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"Unberechenbarer" Heimatmarkt macht Debenhams zu schaffen

Verunsicherung und Kaufzurückhaltung prägen derzeit die britische Einzelhandelslandschaft. Die nach wie vor unabsehbaren Folgen des Brexit-Votums, der Kursverfall des Pfundes und die überraschend angesetzten Parlamentswahlen belasteten zuletzt die Nachfrage. Das bekam auch der Handelskonzern Debenhams zu spüren.

So fielen die Zahlen, die er am Dienstag in einer Zwischenmitteilung präsentierte, ernüchternd aus: In den 15 Wochen vor dem 17. Juni sanken die Erlöse auf vergleichbarer Fläche um 0,9 Prozent. Währungsbereinigt gingen sie sogar um 2,4 Prozent zurück. Der gesamte Bruttotransaktionswert schrumpfte im betreffenden Zeitraum um 1,0 Prozent.

Das Unternehmen machte die schwierigen Rahmenbedingungen auf dem Heimatmarkt für den Umsatzschwund verantwortlich: Das Umfeld sei nach Ostern „unberechenbarer“ geworden, der Mai für den Einzelhandel insgesamt ein „harter Monat“ gewesen. Besonders das Geschäft mit Bekleidung habe unter diesen Faktoren gelitten, in anderen Segmenten, etwa in der Lebensmittel- oder der Kosmetiksparte, seien die Resultate besser ausgefallen, erklärte Debenhams.

Trotz des Abwärtstrends in den vergangenen Wochen hofft das Management weiterhin, die bestehenden Gewinnziele für das Gesamtjahr knapp erreichen zu können. Sollten die zuletzt beobachteten Unsicherheiten anhalten, würde der Gewinn vor Steuern im laufenden Geschäftsjahr aber nur „am unteren Ende des Prognosebereichs“ liegen, warnte das Unternehmen.

Der Einzelhändler hat schon vor einigen Wochen Maßnahmen ergriffen, um den allgegenwärtigen Problemen der Branche zu trotzen. Im April präsentierte er das Programm „Debenhams Redesigned“. Das sieht Verbesserungen beim Produktsortiment und den Ausbau der digitalen Angebote vor, aber auch einschneidende Sparmaßnahmen. So sollen neben Filialen auch zahlreiche Lagerhäuser und ein Distributionszentrum, geschlossen werden.

Foto: Debenhams
Hema: Mehr Umsatz und weniger Verlust im ersten Quartal

Der niederländische Einzelhändler Hema BV ist gut ins Geschäftsjahr 2017/18 gestartet. Für das erste Quartal, das Ende April abgeschlossen wurde, präsentierte das Unternehmen aus Amsterdam am Montag solide Zahlen. Demnach wurde der Umsatz gesteigert und der Nettoverlust verringert. Besonders kräftig wuchsen die Erlöse in Deutschland.

Im Auftaktquartal kam die Handelskette auf einen Umsatz von 283,4 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutete das eine Steigerung um 4,8 Prozent. Dazu trugen die Erweiterung des Filialnetzes um elf Standorte und ein Wachstum um 2,7 Prozent auf vergleichbarer Fläche bei. Außerdem wurden die Umsätze im Geschäft mit Franchise-Partnern gesteigert. Überdurchschnittlich entwickelten sich die Erlöse mit Haushaltswaren und Kosmetik (+9,6 Prozent, 102,4 Millionen Euro). Der Umsatz mit Bekleidung stieg um 2,3 Prozent auf 93,7 Millionen Euro.

In Deutschland steigt der Umsatz um 29 Prozent

Den Großteil seines Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen nach wie vor in der Heimat: Die Erlöse in den Niederlanden wuchsen um 3,8 Prozent auf 217,9 Millionen Euro. Im Ausland fielen die Steigerungsraten höher aus: In Belgien und Luxemburg verzeichnete Hema ein Wachstum um 5,4 Prozent auf 33,4 Millionen Euro. Zweistellig zulegen konnten die Niederländer in Frankreich (+16,4 Prozent, 22,7 Millionen Euro) und Deutschland, wo sich allerdings nur zehn der insgesamt über 700 Filialen des Unternehmen befinden. Beflügelt durch die Eröffnung des Kölner Flagship-Stores im vergangenen Herbst und ein flächenbereinigtes Wachstum um 11,7 Prozent stiegen die Erlöse hierzulande um 29,0 Prozent auf 4,0 Millionen Euro.

