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Kann H&M sich mit Arket neu positionieren?

KOMMENTARDer schwedische Bekleidungskonzern H&M scheint sich von seinem Fast Fashion-Image wegbewegen zu wollen. Zwar behauptet er seit Jahren, kein Fast Fashion-Unternehmen zu sein, aber angesichts von schnell wechselnden Kollektionen und billig produzierter Massenware hat ihm das bisher niemand abgenommen. Jetzt aber hat er seine Lifestyle-Marke Arket ins Leben gerufen, die erst vor wenigen Wochen startete, aber bereits für einigen Wirbel gesorgt hat.

Mit einem eigenen Café und Heimartikeln („Homewares“ auf Neudeutsch) erinnert Arket eher an ein Kaufhaus als einen Modeladen, und das ist auch vom Mutterkonzern so beabsichtigt. „Arket ist eine Ergänzung zu den anderen Marken unseres Hauses. Die Idee ist es, ein Konzept anzubieten, das über reine Bekleidung hinausgeht und diejenigen anspricht, die hohe Anforderungen haben, aber wenig Zeit. Der Arket-Kunde will nicht in viele verschiedene Shops laufen, er will die perfekte Auswahl unter einem Dach finden“, erklärte Kreativchefin Ulrika Bernhardtz vor der Arket-Eröffnung in München im Interview mit Glamour.

Kann H&M sich mit Arket neu positionieren?

H&M setzt auf Qualität und Nachhaltigkeit

Zudem geht es um Qualität, die „demokratisiert und jedem zugänglich gemacht werden soll“, und um Archivstücke, die immer erhältlich sein sollen. „Die persönlichen Favoriten soll man immer wieder bei uns finden“, bestätigt Geschäftsführer Lars Axelsson. Das ist ganz anders als bei der Hauptmarke H&M, wo es schon schwierig ist, nach einer oder gar zwei Wochen den gleichen Artikel wiederzufinden.

Woher also der plötzliche Sinneswandel? Oder so plötzlich vielleicht auch nicht, schließlich hatte H&M mit seiner 2007 ins Leben gerufenen Marke COS (kurz für: Collection of Style) schon versucht, mit qualitativ hochwertiger Damen- und Herrenmode im gehobenen Preissegment vom Fast Fashion-Image wegzukommen.

Kann H&M sich mit Arket neu positionieren?

Mit der neuen Marke ist H&M auch preislich die Ergänzung gelungen und deckt jetzt alle Bereich ab: Die Hauptmarke H&M als preisgünstige Fast Fashion-Marke, Cos als Luxuslinie zum Aufbau der klassischen Grundausstattung und jetzt Arket als „modernen Marktplatz“ und Anbieter der „idealen Alltagsuniform“ im mittleren Bereich mit „qualitativ hochwertiger und nachhaltiger Mode“.

Kann H&M sich mit Arket neu positionieren?

Kommt man wieder auf die Frage nach dem plötzlichen Sinneswandel zurück, sollte man sich in Erinnerung rufen, was Bernhardtz bereits Ende März über den Ursprung des Namens der neuen Marke verlauten ließ: „[Der Name] bezieht sich auf unseren Ursprung in der nordischen Tradition von funktionellem, langlebigem Design und symbolisiert das leere Blatt; das Gefühl von Optimismus und Möglichkeiten, das wir bei der Schaffung dieser neuen Marke empfanden.“

Und die Langlebigkeit des Designs beziehungsweise der Artikel bezieht sich auch auf die Marke, das Unternehmen an sich: Will H&M als Modeunternehmen relevant und langlebig bleiben, muss es mit der Zeit gehen und Kunden und Kundinnen (erschwingliche) nachhaltige Alternativen bieten, die immer mehr gefragt sind.

Kann H&M sich mit Arket neu positionieren?

Schließlich versucht das Unternehmen schon seiner einiger Zeit, seinen ökologischen Fußabdruck zu verbessern, liegt zum Beispiel bei Greenpeace' Detox-Catwalk zunehmend vorn, entwickelte die 'Conscious Collection' und versucht mit 'Close the Loop', mehr und mehr recycelte Materialien zu verwenden, auch wenn sich Skeptiker immer noch fragen: 'Ist H&M wirklich so grün wie es scheint?'.

