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China eröffnet ersten Internet-Gerichtshof

Angesichts mobiler und Internet-Transaktionen, die in den letzten Jahren explosionsartig zugenommen haben, hat China am Freitag seinen ersten Internet-Gerichtshof eingeführt, der sich ausschließlich mit Online-Angelegenheiten auseinandersetzen soll.

Es ist kein Zufall, dass Chinas erster "Cyber Court" ausgerechnet in Hangzhou angesiedelt ist - die Millionenstadt im Osten des Landes ist Heimat vieler Internet-Unternehmen wie zum Beispiel dem e-Commerce-Riesen Alibaba. Diese können ihre zivilrechtlichen Klagen jetzt direkt an den neuen Internet-Gerichtshof adressieren; es gibt sogar die Möglichkeit, ihren Prozess per Videochat zu verfolgen.

Der Internet-Gerichtshof wird "Normalbürgern eine effiziente und kostengünstige Lösung für diese neue Art von Streitigkeiten bieten, die im Internet stattfinden", kommentierte Du Qian, Präsident des Internet-Gerichtshofs, gegenüber der offiziellen Nachrichtenagentur des Obersten Gerichtshofs. "Dies wird nicht nur Klagen so bequem machen wie Online-Shopping, sondern Online-Shopping auch das gleiche Maß an Rechtsschutz bieten wie der Konsum im stationären Handel."

Der "Hangzhou Internet Court" wird Fälle wie Online-Handelsstreitigkeiten behandeln, aber auch Online-Verleumdungen, Urheberrechtsklagen und Haftungsansprüche für Produkte beim Internetkauf. Der erste Fall wurde auch prompt am Freitag behandelt - und in einer halben Stunde abgeschlossen. Es ging um eine Autorin, deren Roman von einer Internetfirma an Abonnenten verkauft wurde, ohne zuvor die Rechte dazu einzuholen. Die Öffentlichkeit konnte sogar per Videostream dem Prozess beiwohnen.

Mit 731 Millionen - soviel waren es zumindest Ende letzten Jahres - ist China die Heimat der weltweit größten Zahl von Internetnutzern - und e-Commerce gehört zum wichtigen Teil der Bemühungen der Regierung, China zu einer nachfragebestimmten Konsumwirtschaft zu machen.

Chinesische Verbraucher gaben während des größten Online-Shopping-Verkaufs von Alibaba am 11. November im vergangenen Jahr mit 17,8 Milliarden US-Dollar mehr als das Doppelte des Fünf-Tage-Ausverkaufs zwischen Thanksgiving und Cyber Monday in den USA aus.

Foto: Thorben Wengert / pixelio.de
Hermes eröffnet sein größtes Logistikzentrum in England

Die Versandt-Dienstleister Hermes ist europaweit auf Expansionskurs und hat nun im englischen Rugby in der Grafschaft Warwickshire sein bislang größtes Logistik Center in Europa eröffnet. Das neue „Midlands Super-HUB“ soll künftig die Rekordmenge von bis zu 1,5 Millionen Paketen pro Tag verarbeiten und rund 100 neue Jobs in die Region bringen.

Rund 34 Millionen hat die Otto-Tochter eigenen Angaben zufolge in den 140.000 Quadratmeter großen Neubau investiert und damit das größte Paketzentrum seiner Art in Großbritannien geschaffen.

Mit dem neuen Logistikzentrum stelle man sich auf die Fortsetzung des rasanten Mengenwachstums im Zuge des anhaltenden Booms im britischen Onlinehandel ein, so Hermes. Allein im aktuellen Geschäftsjahr sei das Volumen des E-Commerce-Marktes in Großbritannien erneut um 14 Prozent auf rund 72,7 Milliarden Euro gewachsen. Als „Dienstleister zahlreicher führender Händler und Marken“ habe Hermes UK maßgeblich von diesem positiven Trend profitieren und in den vergangenen Jahren konstante Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich abrufen können, heißt es.

Investieren will Hermes auch in Deutschland, wo das Unternehmen bis 2019 neun neue Logistik Center in Betrieb nehmen will. Geplant seien unter anderem neue Standorte in Hamburg und im brandenburgischen Ketzin. Als erstes neues Paketzentrum ist seit Mai 2017 bereits das Logistik Center in Bad Rappenau in Baden-Württemberg in Betrieb. Im Herbst soll dann bereits ein neues Center in Mainz ans Netz gehen.

Foto: Hermes

Urban Outfitters: Quartalszahlen enttäuschen den Chef und begeistern die Anleger

Der US-amerikanische Modehändler Urban Outfitters Inc. hat unerfreuliche Monate hinter sich. Im zweiten Quartal 2017/18 verfehlte er sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn das Vorjahresniveau, weil die Sparten Anthropologie Group und Urban Outfitters Schwächen zeigten. CEO Richard Hayne erklärte, das Unternehmen sei von den am Dienstag vorgelegten Zahlen „enttäuscht“, verwies aber auch darauf, dass Maßnahmen eingeleitet worden seien, die in den kommenden Quartalen wieder für Wachstum sorgen sollen. Unter anderem will Urban Outfitters das Großhandels- und Auslandsgeschäft stärken und die digitalen Angebote verbessern. An der Börse kamen die Quartalszahlen hingegen gut an. Weil mit noch deutlich schlechteren Resultaten gerechnet worden war, stieg der Aktienkurs um mehr als zehn Prozent.