Der Nettoverlust schrumpft von 14,7 auf 12,4 Millionen Euro

Durch Reformen im Einkauf und beim Sortiment konnte Hema die Bruttomarge deutlich steigern. Daher wurde das Ergebnis trotz höherer Ausgaben für die Flächenexpansion, den Ausbau des Online-Geschäfts und Marketing-Maßnahmen klar verbessert. So schrieb das Unternehmen operativ wieder schwarze Zahlen: Der Betriebsgewinn belief sich auf 1,3 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch ein operativer Fehlbetrag in Höhe von 1,4 Millionen Euro verbucht werden musste. Auch unter dem Strich sah es besser aus als vor einem Jahr: Der Nettoverlust schrumpfte von 14,7 Millionen Euro auf 12,4 Millionen Euro.

Foto: Hema Facebook-Page
The Finish Line: magere Zahlen im ersten Quartal

Auch der US-amerikanische Sportartikelhändler The Finish Line bekam in den vergangenen Monaten die Kaufzurückhaltung der Kunden zu spüren. Im ersten Quartal 2017/18 stagnierte der Umsatz, der Gewinn schrumpfte. Trotzdem hielt das Unternehmen an seinen Jahresprognosen fest.

Insgesamt erwirtschaftete The Finish Line in den Monaten März bis Mai einen Umsatz von 429,8 Millionen US-Dollar (384,1 Millionen Euro). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entsprach das einem Rückgang um 0,1 Prozent. Auf vergleichbarer Fläche sanken die Erlöse um 1,1 Prozent. CEO Sam Sato räumte ein, dass es zum Ende des Quartals „unerwarteten Gegenwind“ gegeben habe. Die flächenbereinigte Umsatzentwicklung sei daher hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Trotz erfolgreicher Sparmaßnahmen schrumpfte der Gewinn deutlich. Dazu trugen Abschreibungen und Abfindungszahlungen im Zusammenhang mit Ladenschließungen bei. So sank der ausgewiesene Quartalsüberschuss um 15,4 Prozent auf 8,1 Millionen US-Dollar (7,3 Millionen Euro). Der Nettogewinn aus fortgeführten Geschäften ging sogar um 20,7 Prozent zurück.

Das Unternehmen hofft nun auf die kommenden Monate: Er sei zuversichtlich, dass die eingeleiteten strategischen Maßnahmen dazu beitragen würden, „in der zweiten Jahreshälfte zu profitablem Wachstum zurückzukehren“, erklärte Sato in einer Mitteilung. So blieben die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr unverändert. Das Management rechnet damit weiterhin mit einem flächenbereinigten Umsatzwachstum „im niedrigen einstelligen Prozentbereich“. Für das zweite Quartal wird aber erst einmal ein weiterer leichter Rückgang erwartet.

Foto: The Finish Line
Schalke 04 wechselt von Adidas zu Umbro

Der Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 wird ab der Saison 2018/19 in Umbro-Trikots auflaufen. Auf der Mitgliederversammlung am Sonntag stellten die Gelsenkirchener die britische Marke als neuen Ausstatter vor. Wenige Tage zuvor war bekannt geworden, dass der Verein seine langjährige Partnerschaft mit Adidas mit dem Auslaufen des derzeitigen Vertrages im Sommer kommenden Jahres beenden würde. Die Herzogenauracher hatten Schalke seit Gründung der Fußball-Bundesliga im Jahr 1963 eingekleidet. Als möglicher Nachfolger war auch der aufstrebende US-Sportartikler Under Armour im Gespräch gewesen – am Ende machte aber Umbro das Rennen.

Alexander Jobst, der Marketingvorstand des Fußballclubs, begründete die Wahl folgendermaßen: „In unserer Entscheidungsfindung der letzten Monate lag das Augenmerk auf drei wesentlichen strategischen Punkten: Wertschätzung, Wirtschaftlichkeit und Identität. In allen drei Komponenten fiel die Entscheidung eindeutig zugunsten von Umbro.“ Im Rahmen des nun geschlossenen Vertrages wird das Label nicht nur die Profimannschaft, sondern auch die Nachwuchsteams des Vereins ausstatten.