Sollte das Unternehmen es tatsächlich schaffen, seine auf Fast Fashion ausgelegte Lieferkette auch auf nachhaltigere, „langsamere“ Artikel anzuwenden und dabei transparent zu sein, dann könnte es tatsächlich zu einem Modell der Branche werden. Bis dahin werden nicht wenige gespannt jeden Schritt verfolgen.

Fotos: Arket-Website / H&M-Website
Richemont: Gewinnsprung im ersten Halbjahr

Der schweizerische Luxusgüterkonzern Compagnie Financière Richemont hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr 2017/18 deutlich gesteigert. Das geht aus einer Ad-hoc-Mitteilung hervor, in der das Unternehmen am Dienstag erste vorläufige Zahlen für die ersten sechs Monate veröffentlichte.

Demnach stieg der Konzernumsatz in den Monaten April bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent. Bereinigt um Wechselkursveränderungen lag die Wachstumsrate bei 12 Prozent. Angesichts dieser Entwicklung rechnet das Unternehmen mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung im ersten Halbjahr. Der operative Gewinn sei voraussichtlich um etwa 45 Prozent gestiegen, der Nettogewinn sogar um etwa achtzig Prozent, erklärte Richemont.

Neben dem Umsatzwachstum und positiven Währungseffekten führte das Unternehmen den Wegfall von Sonderbelastungen zur Begründung für den Gewinnsprung an: Im Vorjahreszeitraum hatte sich der Rückkauf von Lagerbeständen negativ auf das Ergebnis ausgewirkt. Den vollständigen Geschäftsbericht für das erste Halbjahr wird Richemont am 10. November veröffentlichen. Zum Konzern gehören neben zahlreichen Luxusjuwelieren und Uhrenherstellern auch namhafte Modehäuser wie Azzedine Alaïa und Chloé.

Foto: Chloé Facebook-Page
Gardeur: Massekredit genehmigt, es geht weiter

Aufatmen beim insolventen Mönchengladbacher Hosenspezialisten Gardeur: Ein durch die Hausbanken der Gardeur Gruppe finanzierter Massekredit wurde genehmigt. Jetzt kann das operative Geschäft weitergehen wie bisher. Zunächst wird geliefert.

„Wir werden nun umgehend Lagerware und Ganzjahresware abrufen, die bereits fertig produziert ist“, sagte eine Unternehmenssprecherin gegenüber der Rheinischen Post. Dadurch ist der Hosenspezialist auch in der Lage, die Frühjahrs- und Sommerkollektion noch rechtzeitig zu bedienen, die normalerweise zwischen Dezember und Januar ausgeliefert wird.

Gardeur kann Frühjahr-/Sommerkollektion rechtzeitig liefern

Gardeur hatte am 5. Oktober beim Amtsgericht Mönchengladbach einen Antrag auf die Eröffnung von Insolvenzverfahren über das Vermögen von vier Gesellschaften der Gardeur-Gruppe beantragt - der Gardeur GmbH, der Gardeur Service GmbH, der Gardeur Beteiligungs GmbH sowie der CDS Club Du Sport Bekleidung GmbH. Am gestrigen Montag, nur elf Tage später, konnte Gardeur mit einem Bankenkonsortium einen zweiten Massekredit abschließen.

Ein erster Massekredit für die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter, der durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert ist, läuft bereits und greift bis zum 30. November 2017. Jetzt scheint die Finanzierung für die nächsten Monate und damit auch das operative Geschäft gesichert.

Die vorläufige Insolvenzphase läuft Ende November aus und bis dahin soll - muss - ein neuer Investor gefunden werden. Insolvenzverwalter Biner Bähr gibt sich zwar optimistisch, den Zeitrahmen einhalten zu können, warnt aber: [Ohne neuen Investor] „wird es auch nicht gehen“.

Eine internationale Ausschreibung wurde laut Bähr bereits veröffentlicht und die Bewerbungsphase ist angelaufen. Wer schließlich den Zuschlag erhält, ob ein Finanzinvestor oder ein Branchenunternehmen, vielleicht sogar ein Konkurrent, spielt dabei keine Rolle. „Viel wichtiger ist, dass der Investor die Produkt- und Mitarbeiterkultur des Unternehmens erhält, denn diese sind entscheidend für den Erfolg der Marke“, sagte Gardeur-Chef und Mehrheitseigentümer Gerhard Kränzle.

