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Beim Modekonzern Gerry Weber reißen die Umbauarbeiten nicht ab. Um die Profitabilität der Gruppe nachhaltig zu verbessern, habe der Aufsichtsrat den Vorstand zur Erarbeitung eines Performanceprogramms beauftragt, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Details dazu will Gerry Weber bei der Bilanzpressekonferenz am 27. Februar bekannt geben. Fest steht, dass durch das Programm weitere Kosten anfallen werden, die das laufende Geschäftsjahr 2017/2018 belasten. So rechnet der Modekonzern mit einem operativen Ergebnis (Ebit) in Höhe von 10 bis 20 Millionen Euro und einem Umsatz von 870 bis 890 Millionen Euro. Die Aktie gab zuletzt um 3 Prozent nach.

Gerry Weber befindet sich bereits auf Schrumpfkurs, dem etliche Läden zum Opfer gefallen sind. Zudem wurde in das Online-Angebot und einen neuen Markenauftritt investiert. Bei den Kernmarken Gerry Weber, Taifun, Samoon und talkabout, auf die nach wie vor gut drei Viertel der Umsätze entfallen, lief das Geschäft im vergangenen Jahr aber weiter schlecht. Nach ersten Berechnungen sank der Konzernumsatz daher 2016/2017 um 2,2 Prozent auf knapp 881 Millionen Euro, wie der Konzern bereits Ende Januar mitgeteilt hatte. Das Ebit belief sich auf 10,3 Millionen Euro.

Gerry Weber wird nun früher als geplant einen Digital-Vorstand bekommen. Johannes Ehling wird bereits zum 1. April die Arbeit aufnehmen und den zuletzt zweiköpfigen Vorstand verstärken. Gleichzeitig wurde das Amt des seit November interimsweise agierenden Finanzvorstands Jörg Stüber um drei Jahre verlängert. Vorstandschef des Unternehmens ist der Sohn von Firmengründer Gerhard Weber, Ralf Weber. (dpa)

Calida will ein Drittel seiner Umsätze mit Loungewear schaffen INTERVIEW

Der Schweizer Wäschehersteller Calida sieht weiter steigende Umsätze in seinem Loungewear-Bereich, weil diese dem Zeitgeist eines immer mobileren Menschen entspreche. Innerhalb von vier bis fünf Saisons könne Loungewear bis zu 35 Prozent des Gesamtumsatzes der Marke Calida generieren, sagte Alexandra Helbling, Head of Brand & Product bei Calida zu FashionUnited.

Seitdem die ersten Loungewear-Artikel vor sechs Jahren eingeführt wurden, ist das Segment um 10 bis 15 Prozent pro Jahr gewachsen und trug zuletzt zu etwa 20 Prozent des Umsatzes der Marke Calida bei, so Helbling. Mit rund 130 Millionen Schweizer Franken im Geschäftsjahr 2016 ist Calida die umsatzstärkste Marke der im schweizerischen Sursee ansässigen Calida Group, gefolgt vom Bergausrüster Millet Mountain Group und der Lingerie-Marke Aubade.

Loungewear entspricht dem Zeitgeist

"Wir sehen hier absolut Tendenz nach oben. Die Loungewear entspricht unserem Zeitgeist”, sagte Helbling im Telefoninterview. “Der Tagesablauf ist viel vielfältiger als früher, wo man zur Arbeit ging und dann kam man nachhause und hat den Pyjama zum Schlafen angezogen.” Sie denkt auch, dass die Loungewear sicher auch noch durch diesen Boom zu Softsportarten wie Yoga, Pilates und Meditation befeuert wurde. Denn die lockeren Hosen und Oberteile können sowohl zuhause als auch draußen als Ober- oder Freizeitbekleidung getragen werden.