Die in der Nähe von Manchester beheimatete Marke Umbro hat im Fußball eine große Tradition. Besonders bekannt wurde sie als langjähriger Ausstatter der englischen Nationalmannschaft, die allerdings 2013 zu Nike wechselte. Auch heute laufen zahlreiche namhafte Fußballteams in Umbro auf, darunter der deutsche Zweitligist 1. FC Nürnberg. Ab der übernächsten Saison wird die Marke dann aller Voraussicht nach auch hierzulande wieder im Oberhaus vertreten sein: Der FC Schalke 04 ist nach dem SV Werder Bremen der zweite aktuelle Bundesligist, der ab Juli 2018 von Umbro ausgestattet wird. Das Label wurde 1924 gegründet. Von 2008 bis 2012 gehörte es dem US-Konzern Nike, danach wurde es von der Iconix Brand Group übernommen.

Foto: Homepage Schalke 04
Louis Vuitton plant Fabrik in den USA

Das französische Luxuslabel Louis Vuitton plant die Eröffnung einer eigenen Fabrik in den USA, um den Bedarf nach seinen Handtaschen zu decken. Auch in Frankreich soll ein weiterer Produktionsstandort erschlossen werden und ein bestehender Workshop in Portugal soll erweitert werden, so LVMH-Geschäftsführer Michael Burke gegenüber Bloomberg. Zudem wird im Herbst ein neuer Betrieb in Barcelona gestartet.

Bernard Arnault, Vorstandsvorsitzender des Luxuskonzerns, zu dem die Marke Louis Vuitton gehört, hatte bereits zuvor bei einem Besuch in New York, bei dem er den US-Präsidenten Donald Trump traf, die Möglichkeit einer Louis Vuitton-Fabrik in Texas oder North oder South Carolina erwähnt. Burke bestätigte, dass die Eröffnung der Fabrik derzeit auf der Louis Vuitton FS 18 Show auf der Pariser Männermodewoche "verhandelt" werde, gab aber keine weiteren Einzelheiten bekannt.

Die Nachfrage nach Louis Vuittons bekannten Lederhandtaschen steigt weiter; teils durch die Anstrengungen des 2013 eingestellten künstlerischen Leiters Nicolas Ghesquiere, der den Namen der Marke als Hersteller von Reisebedarf gestärkt hat. Danach ist laut Burke Ready-to-wear die am schnellsten wachsende Kategorie, für die das Label auch ein jüngeres Publikum anzusprechen sucht.

Foto: Louis Vuitton FS18, Catwalkpictures
Textilproduktion: Minister Müller droht Firmen mit Sanktionen – irgendwann

Die Methoden der textilen Herstellungsprozesse in Ländern wie China oder Bangladesch rücken immer stärker in den Fokus der Politik. So hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller den Unternehmen der Textilbranche nun langfristig mit Sanktionen gedroht, falls sie in ihren ausländischen Fabriken und bei Zulieferbetrieben nicht für faire Arbeitsbedingungen sorgen.

Zwar gibt es bereits Initiativen wie das Textilbündnis, in dem Politik und Unternehmen gemeinsam an einer fairen, nachhaltigen Lieferkette arbeiten. Die Mitgliedschaft in diesem Bündnis ist jedoch freiwillig und basiert auf dem Goodwill der Hersteller. Bislang wohl mit überschaubarem Erfolg. In der kommenden Legislaturperiode werde sich zeigen, ob der bisherige Ansatz der Freiwilligkeit Früchte trage, „oder ob wir nicht verbindliche Rahmenbedingungen brauchen“, so der CSU-Politiker am Donnerstag bei der Vorstellung seines Buches „Unfair! Für eine gerechte Globalisierung“.

Damit nimmt sich der Politiker im Vorfeld der Bundestagswahl im kommenden Herbst vor allem selbst aus dem Schussfeld. Schließlich hätte er seit der Gründung des Textilbündnisses im Jahr 2014 längst für eine verbindlichere Ausgestaltung sorgen können. Aber Müller wollte lieber seine „Visionen jenseits der Tagespolitik darlegen“ und ein Buch schreiben, das nun pünktlich zum Wahlkampf erscheint und die Welt sicherlich ein Stückchen besser machen wird.

Um Veränderungen anzustoßen, sei es gelegentlich notwendig, „einen Stein ins Wasser zu werfen“, findet Müller. Eine in der Politik gern ausgeführte Disziplin – besonders dann, wenn es sich dabei um den Stein des Anstoßes handelt. Wann hingegen welche Konsequenzen für welche Verhaltensmuster eingeführt werden sollen, wollte Müller nicht bekanntgeben.