Die Probleme fingen für Gardeur bereits mit der Wirtschaftskrise 2007 an, da sie seinen Schlüsselmarkt Russland stark beeinträchtigte. Dann mussten die fünf größten Gardeur-Kunden wie Sinn Leffers und die niederländische Kette Adam Insolvenz anmelden. Laut Kränzle wurden so rund 300 Verkaufsflächen innerhalb einer Saison inaktiv. Der Arabischen Frühling im Jahr 2011 tat ein Übriges, um das Unternehmen weiter zu schwächen, da seine Produktionsbetriebe in Tunesien betroffen waren.

Der neue Investor müsste deshalb neben dem Kaufpreis für das Unternehmen auch eine Anschubfinanzierung bereitstellen, „um die Liquiditätslücke zu schließen und Gardeur nachhaltig gesund aufzustellen“, so das Unternehmen. Denn durch den finanziellen Engpass seien die Verkaufsflächen derzeit nur zur Hälfte bestückt. Aber: Die Stimmung ist gut und die rund 2000 Mitarbeiter haben noch lange nicht aufgegeben.„Die Mitarbeiter sind mit viel Energie dabei, packen an und wollen den Turnaround“, so Kränzle. Und Gardeur wäre nicht das erste Unternehmen, das aus einer Krise stärker hervorgeht. Man darf die künftigen Entwicklungen gespannt verfolgen.

Foto: Gardeur-Website
Wolford verschärft Sparkurs

Im Rahmen seines laufenden Sparprogramms hat der österreichische Modekonzern Wolford AG den Stellenabbau in der Verwaltung fortgesetzt. „Mitte Oktober wird der Personalstand am Headquarter in Bregenz um weitere 15 Stellen reduziert“, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Zuvor hatte Wolford nach eigenen Angaben seit Juli bereits 41 Vollzeitstellen abgebaut, teilweise „durch natürliche Fluktuation oder Nicht-Nachbesetzung offener Stellen“. Von den nun insgesamt 56 Stellenstreichungen verspricht sich das finanziell angeschlagene Unternehmen eine „jährliche Kostenersparnis von über drei Millionen Euro“. Sie soll im kommenden Geschäftsjahr 2018/19 erstmals voll realisiert werden.

„Diese Maßnahmen sind schmerzlich für alle Beteiligten. Aber auf diese Weise kommen wir unserem Ziel, wieder profitabel zu werden, einen entscheidenden Schritt näher“, erklärten die Vorstände Axel Dreher (CEO) und Brigitte Kurz (CFO) in einer Mitteilung.

Die Stellenstreichungen sind Bestandteile eines Sparpakets, mit dem Wolford die Verlustzone verlassen will. Welchen Umfang es letztlich haben wird, ist noch nicht entschieden: „In den kommenden Monaten sollen weitere Optimierungspotenziale identifiziert und im Laufe des aktuellen Geschäftsjahres 2017/18 umgesetzt werden“, teilte das Unternehmen mit. Im vergangenen Geschäftsjahr musste Wolford einen Nettoverlust in Höhe von fast 18 Millionen Euro verbuchen. Auch im Auftaktquartal des laufenden Jahres schrieb das Unternehmen rote Zahlen.

Foto: Wolford AG
KappAhl steigert Jahresumsatz und Gewinn

Der schwedische Bekleidungshändler KappAhl AB hat im Geschäftsjahr 2016/17 erfreuliche Zahlen erzielt. Umsatz und Ergebnis fielen höher aus als im Vorjahr.

Beim Umsatz verbuchte KappAhl einen Steigerung um 4,1 Prozent auf 4,9 Milliarden Schwedische Kronen. Das Unternehmen begründete den Zuwachs mit Veränderungen im Filialnetz, höheren Erlösen auf vergleichbarer Fläche und positiven Währungseffekten. In Schweden, Norwegen und Finnland lagen die Umsätze über dem Vorjahresniveau, in Polen gingen sie deutlich zurück. Dort hatte der Konzern die Zahl seiner Shops im Laufe des Jahres von 35 auf 22 reduziert. Insgesamt verfügte KappAhl Ende August in seinen vier Märkten über 356 Läden, ein Jahr zuvor waren es 368 gewesen.