Calida will ein Drittel seiner Umsätze mit Loungewear schaffen

Foto: Alexandra Helbling, Head of Brand & Product bei Calida

Weltweit wuchs der Markt für Tag- und Nachtwäsche seit 2012 um rund 5 Prozent jährlich auf einen Umsatz von 141 Milliarden 2017, wie Daten des Marktforschungsunternehmens Euromonitor International Ltd zeigen. Calidas Zuwachsraten im Loungewear-Bereich erinnern eher an das Wachstum, das Sportmarken in den vergangenen Jahren mit dem Trend zu Athleisure sowie insgesamt legerer Kleidung aufwiesen.

Auch andere Wäscheproduzenten wie Hanro International GmbH oder Triumph Global Sales AG führen mittlerweile Loungewear. Von ihnen will sich Calida durch die Nutzung von Fasern natürlichen Ursprungs und Made-in-Green-Zertifizierung abheben. Mit Sportartikelherstellern sieht sich Calida nicht im direkten Wettbewerb, weil seine Loungewear so gemacht ist, dass man in ihr auch schlafen kann.

Klicken Sie sich durch die Slideshow um einen Blick auf Calidas Loungewear-Kollektion zu werfen. Bewegen Sie Ihre Maus über die Symbole für weitere Informationen.

Händler im Umbruch

In seinen eigenen Läden und im E-Commerce trägt Loungewear bereits zu einem Drittel der Erlöse bei. Den weiteren Umsatzschub sollen nun Wachstum im nordeuropäischen Raum und im Großhandel bringen. So will sich Calida in Skandinavien, den Niederlanden und Belgien, wo die Bekanntheit als Wäschemarke noch nicht so ausgeprägt ist, auch verstärkt als Loungewear-Label darstellen. "Es ist wichitg eine Speerspitze zu haben, um in einen Markt reinzugehen. Da sehen wir Loungewear als absolut perfektes Sortiment", sagte Helbling. Im Zuge dieser Strategie debütierte Calida auf der Amsterdamer Modefabriek im Januar auf einer reinen Damen- und Herrenbekleidungsmesse.

Der Großhandel befindet sich laut Helbling "im Umbruch" wenn es um Loungewear geht. Die Herausforderung dabei ist, die klassischen Nachtwäscheabteilungen so aufzustellen und zu bestücken, dass die an Loungewear interessierte Zielgruppe erreicht wird. “Da braucht man andere Warenpräsentationen, anspruchsvolleres Mix and Match. Es braucht Beratung und digitale Hilfen, wie man das zusammenstellen kann”, sagte sie. “Deshalb ist es sicher eine Herausforderung, solche Abteilungen zu ordnen ohne auch Umsatzrisiken einzugehen."

Fotos: Calida

Der insolvente Erotikhändler Beate Uhse hat für seine Tochtergesellschaft in den Niederlanden beim Amtsgericht Flensburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt.

Die Beate Uhse Netherlands B.V. betreibt als Holding insbesondere das Auslandsgeschäft sowie die E-Commerce Aktivitäten für die Niederlande. Man habe sich zu diesem Schritt entschlossen, um die Sanierung der Beate Uhse-Gruppe als Ganzes weiter vorantreiben zu können, teilte die Beate Uhse AG am Mittwoch in Flensburg mit. Dieses Vorgehen erhöhe die Chancen für eine erfolgreiche Veräußerung des Unternehmens. Nach Angaben von Dienstag haben sieben potenzielle Käufer Interesse angemeldet.

Der wesentliche Wert von Beate Uhse liegt in einer enorm hohen Markenbekanntheit, die der Käufer nutzen könnte. Das Flensburger Traditionsunternehmen hatte Mitte Dezember vergangenen Jahres nach einer langen Phase des Niedergangs Insolvenz angemeldet. (dpa)

True Fit, das amerikanische Technologie Unternehmen aus Boston, das sich auf die Verbesserung von Passformproblemen im Mode-E-Commerce spezialisieret hat, hat eine neue Investitionsrunde abgeschlossen: 55 Millionen US-Dollar kamen zusammen.