Foto: adel / pixelio.de

Nach dem Neustart ist vor dem Neustart: Strenesse will's noch mal wissen

Das Modelabel Strenesse blickt mittlerweile auf eine sehr abwechslungsreiche Geschichte zurück. Vom globalen Höhenflug bis zu Pleiten und diversen Rettungsversuchen hat das ehemalige Familienunternehmen mit Sitz im Baden-Württembergischen Nördlingen so ziemlich alle unternehmerischen Entwicklungen durchgemacht, die man während eines BWL-Studiums lernen kann.

Gegründet wurde Strenesse bereits 1949 als Wohlfahrt & Co., war damals aber ausschließlich auf die Herstellung von Damenmänteln spezialisiert. Erst zehn Jahre später wurde die Firma von der Besitzerfamilie Strehle in Strehle KG umbenannt und um weitere Damenmode-Segmente erweitert. 1996 starteten die Schwaben dann eine neue,vollständige Frauenlinie namens Strenesse.

Nachdem 1972 Gerd Strehle, der Sohn des Firmengründers, die Geschäfte übernommen hatte, trat auch die Designerin Gabriele Hecke in das Unternehmen ein. Sie sollte die Marke über Jahrzehnte prägen. 1985 heirateten Strehle und Hecke und bildeten danach ein äußerst erfolgreiches Führungs-Duo. Unter ihrer Ägide entwickelte sich das kleine Modeunternehmen in den folgenden zehn Jahren zu einem international bekannten Hersteller von schlicht-eleganter Designermode aus hochwertigen Materialien.

Der Zeitraum von Mitte der 1990er bis Anfang der 2000er Jahre gelten als die wirtschaftlich erfolgreichsten Zeiten der Firmengeschichte, der Jahresumsatz betrug bis zu 125 Millionen Euro. Doch Strenesse hatte sich übernommen: Die Eröffnung eigener Läden in teuren Top-Lagen, der Launch einer Männerkollektion sowie rückläufige Geschäfte aufgrund der Terrorattacke auf die New Yorker Twin Towers im Jahr 2001 läuteten die erste, große Krise des Unternehmens ein.

Nach dem Neustart ist vor dem Neustart: Strenesse will's noch mal wissen

Rückzug der Gründerfamilie

Mitte des Jahrzehnts reduzierte sich der Umsatz von Strenesse auf unter 70 Millionen Euro im Jahr. Unterm Strich blieben den Schwaben immer wieder Jahresverluste, die von außen mit frischen Kapital kompensiert werden mussten. Auch der Eintritt von Strehle-Tochter Viktoria oder der erste Auftritt bei der New York Fashion Week im Jahr 2005 konnten daran nichts ändern.

So wurden Kollektionen wie Strenesse Blue neu eingeführt, die Männerlinie erst ab- und dann wieder angeschafft, Lizenzen vergeben, Schuhe und Brillen produziert, Fernsehgeräte designt und ein Onlineshop gelauncht. Viele Rettungsmaßnahmen, die jedoch nicht die gewünschten Effekte erzielen konnten - obwohl Strenesse von 2006 bis 2013 sogar offizieller Ausstatter der Deutschen Fußballnationalmannschaft war.

Zum Ende des Jahres 2012, und nach der privaten Trennung von Gerd und Gabriele Strehle, schied zunächst Gabriele Strehle und kurz darauf auch Viktoria Strehle aus dem Unternehmen aus. Luca Strehle übernahm als Vorstandsvorsitzender gemeinsam mit Erich Sauter als kaufmännischer Leiter die Führung des Unternehmens, und Gerd Strehle wechselte in den Vorsitz des Aufsichtsrats. Doch trotz neuer Organisation und Ausrichtung kam die Firma nicht mehr richtig auf die Beine. So wurde unter anderem eine Unternehmensanleihe platziert, die nicht zurückgezahlt werden konnte. 2014 musste der Strenesse-Konzern dann erstmals Insolvenz anmelden.