Beim Ergebnis zeigten die eingeleiteten Umbaumaßnahmen Früchte. „Eine höhere Bruttomarge, Effizienzsteigerungen und das Restrukturierungsprogramm in Polen waren positive Faktoren, die sich auf den Jahresgewinn ausgewirkt haben“, erklärte CEO Danny Feltmann. So steigerte der Konzern seine operative Marge von 7,4 auf 9,1 Prozent und kam damit dem selbstgesteckten Ziel von zehn Prozent einen großen Schritt näher. Der operative Gewinn stieg um 28 Prozent auf 448 Millionen Schwedische Kronen. Das Nettoergebnis wuchs sogar um 48 Prozent auf 364 Millionen Schwedische Kronen.

Zum weiteren Wachstum sollen künftig neue Multichannel-Angebote beitragen. Außerdem will der Konzern mit Großbritannien seinen fünften Markt erschließen. Dort soll demnächst die erste Filiale des Kidswear-Konzepts Newbie eröffnet werden.

Foto: KappAhl
Bonprix: Halbjahresumsatz wächst um drei Prozent

Der Textilfilialist Bonprix hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2017/18 erneut gesteigert. Die positive Entwicklung verdankte die Tochter des Hamburger Handels- und Dienstleistungskonzerns Otto Group deutlichen Zuwächsen in einigen Auslandsmärkten.

Am Montag verkündete das Unternehmen, dass der Umsatz in den Monaten März bis August im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent gestiegen sei. Während die Erlöse in Deutschland das Vorjahresniveau knapp verfehlten, wurden in Frankreich, den Niederlanden, Polen, Tschechien und Brasilien zweistellige Zuwächse erzielt. „Im neunten Jahr in Folge blickt Bonprix im ersten Halbjahr 2017 auf ein profitables Wachstum mit erfreulichen Entwicklungen in europäischen Märkten“, heißt es in einer Mitteilung. In den USA, wo Bonprix mit der Marke Venus vertreten ist, lag die Steigerungsrate nach Angaben des Unternehmens immerhin im „hohen einstelligen Prozentbereich“.

Im Fokus des Unternehmens steht der Ausbau der digitalen Angebote

Zuletzt konzentrierte sich der Bekleidungshändler auf die Erweiterung seiner digitalen Kapazitäten. So wurde im ersten Halbjahr „in den Ausbau von Teams sowie in technologische Infrastruktur und Entwicklungen insbesondere in der IT und im E-Commerce“ investiert. Im Juni erschloss das Unternehmen zudem mit Norwegen einen weiteren Online-Markt. Die dortigen Kundinnen können seither den Online-Shop und die App von Bonprix nutzen. Damit ist das Unternehmen nun in dreißig Ländern mit seinem Online-Shop vertreten. Mobiles Shoppen über die App ist in 14 Märkten möglich. Einkäufe mittels Smartphone und Tablet hat der Einzelhändler als „wichtigen Wachstumstreiber“ ausgemacht: „Rund 50 Prozent des weltweiten Online-Umsatzes von Bonprix werden inzwischen über mobile Endgeräte generiert“, erläuterte das Unternehmen.

„Die digitale Entwicklung von Bonprix macht uns wirklich stolz“, ergänzte Kai Heck, der als Geschäftsführer bei für die Bereiche Finanzen, IT und Services zuständig ist. „Vor 20 Jahren sind wir mit dem ersten Webshop in Deutschland an den Start gegangen. Heute haben wir uns an der Spitze etabliert – nicht als Händler oder Plattform, sondern als Modemarke mit unseren eigenen Produkten.“

Angesichts der Fortschritte bei der „konsequenten Digitalisierung des Geschäftsmodells“ blickt Heck zuversichtlich auf die kommenden Monate: „Wir sind in einer herausfordernden ersten Geschäftsjahreshälfte weiter gewachsen und haben wichtige Investitionen in die digitale Zukunft getätigt“, erklärte er. „Ich bin daher optimistisch, dass sich unser Wachstum bis zum Ende des Geschäftsjahres noch erhöhen wird.“