True Fit, das Büros in London, Berlin und Mumbai führt, will Händlern und Konsumenten dabei helfen, die Treffsicherheit in Bezug auf Größe und Passform von Mode zu verbessern. Dabei beruft es sich auf eine Datenbank von inzwischen über 50 Millionen registrierten Nutzern (Stand Ende 2017) sowie den produktspezifischen Daten von mehr als 10.000 Brands. True Fit will Konsumenten beim onlineshoppen für jedes einzelne Produkt genau sagen können, welche Größe passen wird - und sogar noch mehr: True Fit will z.B. können sagen, diese schwarze Hose passt wahrscheinlich nicht, dafür aber diese, auch wenn sie von einer anderen Brand ist. Die enormen Retourenquoten und die damit verbundenen Kosten könnten so gesenkt werden.

Mit dem frischen Geld will True Fit personalisierte Style-, Passform- und Analytics-Lösungen für den Modehandel weiterentwickeln. Damit soll es möglich werden, ein besseres Verständnis der Verbraucherpräferenzen und Bekleidungseigenschaften mittels Künstlicher Intelligenz zu entwickeln, das Händlern dabei hilft, alle Berührungspunkte der Customer Journey besser zu personalisieren.

In den kommenden Monaten soll zudem das Daten-Netzwerk von Einzelhändlern und Markenherstellern über die Märkte in Nordamerika, Großbritannien und Europa hinaus auf neue globale Märkte, einschließlich Asien und Südamerika, wachsen.

Für den insolventen Erotikhändler Beate Uhse haben sieben potenzielle Käufer Interesse angemeldet. Sie sollen nun in einer zweiten Phase des Verkaufsprozesses Einblick in die Unternehmensdaten erhalten und intensive Verkaufsgespräche mit dem Management führen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Flensburg mit.

Der Verkaufsprozess, der von Justus von Buchwaldt von der Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff als Generalbevollmächtigter geleitet wird, soll im April abgeschlossen werden. Neben einem möglichen Verkauf ist weiterhin denkbar, dass Beate Uhse nach einer Sanierung im Insolvenzplanverfahren weitergeführt wird. Diese Lösung werde parallel weiter verfolgt.

Der wesentliche Wert von Beate Uhse liegt in einer enorm hohen Markenbekanntheit, die der Käufer nutzen könnte. Das traditionsreiche Erotik-Unternehmen hatte Mitte Dezember vergangenen Jahres nach einer langen Phase des Niedergangs Insolvenz angemeldet und Anfang des Jahres bekanntgegeben, dass auch ein Verkauf in Betracht gezogen werde. Das Unternehmen wurde vor allem wegen Management-Fehlern über viele Jahre immer kleiner, schrieb Verluste und konnte verschiedene Herausforderungen durch das Internet nicht bewältigen. (dpa)

Vaude startet Upcycling-Werkstatt mit Flüchtlingen

Seit Januar hat die Bike- und Outdoor Brand Vaude eine eigene Upcycling-Werkstatt am Firmensitz in Tettnang im Allgäu eingerichtet. Mit diesem Projekt will der Outdoor-Ausrüster zeigen, wie Ressourcen geschont, aus ungenutztem Material neue Produkte entstehen, wie Integration gelingt und „ganz nebenbei” noch ein neues Geschäftsmodell auf den Weg gebracht werden kann.

Vaude engagiert sich schon seit vielen Jahren für Nachhaltigkeit und gehört in diesem Bereich zu den führenden Unternehmen Deutschlands. Aber wie in jedem Unternehmen, das Produkte entwickelt und herstellt, fallen auch bei Vaude Restmaterialien an. Vor allem in der Vaude Manufaktur, wo seit 1980 Rucksäcke, Rad- und Lifestyletaschen aus robusten und langlebigen Materialien hergestellt werden. „Bislang entsorgen wir noch viel zu oft wertvolle Materialien, obwohl sie eigentlich viel zu schade dafür sind. Das ist reine Verschwendung und deshalb wollen wir das ändern“, so Lisa Fiedler, Vaude Unternehmensentwicklung.