Neuer Store in Frankfurt am Main kurz vor Eröffnung

Danach bestimmten diverse Irrungen und Wirrungen die Schlagzeilen um die Schwaben: Investoren wurden gesucht, Sanierer geholt und wieder geschasst, die Famile zog sich in den Aufsichtsrat zurück und träumte weiter von einer Positionierung „direkt unter Marken wie Gucci, Prada oder Stella McCartney“. Zugleich häufte der Konzern jeden Monat hohe Verluste an, was wiederum bereits interessierte Investoren abschreckte.

Nach dem Neustart ist vor dem Neustart: Strenesse will's noch mal wissen

Im Frühjahr 2016 wurde Birgit Kaufmann-Rehm, zuvor Designerin bei dem Modelabel Clemens en August, zum Head of Design von Strenesse ernannt, wo sie seitdem einem achtköpfigen Design-Team vorsteht. Auch die Übernahme durch einen neuen Investor soll Ende 2016 endlich geklappt haben. Seitdem hält wohl die Schweizer Treuhandgesellschaft H2P AG 90 Prozent der Firmenanteile, zehn Prozent gehören dem ehemaligen Porsche-Design-Geschäftsführer Jürgen Gessler, der ab 2017 auch die Leitung von Strenesse übernommen hat. Das Traditionsunternehmen, das seitdem unter dem Namen Strenesse New GmbH firmiert, soll nun endlich wieder durchstarten – ohne die Gründerfamilie.

Mittlerweile wieder als relevantes Label am Markt platziert, traut sich Strenesse derzeit sogar wieder, zu expandieren. Neueröffnungen markeneigener Stores gehören dabei ebenso dazu wie eine erneute Präsenz auf den einschlägigen Modewochen. Und auch die Vertriebstochtergesellschaften mit Showrooms in Mailand, New York und Tokio sollen wieder aktiver werden.

In Frankfurt am Main soll bereits in wenigen Tagen ein neuer Strenesse Store eröffnen. Zudem präsentiert sich die Marke erstmals auf dem Berliner Modesalon im Rahmen der Berlin Fashion Week. Von seinen Mitbewerber abheben will sich das neue Strenesse durch „einen essentiellen und vorausblickenden Modestil, der auf kurzlebige Effekte verzichtet und bei der die hochwertigen Stoffe Hauptakteure der Designs sind“. Zudem lässt das Unternehmen fast ausschließlich in Europa produzieren und will so mit hohen Sozial- und Umweltstandards punkten. Vielleicht wird Strenesse so doch noch einmal wichtig.

Fotos: Strenesse

Die angeschlagene Modekette Tom Tailor hat sich am Kapitalmarkt frisches Geld verschafft. Durch die Ausgabe neuer Aktien sammelte das Unternehmen brutto rund 61 Millionen Euro ein, wie es am Mittwoch mitteilte. Die angebotenen 9,5 Millionen Papiere seien fast komplett angenommen worden. Der chinesische Großaktionär Fosun habe seine Bezugsrechte vollständig ausgeübt. Sein Anteil erhöht sich durch die neu erworbenen Aktien auf 29,99 Prozent.

Mit rund 50 Millionen Euro soll der größte Teil des Emmissionserlöses in den Ausbau des Internethandels, ins Marketing, in die IT und die Modernisierung der Läden fließen. Darüber hinaus will Tom Tailor seine Eigenkapitalquote stärken.

Das Unternehmen leidet unter der starken Konkurrenz von Onlinehändlern und Billigketten. Zudem hatte Tom Tailor zu aggressiv expandiert, was auf Kosten der Rentabilität ging. Auch der Kauf der Marke Bonita erwies sich im Nachhinein in dem schwächelnden Textilmarkt als überteuert. (DPA)

Lululemon und 7mesh gehen Partnerschaft ein

Der kanadische Sportswear-Anbieter Lululemon Athletica und der Spezialist für Radfahrbekleidung 7mesh haben eine strategische Partnerschaft bekannt gegeben, durch die sie hochentwickelte, technische Bekleidung auf ein neues Niveau bringen wollen.

“Wir sind immer offen für Möglichkeiten, um unsere Innovations-Pipeline aufzutanken”, kommentierte Lululemon-Geschäftsführer Laurent Potdevin in einer Erklärung und fügte hinzu: “Durch das Zusammenbringen von 7meshs umfangreicher Kompetenz im Bereich technischer Kleidung und der leistungsorientierten Denkweise mit den Fähigkeiten unserer Branche und dem F &E-Whitespace-Team verbinden wir Mode und Funktion perfekt, um zusammen Transformationsprodukte für unsere Gäste zu schaffen.”