Foto: Otto Group
Uniqlo-Mutter Fast Retailing erzielt Rekordumsatz und Gewinnsprung

Der japanische Bekleidungskonzern Fast Retailing Co. Ltd. hat im Geschäftsjahr 2016/17 einen neuen Umsatzrekord aufgestellt. Seinen Nettogewinn konnte das Unternehmen sogar mehr als verdoppeln. Für das laufende Jahr peilt der Konzern den nächsten Meilenstein an: Der Umsatz soll erstmals auf mehr als zwei Billionen Japanische Yen gesteigert werden.

Im abgelaufenen Jahr, das Ende August beendet wurde, kam Fast Retailing auf einen Umsatz in Höhe von 1,86 Billionen Japanischen Yen (14,1 Milliarden Euro). Das entsprach einer Steigerung um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Konzept Uniqlo steuerte mit knapp 82 Prozent den weitaus größten Teil des Gesamtumsatzes bei. Der Rest entfiel auf die kleineren Modemarken des Konzerns. Den recht deutlichen Zuwachs verdankte der Konzern einem starken zweiten Halbjahr, in dem die Erlöse um 9,0 Prozent verbessert wurden. In den ersten sechs Monaten hatte die Wachstumsrate lediglich bei 0,6 Prozent gelegen.

Im Ausland wuchsen die Erlöse überdurchschnittlich stark

In Japan verbuchte Uniqlo ein kleines Umsatzplus: Dort stiegen die Erlöse um 1,4 Prozent auf 810,7 Milliarden Japanische Yen. Deutlicher wuchs der Bekleidungshändler im Ausland. Uniqlo International verbuchte eine Steigerung um 8,1 Prozent auf 708,1 Milliarden Japanische Yen und konnte seinen Anteil am Konzernumsatz damit auf 38,0 Prozent ausbauen. Im Laufe des Jahres war die Zahl der Uniqlo-Filialen außerhalb Japans um 131 auf insgesamt 958 gesteigert worden. Dazu zählten zwei Neueröffnungen in Deutschland, wo das Konzept mittlerweile über fünf Läden verfügt. Davon befinden sich vier in Berlin.

Die im Segment Global Brands geführten übrigen Marken des Konzerns, darunter GU, Theory, J Brand, Princesse Tam.tam und Comptoir des Cottoniers, kamen zusammen auf einen Umsatz von 340,1 Milliarden Japanische Yen, was eine Steigerung um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutete.

Uniqlo-Mutter Fast Retailing erzielt Rekordumsatz und Gewinnsprung

Im laufenden Jahr soll der Umsatz die Zwei-Billionen-Yen-Marke übertreffen

Beim Ergebnis fielen die Zahlen deutlich besser aus als im Vorjahr. Der Konzern konnte die Bruttomarge erhöhen, zudem stiegen die Betriebskosten trotz zahlreicher Neueröffnungen nicht so stark wie der Umsatz. Darüber hinaus profitierte Fast Retailing von günstigen Währungseffekten und musste geringere Wertberichtigungen vornehmen. So stieg der operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 38,6 Prozent und erreichte 176,4 Milliarden Japanische Yen. Der auf die Anteilseigner entfallende Jahresüberschuss wurde sogar mehr als verdoppelt: Er wuchs von 48,0 auf 119,2 Milliarden Japanische Yen (+148,2 Prozent), umgerechnet also etwa 905 Millionen Euro.

Im laufenden Geschäftsjahr 2017/18 will der Konzern sein Wachstumstempo deutlich erhöhen: Er prognostiziert eine Umsatzsteigerung um 10,1 Prozent auf 2,05 Billionen Japanische Yen. Dabei sollen die Erlöse im Ausland erstmals höher ausfallen als in Japan. Beim operativen Gewinn wird ein Wachstum um 13,4 Prozent auf 200 Milliarden Japanische Yen erwartet, beim Nettogewinn aufgrund von Sondereffekten lediglich eine Verbesserung um 0,6 Prozent auf 120,0 Milliarden Japanische Yen.