Upcycling-Werkstatt gegründet

Unter dem Motto „vom Reststoff zum Rohstoff“ hat Vaude deshalb eine kleine Upcycling-Werkstatt gegründet, in der neue Produkte hergestellt werden Alle Reste, die groß genug sind, um daraus neue Produkte zu nähen, werden zu praktischen Shopper-Taschen in zwei Größen und vielen verschiedenen Farbkombinationen verarbeitet. Jede Tasche ist ein Unikat. „Durch das Projekt können wir rund 900 Kilogramm Restmüll pro Jahr vermeiden“, freut sich Lisa Fiedler.

Ab Mitte März 2018 sind die Taschen zunächst in den Vaude Stores, im Fabrikverkauf in Tettnang-Obereisenbach sowie in den Vaude Outlets erhältlich. Im Laufe des Jahres folgen Verkaufsaktionen mit Fachhändlern.

Auch weitere Interessenten haben sich bereits gefunden, die aus Resten neue Produkte entstehen lassen wollen: So wird Vaude in Kürze auch Upcycling-Taschen und -Rucksäcke für die Deutsche Zeppelin-Reederei in Friedrichshafen produzieren. Als Material kommt die ausgemusterte Außenhülle des Zeppelin NT zum Einsatz. Statt wie bisher die alte Hülle zu entsorgen, entstehen daraus Souvenirs für den Zeppelin-Shop in Friedrichshafen.

Förderprojekt der DBU mit geflüchteten Menschen

Angefangen hat alles im Jahr 2016, als Vaude Nähworkshops für Geflüchtete anbot, um ihnen einen Einblick in den Arbeitsalltag zu geben. Dabei wurden bereits aus Materialresten der Manufaktur Shopper-Taschen hergestellt. Die produzierten Taschen gingen bei einer Verkaufsaktion in kürzester Zeit über die Ladentheke. Den Erlös spendete das Unternehmen an das Asylnetzwerk Tettnang, mit dessen Unterstützung die Workshops durchgeführt wurden. Das Feedback auf diese Aktion war so positiv, dass die Upcycling-Werkstatt gegründet wurde. Mit Hilfe der Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die im September 2017 Fördermittel von 70.000 Euro für das Projekt bewilligte, konnte es nun umgesetzt werden. Vaude hat die erforderliche betriebliche Struktur aufgebaut und bereits zwei Geflüchtete fest angestellt.

Neues Business-Modell

Neben den Anfangsinvestitionen für die Upcycling-Werkstatt soll durch die Fördergelder auch eine Upcycling-Community entstehen, die Vaude gemeinsam mit Partnerunternehmen ins Leben rufen möchte. Sie soll als Material-Austauschbörse und zur Ideenfindung für neue Upcycling-Produkte und Kooperationen dienen.

„Mit der Entwicklung eines Upcycling-Fertigungsprozesses, gepaart mit dem Aufbau eines neuen Businessmodells, eröffnen sich für Vaude neue Möglichkeiten der Wertschöpfung bei gleichzeitiger Ressourceneinsparung und Abfallvermeidung. Durch die Verzahnung mit den bereits eingebundenen Unternehmen und Institutionen wird zudem eine Plattform für Upcycling-Produktionen entstehen“, so Dr. Maximilian Hempel, Deutsche Bundesstiftung Umwelt. „Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration von Geflüchteten. Ihnen werden vertiefte Einblicke in betriebliche Abläufe ermöglicht und berufliche Perspektiven aufgezeigt. Ich hoffe, dass sich das Projekt weiter erfolgreich entwickelt und es viele zum Nachahmen inspiriert.“

Foto: Vaude

AKTUALISIERT

Der Bekleidungshersteller Olymp bringt seine Hemden künftig auch in Südostasien auf den Markt. Den Auftakt der Expansion macht zunächst Thailand, weitere Länder wie Indonesien, Malaysia oder Vietnam sollen folgen, wie Geschäftsführer Mark Bezner der Deutschen Presse-Agentur sagte.