Laut dem auf Yogabekleidung spezialisiertem Unternehmen wird es entsprechend auf den Erfolg seines Entwicklungsteams Whitespace R&D aufbauen. Dementsprechend ist die Entwicklung neuer Stoffe und Verbindungstechniken eine Priorität, ebenso wie Produkttesting und die Entwicklung von Konzepten für die Zukunft.

“Die enge Partnerschaft mit Lululemons Whitespace-Team ist für uns eine unglaubliche Gelegenheit. Wir freuen uns, den Stand der Technik durch die Schaffung der modernsten technischen leistungsstarken Kleidung”, fügte 7mesh-Geschäftsführer Tyler Jordan hinzu.

Außer der strategischen Partnerschaft hat sich Lululemon auch mit einer Minderheitsbeteiligung an 7mesh beteiligt. Das Unternehmen ist in Squamish, British Columbia angesiedelt, unweit von Lululemons Hauptquartier in Vancouver.

Foto:7mesh-Website
Kering sieht sich Klage wegen "Made in Italy"-Brillenaufdruck gegenüber

Der französische Luxusgüterkonzern Kering muss sich Anschuldigungen und einer Klage eines seiner Zwischenhändlers, Selima Optique, stellen. Der Betreiber von Designer-Boutiquen für Luxus-Brillenmode in New York und Frankreich beschuldigt den Konzern und sein Tochterunternehmen Kering Eyewear Produkte “absichtlich und fälschlicherweise” als ‘Made in Italy’ zu bewerben.

Speziell beschuldigt das Unternehmen in seiner letzte Woche bei einem Manhattaner Gericht eingereichten Klage, Teile von Brillen und Sonnenbrillen führender Luxusmarken wie Yves Saint Laurent, Gucci, Brioni, Stella McCartney und Tomas Maier in China herstellen zu lassen, bevor sie nach Italien verschickt und dort zusammengesetzt und mit dem Aufdruck ‘Made in Italy’ versehen werden.

Selima Optique verkauft neben seiner eigenen Marke von Brillen, die in Paris hergestellt werden, auch Brillen und Sonnenbrillen von Kering-Marken, und wirft dem Konzern vor, Kunden durch das ‘Made in Italy’-Etikett in die Irre zu führen.

Kering lehnt alle Beschuldigungen ab. “Kering Eyewear lehnt alle von Selima Optique, Inc. gemachten Anschuldigungen ab”, sagte ein Kering-Sprecher. “Kering Eyewear-Luxusprodukte werden in Italien und in Übereinstimmung mit allen anwendbaren Gesetzen hergestellt”. Laut des in Italien seit 2009 geltenden “Made in Italy”-Gesetzes dürfen nur Produkte, die vollständig in Italien hergestellt werden - einschließlich Planung, Produktion und Verpackung - so gekennzeichnet werden, dies allerdings in jeder Sprache. Jedes Vergehen und jeder Missbrauch wird geahndet.

Selima Optique wurde angeblich letzten Oktober zum ersten Mal auf die angeblich fälschlich bezeichneten Produkte aufmerksam, nachdem die Brillenboutique eine Lieferung von YSL-Brillen erhielt und bemerkte, dass eine auf einer Seite mit ‘Made in China’ und auf der anderen mit ‘Made in Italy’ bedruckt war, so WWD.

Kering Eyewear mit Hauptquartier in Veneto, Italien, führt den doppelten Aufdruck auf menschliches Versagen zurück, so ein Sprecher des Unternehmens. Demnach soll der Aufdruck ‘Made in China’ für eine Sonnenbrille von Puma bestimmt gewesen sein, die tatsächlich in China hergestellt wird. Dies passierte mit insgesamt 19 Brillen, von denen 18 an einen anderen Händler und eine an Selima Optique geschickt worden waren. Ersterer sah den Fehler ein, so der Sprecher, während Selima Optique sich für rechtliche Schritte entschied.

Jetzt bleibt abzuwarten, ob viel Lärm um nichts gemacht wird, oder ob an der vorsätzlichen Täuschung der Verbraucher tatsächlich etwas dran ist. FashionUnited hat Selima Optique um weitere Informationen gebeten.

Foto: Gucci Pre-Fall 17 Collection Campaign, Facebook