Fast Retailing, Geschäftsjahr 2016/17
Umsatz 1,86 Billionen ¥
Nettogewinn 119,2 Milliarden ¥

Foto: Uniqlo
Amazon tut sich mit Luxus- und Premiummode schwer

Die Paris Fashion Week ist gerade zu Ende. Zwischen den Showrooms kommt das Thema Amazon auf einmal auf. Die Diskussion dreht sich um Fast Fashion, Couture und Kommerz und in der Gruppe, bestehend aus Mode-Insidern, ist man ungeteilter Meinung: Niemand unter uns hat je Kleidung bei Amazon gekauft.

Vor Kurzem hat das Marktforschungsunternehmen L2, das die digitale Performance von Brands untersucht, einen Bericht mit dem Titel ‚Amazon Intelligence: Fashion’ heraus gebracht. In diesem wurde festgestellt, dass der Online-Riese Ende diesen Jahres das amerikanische Kaufhaus Macy’s als weltgrößten Händler von Bekleidung überholen wird. Ein ziemlicher Coup, selbst für Amazon, das besser bekannt ist als Buch- und Gadget-Händler, aber kaum für Mode.

Amazon verkauft Eigenmarken

Aber die Ergebnisse des Bericht sind insofern nicht überraschend, als Amazon in dem Bereich Mode viele Fortschritte erzielt hat. Es hat unter anderem Eigenlabels wie Find lanciert, die es selber produziert und so die Zwischenmänner eliminiert. Ein direkter Draht zum Kunden - dort sind natürlich die größten Margen zu holen.

Aber Amazon konzentriert sich fast ausschließlich auf den Fast Fashion Bereich der Mode. Designermarken, speziell Luxusbrands bleiben Amazon fern. Sie berufen sich auf einen Mangel an Erfahrung und eine für Luxus-Modekunden nicht attraktive Website.

Dennoch hält Amazon daran fest, die Mode zu erobern. Kürzlich lancierte Amazon den Dienst Prime Wardrobe, ein Angebot, das es Kunden erlaubt, Kleidung zuhause anzuprobieren, bevor sie einen Kaufvertrag eingehen. Was können Kunden also von Amazon in Sachen Mode erwarten?

Die Antwort ist: Basics und günstige Mode sowie Bedarfsartikel. Dazu gehören Mehrfach-Packungen, wie zum Beispiel Unterwäsche für Herren, Socken oder Strumpfhosen. Was ganz sicher nicht funktioniert, sit Luxus- oder Designerware, High-End-Denim oder angesagte Athleisurewear.

Amazon tut sich mit Luxus- und Premiummode schwer

Amazon verkauft Bekleidung, nicht Mode

Wie Bloomberg anmerkte, ist Amazon gut darin, Bekleidung zu verkaufen, jedoch nicht Mode. „Diese Unterscheidung ist Teil eines größeren Problems, das Amazon lösen muss, wenn es mehr Handelskategorien beherrschen will.”

„Aktuell ist die User-Experience bei Amazon hervorragend geeignet um Gebrauchsartikel aufzufüllen und aufgabenorientierte Produkte zu bestellen. Wer kein Waschmittel mehr hat, bestellt es auf Amazon. Wer einen neuen Roman kaufen will, findet ihn dort. Aber Amazon ist nicht gut geeignet für Shopper, die Stöbern wollen. Wer als Hochzeitsgast nach einem Kleid sucht, das er zum Fest tragen kann, zum Beispiel mit einem bestimmten Halsausschnitt, der findet diese Suchparameter nicht. Man muss visuell suchen. Wer sein Schlafzimmer neu einrichten will, weiß, dass er eine Tagesdecke sucht, aber nicht konkret, welche.”

Dem Ergebnis wird auch in dem Bericht von L2 Rechnung getragen. Die Top 100 Produkte auf Amazon kosten alle weniger als 20 US-Dollar. Das bestverkaufte Eigenlabel von Amazon ist Amazon Essentials, und es verkauft hauptsächlich Poloshirts und Socken.

Ein weiteres Problem ist die Grauzone der angebotenen Labels. Laut Bericht von L2 gibt es auch einen Markt für Brands, die nicht offiziell über Amazon verkaufen: So gibt es zum Beispiel 2300 Angebote von Tory-Burch-Produkten über Amazon, allerdings alle von Drittanbietern und zu deutlich geringeren Preisen als beim Original.