"Erstes Ziel ist, Thailand abzudecken", sagte er. Vier Verkaufspunkte, sogenannte Shop-in-Shops, in Kaufhäusern oder Einkaufszentren der thailändischen Hauptstadt Bangkok habe Olymp in den vergangenen Monaten bereits eröffnet. Bis Ende des Jahres sollen landesweit sieben weitere hinzukommen. Die übrigen Länder seien in Planung: "Das sind die Märkte, die wir als strategisch wichtig ansehen."

Ein gutes Drittel seines Umsatzes macht die Bekleidungsfirma aus Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart bereits im Ausland, insbesondere in Europa. In den vergangenen Jahren ist das Familienunternehmen stark gewachsen. 2017 machte Olymp mit Hemden, Polo-Shirts, Krawatten und Strickwaren rund 258 Millionen Euro Umsatz. Das war im Vergleich zum Vorjahr zwar nur ein Plus von etwa drei Prozent, allerdings zweieinhalbmal so viel wie vor zehn Jahren.

In Thailand kooperiert Olymp mit dem Unternehmen Thanulux, zu dem diverse Modemarken aus aller Welt gehören. Produziert wird die Ware für den thailändischen Markt in Indonesien - von einem Partner, mit dem man schon seit fast 30 Jahren eng zusammenarbeite, sagte Bezner. Anders als bisher werden die fertigen Hemden von dort aber nicht erst nach Bietigheim-Bissingen gebracht und von dort ausgeliefert, sondern direkt nach Thailand. Auch die Passformen würden auf den asiatischen Markt angepasst.

Olymp-Hemden gibt es traditionell hauptsächlich im mittleren Preissegment. Vergangenes Jahr hatte das Unternehmen aber eine neue, teurere Produktlinie auf den Markt gebracht, um damit neue Käuferschichten zu gewinnen. Bezner zufolge kommt auch der seit langem geplante Markteintritt in den USA allmählich voran, nachdem der Namensstreit mit dem dortigen Nationalen Olympischen Komitee beigelegt werden konnte. Einen konkreten Zeitplan gebe es zwar noch nicht. "Aber die Sache läuft in unserem Sinne", sagte Bezner. (dpa)

Alexander Brenninkmeijer: Bericht über möglichen Verkauf von C&A war „ein Schock“

Im Januar hatte das Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet, dass der Bekleidungshändler C&A vor dem Verkauf an chinesische Investoren stehe. Nun kritisierte Alexander Brenninkmeijer, der zur Eigentümerfamilie von C&A gehört, im Gespräch mit dem Magazin solche Pläne scharf.

„Es war für mich und für alle Familienmitglieder, mit denen ich gesprochen habe, ein Schock“, sagte er im Spiegel-Interview. „Wenn es nach mir und vielen anderen Familienmitgliedern ginge, dann würden wir C&A sicherlich nicht verkaufen.“ Wie viele aus der Familie habe er von entsprechenden Überlegungen „völlig unvorbereitet aus der Presse erfahren“.

Er gehe davon aus, dass die meisten Familienmitglieder einen Verkauf von C&A ähnlich negativ sähen wie er selbst, sagte Alexander Brenninkmeijer dem Spiegel. Schließlich würde ein solcher Schritt für ihn „das Ende unserer Familienidentität“ bedeuten: „Wir wären wahrscheinlich nur noch eine Erbengemeinschaft wie viele andere“, sagte er.

Alexander Brenninkmeijer zählt selbst nicht zu den Gesellschaftern des 1841 gegründeten Textilhändlers. Er wisse auch nicht, wie die wirtschaftliche Lage des Unternehmens „im Detail“ aussehe, sagte er. 2004 hatte er sich mit seinem eigenen anspruchsvollen Modelabel „Clemens en August“ selbständig gemacht.

Alle Anteile an C&A werden von der im schweizerischen Zug ansässigen Cofra Holding AG gehalten, die mit Martijn Brenninkmeijer ein Mitglied der weitverzweigten Gründerfamilie leitet. Cofra hatte auf den Spiegel-Bericht über die Verkaufspläne ausweichend reagiert. In einer Stellungnahme wurden lediglich mögliche „Partnerschaften und externe Beteiligungen“ angesprochen. Außerdem denke das Unternehmen über eine mögliche Expansion in China und den Ausbau des Online-Geschäfts nach.

