aber HBC, das die Kaufhauskette für 2,8 Milliarden Euro erstand.

Foto: Kaufhof