Laut Bloomberg muss sich Amazon mit diesem Problem befassen, und eine User-Experience schaffen, bei der es um das Entdecken von mode geht, wenn es auf dem Markt eine Chance haben will. Es muss auch einen Weg finden, es Kunden zu erleichtern, sich durch die endlose Zahl an Produkten zu wühlen. Solange es das nicht geschafft hat, wird Amazon die Mode-Crowd nicht für sich gewinnen.

Foto: Amazon Essentials, L2 Bericht Amazon Intelligence. Quellen: “Amazon is too Basic for its Fashion Ambitions;” L2 report Amazon Intelligence: Fashion

Der langjährige Kaufhof-Chef Lovro Mandac kritisiert die geplanten Lohnkürzungen für die etwa 21 000 Mitarbeiter des Warenhauskonzerns sowie vorgenommene Änderungen beim Sortiment. «Es ist unsozial, wenn jetzt die Mitarbeiter zur Kasse gebeten werden. Es ist eine bessere soziale Komponente, die Arbeitszeiten auf 40 oder 42 Stunden zu erhöhen und die Entlohnung so zu lassen», sagte der Ex-Kaufhof-Chef der «Bild am Sonntag».

Mit Blick auf die Gestaltung des Warenangebotes sagte Mandac der Zeitung: «Man hat Sortimente eingeführt, die nicht zur Lebensform, Mentalität und zum Kaufverhalten in Deutschland passen.» Außerdem seien die Mieterhöhungen durch den kanadischen Handelskonzern Hudson's Bay Company (HBC) für das Unternehmen eine überproportionale Belastung gewesen.

Der 67-jährige Mandac hat rund 20 Jahre das Warenhausunternehmen Kaufhof geleitet. Im Jahr 2014 gab er den Vorsitz der Geschäftsführung ab und war noch in Gremien des Unternehmens tätig.

Das Kaufhof-Management will wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Konzerns in Verhandlungen mit Verdi Einschnitte bei Löhnen und Gehältern der etwa 21 000 Mitarbeiter durchsetzen. Dazu soll ein Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung abgeschlossen werden. Verdi fordert vor den Verhandlungen ein tragfähiges Zukunftskonzept. (DPA)

Schein oder Sein: Wie nachhaltig ist Gucci wirklich?

KOMMENTAR Das Luxusmodehaus Gucci will sich neu positionieren - als sozial verantwortungsvolles und nachhaltiges Modeunternehmen. Dies kündigte Gucci-Chef Marco Bizzarri am Mittwoch im Rahmen des 2017 Kering Talks an, der vom London College of Fashion veranstaltet wird. Hat Gucci diesen Schritt durch vorherige Initiativen zementiert oder wird das zur Luxusgruppe Kering gehörende Modehaus wirklich eine Kehrtwende machen müssen, um seinen Versprechen treu zu bleiben? FashionUnited hat die Entwicklungen der letzten Jahre verfolgt.

Als ersten Schritt schockte Bizzarri die Branche (im positiven Sinn) mit der Ankündigung, das Gucci ab der Frühjahr/Sommer 2018-Kollektion ganz auf Pelz verzichten werde. Schließlich gibt es kaum ein großes Luxusmodehaus, das ohne Echtpelz auskommt. Hier könnte die italienische Luxusmarke tatsächlich zu einem der Vorreiter werden.

Schein oder Sein: Wie nachhaltig ist Gucci wirklich?

Gucci wird pelzfrei

Besonders angesichts der Tatsache, dass das Unternehmen der Fur Free Alliance beitreten will, einem Zusammenschluss von über 40 Organisationen, die sich für den Schutz von Pelztieren einsetzen. Auch wenn Dutzende von Mode-Einzelhändlern wie H&M, Zara, Hugo Boss, Marks & Spencer, KiK, Zalando und Otto dem Fur Free Retailer-Programm der Fur Free Alliance beigetreten sind, so vermisst man in der Liste - mit Ausnahme von Yoox Net-a-Porter, Ralph Lauren, Stella McCartney, Armani und jetzt Gucci - die Namen internationaler Luxusmodehändler.

Schein oder Sein: Wie nachhaltig ist Gucci wirklich?