Foto: C&A
Casino Group will Onlinehändler Sarenza erstehen

Der französische Supermarktbetreiber Casino Group hat über seine Einzelhandelskette Monoprix exklusive Verhandlungen begonnen, um den Online-Schuhhändler Sarenza zu erwerben. Damit will Monoprix sich im Lifestyle-Bereich (Mode, Heim und Schönheit) als Omnikanal-Anführer positionieren und Casinos Onlinepräsenz stärken und sich so gegen Konkurrrenten durchsetzten, besonders den Onlineriesen Amazon, der seine Anstrengungen in Frankreich verstärkt.

"Durch den Erwerb von Sarenza und seiner Expertise wird die Casino Group ihre Position als französischer Marktführer im städtischen Online-Einzelhandel festigen. Diese Transaktion wird Monoprix sich am Rande des Mode- und Heim-Online-Einzelhandels platzieren", sagte Casino-Vorsitzender und Geschäftsführer Jean-Charles Naouri in einer Stellungnahme vom 19. Februar.

Sarenza hat mehr als 650 Marken und 40.000 Designs im Angebot und erzielte im letzten Geschäftsjahr Umsätze von mehr als 250 Millionen Euro. Die geplante Übernahme durch Casino würde auf dessen Partnerschaft mit Ocado folgen, die im November letzten Jahres geschlossen wurde, um seine Onlinepräsenz im Supermarktgeschäft mit seiner Einzelhandelskette Monoprix zu stärken.

"Wir sind mit diesem Integrationsprojekt sehr zufrieden, das uns erlaubt, einer großen Vertriebsgruppe beizutreten und unser Produktangebot zu erweitern, indem wir das Know-how von Monoprix, einer der innovativsten und beliebtesten Marken der Franzosen, nutzen. Den Kunden von Monoprix die Produkte, die auf der Webseite von Sarenza seit 2005 verkauft werden, zugänglich zu macht, stellt eine große Chance dar, die die Website von Monoprix zu einem bewunderten Modell im Onlinehandel machen wird. Ich möchte allen Finanzaktionären von Sarenza, insbesondere HLD, Bpifrance und Akila Finance, für ihre Unterstützung seit 2014 danken", kommentierte Stéphane Treppoz, Vorsitzender und Geschäftsführer von Sarenza in der gleichen Stellungnahme.

"Dieser Schritt ist vollkommen Teil der Strategie von Monoprix. In unseren Geschäften in der Innenstadt kombiniert Monoprix auf einzigartige Weise ein Food- mit einem Non-Food-Angebot und innovativen Dienstleistungen. Es ist völlig logisch, dieses Komplettangebot auch online zu erstellen. Nach der Vereinbarung mit Ocado im vergangenen November, die unseren führenden Status bei der Zustellung von Lebensmitteln bestätigt, wird sich Monoprix mit Sarenza als einer der Hauptakteure im Non-Food-E-Commerce-Geschäft positionieren", sagte Monoprix-Vorsitzender Régis Schultz.

Casino musste im März 2016 erst eine Beschneidung seiner Kreditfähigkeit im Standard & Poor's-Index hinnehmen und sieht sich gezwungen, seine Gewinne in seinem größten Markt Frankreich wiederzubeleben, besonders angesichts einer Verlangsamung seines Wachstums in seinem zweitgrößten Markt Brasilien.

Amazon verstärkt derzeit seine Bemühungen in Frankreich und hatte erst Anfang des Monats angekündigt, 2.000 neue Arbeitsplätze im Land schaffen zu wollen. Dementsprechend rüsten heimische Marktführer wie Casino auf: Im letzten Monat kündigte die Hypermarktkette Leclerc einen Zustelldienst für Lebensmittel in Paris an, während Konkurrent Carrefour in China eine Partnerschaft mit Tencent bekannt gab.

Der Abschluss der Transaktion, der in den kommenden Wochen erwartet wird, unterliegt insbesondere der Absprache mit den Arbeitnehmervertretungen von Monoprix und Sarenza sowie der Genehmigung des französischen Kartellamts.

Foto: Sarenza-Website
VF Corporation macht 2017 mehr Umsatz und weniger Gewinn

Beim US-amerikanischen Bekleidungskonzern VF Corporation war man mit den Zahlen für das vierte Quartal und das gesamte Geschäftsjahr 2017 zufrieden: Im letzten Vierteljahr seien die Resultate „stärker, als wir erwartet hatten“, ausgefallen, erklärte Chairman und CEO Steve Rendle nach der Veröffentlichung am Freitag. Das Wachstumstempo habe sich in allen Kernkategorien des Konzernportfolios weiter erhöht. Weniger erfreut waren die Anleger. Weil die Analysten im Vorfeld noch etwas bessere Zahlen erhofft hatten, fiel der Aktienkurs des Unternehmens unmittelbar nach der Publikation der Resultate um fast zehn Prozent.

Im abgelaufenen Jahr kam der Mutterkonzern von Marken wie The North Face, Vans, Timberland, Lee und Wrangler auf einen Umsatz aus fortgeführten Geschäften in Höhe von 11,8 Milliarden US-Dollar (9,5 Milliarden Euro). Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das eine Steigerung um sieben Prozent. Dazu trug neben Zuwächsen im Kerngeschäft auch die Übernahme des Workwear-Herstellers Williamson-Dickie bei, dessen Resultate im vierten Quartal erstmals in die Bilanz einflossen. Er steuerte nach Angaben des Unternehmens in diesem Zeitraum 247,2 Millionen US-Dollar bei. Ohne den Neuzugang wäre der Konzernumsatz um fünf Prozent (währungsbereinigt +4 Prozent) gestiegen. Nicht mehr in der Umsatzrechnung enthalten ist die Sportswearmarke Nautica, deren Verkauf kurz vor dem Jahreswechsel beschlossen wurde.

Ausgesprochen dynamisch entwickelte sich das Label Vans, dessen Jahreserlöse um 19 Prozent stiegen. Auch die Marken The North Face (+4 Prozent) und Timberland (+2 Prozent) konnten sich im Vergleich zum Vorjahr verbessern. Demgegenüber verzeichneten die beiden Denim-Label Lee (-6 Prozent) und Wrangler (-1 Prozent) rückläufige Umsätze.

Die Folgen der Steuerreform in den USA ließen den Jahresgewinn einbrechen

Seinen operativen Gewinn konnte der Konzern um zehn Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar steigern. Allerdings hatten im Vorjahr hohe Sonderbelastungen, etwa Wertberichtigungen und Restrukturierungskosten, das Ergebnis belastet. Bereinigt um alle Einmaleffekte sank der Betriebsgewinn um zwei Prozent. Der ausgewiesene Nettogewinn schrumpfte um 43 Prozent auf 614,9 Millionen US-Dollar (495,6 Millionen Euro). Schuld war eine hohe Sonderbelastung aufgrund der jüngsten Steuerreform in den USA.

Weil die Konzernführung eine Verschiebung der Berichtszeiträume beschlossen hat, steht dem Unternehmen nun ein Übergangsquartal bevor: Künftig endet das Geschäftsjahr für VF nicht mehr Ende Dezember, sondern Ende März. Das nächste reguläre Geschäftsjahr beginnt daher erst am 1. April. Für die Monate Januar bis März prognostiziert das Management ein Umsatzwachstum um 16 Prozent auf etwa 2,9 Milliarden US-Dollar. Dazu wird Williamson-Dickie voraussichtlich etwa 200 Millionen US-Dollar beisteuern. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn pro Aktie soll im laufenden Quartal 0,65 US-Dollar erreichen und das entsprechende Vorjahresniveau damit um 27 Prozent übertreffen.

Foto: The North Face Facebook-Page