Bizzarri erkannte Kreativdirektor Alessandro Michele für Guccis Entscheidung an, ab 2018 pelzfrei zu werden. Michele wurde 2015 eingestellt und teile, so Bizzarri, „einen gemeinsamen Glauben an die Wichtigkeit der gleichen Werte“. Zudem beweist die Entwicklung, dass selbst eine Person - zugegeben, an der richtigen Stelle - einen großen Unterschied machen kann.

Was Restbestände vergangener Kollektionen mit Echtpelz angeht, so ist Gucci konsequent - diese Artikel sollen meistbietend per Auktion versteigert und die Erlöse an Tierschutzorganisationen wie den Internationalen Tierschutzbund und LAV, die Anti-Vivisktionsliga, gespendet werden.

Jetzt fragt man sich natürlich - was ist mit Leder und den Lederprodukten, für die Gucci so bekannt ist? Auch hier will Gucci Fortschritte machen und die durch die Textil- und Lederproduktion entstehenden Einflüsse auf die Umwelt zukünftig „signifikant reduzieren“, gab jedoch keine weiteren Details bekannt. Tatsächlich soll die Lieferkette aber so transparent werden, dass 95 Prozent aller Gucci-Produkte auf ihrem Weg von der Rohstoffproduktion bis in den Laden nachvollziehbar seien, so garantierte Bizzarri.

Schein oder Sein: Wie nachhaltig ist Gucci wirklich?

Gucci will Arbeiter weltweit durch Sozialprojekte unterstützen

Und wer jetzt an die Menschen denkt, die Gucci-Produkte herstellen - auch an sie will der Modekonzern denken. Und zwar egal ob sie in einer fernen Fabrik oder im eigenen Hause arbeiten, Gucci will ihr Leben verbessern und dazu verschiedene Sozialprojekte und Organisationen vor Ort unterstützen, auch zum Thema Gleichberechtigung. Wie wäre es da zum Beispiel, der Forderung nach mehr weiblichen Kreativdirektoren nachzukommen, die in der Branche schon seit Jahrzehnten besteht? Noch im Dezember 2014 hatte Gucci auch schlechte Zustände in chinesischen Fabriken bestritten und wurde bei einem Ranking der Kampagne für saubere Kleidung vom Oktober 2014 als eines der Unternehmen geoutet wurde, das die menschenunwürdigsten Löhne zahlt.

Wer also von Guccis plötzlichem Sinneswandel etwas überrascht ist, steht nicht alleine da, denn bislang hatte sich das Unternehmen nicht als Vorreiter hervorgetan. Ging es doch zuvor eher um Wachstum, Umsatz und die Erschließung neuer Märkte als um Nachhaltigkeit, die Umwelt oder soziale Verantwortung. Es hat jedoch in der Vergangenheit durch Initiativen wie Re.Verso, BACX, Roica, ECOTEC und Newlife in seinen Kollektionen upcyclte Wolle und Kaschmir verwendet. Oder sich indirekt beteiligt, wie etwa über von ihm benutzte Textilfirmen, die sich der Detox-Kampagne von Greenpeace anschlossen.

Die Tierschutzorganisation PETA, kaum als Freund von Gucci bekannt, ist in diesem Fall jedoch begeistert und lobt das Unternehmen: „Nach mehr als 20 Jahren von PETA-Protesten gegen Halbschuhe aus Känguruhfell und Robbenfellstiefel hat sich Gucci endlich verpflichtet, sich unter die pelzfreien Modehäuser wie Armani, Ralph Lauren und Stella McCartney einzureihen. Die Entwicklung zeichnete sich ab, da Kunden heutzutage nicht mehr die Felle von Tieren im Käfig tragen wollen, die dann durch Elektroschocks oder Knüppel getötet werden.“

Und damti hat PETA den Nagel auf den Kopf getroffen - um mit der Zeit zu gehen, muss Gucci einfach nachhaltig werden. Oder auf der Strecke bleiben. Und das kann sich kein Modeunternehmen leisten, Luxus oder nicht. Jetzt darf man gespannt sein, wie schnell Gucci seine Versprechen in die Tat umsetzt .

Fotos: Fur Free Alliance, Kering, Gucci-Website