In den Monaten Mai bis Juli belief sich der Konzernumsatz auf 872,9 Millionen US-Dollar (744,7 Millionen Euro). Er lag damit um 2,0 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Einzelhandelserlöse inklusive des Online-Geschäfts schrumpften auf vergleichbarer Fläche um 4,9 Prozent. Dabei konnte die Marke Free People um 2,9 Prozent zulegen, während die Umsätze der Segmente Anthropologie Group (-4,0 Prozent) und Urban Outfitters (-7,9 Prozent) rückläufig waren. Zuwächse im E-Commerce reichten nicht, um die sinkende Nachfrage in den stationären Shops zu kompensieren. Insgesamt schrumpfte der Einzelhandelsumsatz des Konzerns um 3,1 Prozent auf 790,6 Millionen US-Dollar. Im Großhandelsgeschäft stiegen die Erlöse um 10,0 Prozent auf 82,3 Millionen US-Dollar.

Der Nettogewinn schrumpft um 35 Prozent

Der Umsatzrückgang auf vergleichbarer Fläche drückte auf den Gewinn. Hinzu kam, dass vor allem bei den Damenmode-Angeboten von Anthropologie und Urban Outfitters umfangreiche Rabattaktionen nötig waren, um die Lagerbestände zu reduzieren. Außerdem belasteten die Folgekosten von Ladenschließungen und Investitionen in das Online-Geschäft das Ergebnis. So sank der operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal um 36,4 Prozent auf 75,2 Millionen US-Dollar. Das Nettoergebnis schrumpfte um 35,1 Prozent auf 49,9 Millionen US-Dollar (42,6 Millionen Euro).

Aufgrund des schwachen zweiten Quartals sank auch der Halbjahresumsatz: Er ging um knapp 1,2 Prozent auf 1,63 Milliarden US-Dollar zurück. Der Nettogewinn lag nach sechs Monaten bei 61,9 Millionen US-Dollar und damit um 41,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Ende Juli verfügte der Konzern über 245 Filialen von Urban Outfitters und 225 Stores der Anthropologie Group in Nordamerika und Europa. Hinzu kamen 12 Restaurants und 130 Free-People-Boutiquen in den USA und Kanada. Die Kollektionen der Marke werden zudem in Warenhäusern und von Fachhändlern verkauft.

Urban Outfitters, 2. Quartal 2017/18
Umsatz 872,9 Millionen $
Nettogewinn 49,9 Millionen $

Foto: Urban Outfitters
Neuer Eigentümer: Mexx ist wieder niederländisch

Die niederländische Modemarke Mexx hat wieder einmal den Eigentümer gewechselt. Am Dienstag teilte die RNF Holding mit, das Label von der türkischen Eroğlu Holding gekauft zu haben. Die Transaktion wurde demnach bereits am 12. Juli vollzogen. Sie schließt die Sparte Mexx Perfumes ein, die im Rahmen eines langfristigen Lizenzabkommens vom US-amerikanischen Kosmetikkonzern Coty betrieben wird. Weitere Details der Übernahme, darunter auch der Kaufpreis, wurden nicht veröffentlicht.

Der im niederländischen Drunen ansässige RNF Holding gehört unter anderem der Schuhhersteller Ferro Footwear BV. Zudem hält sie Lizenzen der Marken Umbro und Scout für Deutschland, Österreich, die Schweiz und die Beneluxländer. Mit dem Label Mexx, das in die neu gegründete Gesellschaft Mexx International BV eingebracht wurde, verfügt der Konzern nun auch über eine eigene Modesparte.

Die niederländische RNF Holding kaufte Mexx von der türkischen Eroğlu-Gruppe

„Mexx erfüllte für uns einige Kriterien: Es ist eine authentische Marke mit starker Tradition, einer klaren Positionierung und einer weltweiten Markenbekanntheit, die sich nutzen lässt“, erklärte Ferry Helmer, Managing Partner von RNF. „Wir sind stolz, Mexx wieder in niederländische Hand gebracht zu haben. Bei RNF sehen wir für Mexx großes Potenzial, um eine wichtige Rolle in der heutigen Mode- und Accessoireslandschaft zu spielen. Wir freuen uns auf eine Wiederbelebung.“

Mexx hat in den vergangenen Jahren bewegte Zeiten erlebt. 2001 verkaufte Rattan Chadha das Unternehmen, das er 1986 in Amsterdam gegründet hatte, für 264 Millionen US-Dollar sowie erfolgsabhängige Zusatzzahlungen an den US-Konzern Liz Claiborne. 2011 übernahm das Investmenthaus The Gores Group für nur noch 85 Millionen US-Dollar eine Mehrheitsbeteiligung an dem inzwischen hoch verschuldeten niederländischen Modeunternehmen. 2014 musste Mexx schließlich Insolvenz anmelden. Im folgenden Jahr wurde dann die Eroğlu Holding neuer Eigentümer. Sie zahlte Berichten zufolge lediglich 21 Millionen Euro für die angeschlagene Marke. Nun ist es also an RNF, Mexx wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

Foto: Mexx Facebook-Page
Coach steigert Jahresüberschuss um 28 Prozent

Zuletzt war der US-amerikanische Lederwarenkonzern Coach Inc. vor allem wegen der Übernahme des Modelabels Kate Spade in den Schlagzeilen gewesen. Der Zukauf, den sich Coach 2,4 Milliarden US-Dollar kosten ließ, hatte aber noch keine wesentlichen Auswirkungen auf die Jahresresultate für 2016/17, die das Unternehmen am Dienstag präsentierte. Erst im laufenden Jahr wird die Akquisition für ein kräftiges Umsatzplus sorgen.

Im vergangenen Geschäftsjahr, das am 1. Juli abgeschlossen wurde, kam Coach auf einen Umsatz in Höhe von 4,49 Milliarden US-Dollar (3,83 Millionen Euro). Das entsprach nahezu exakt dem Vorjahresniveau, obwohl 2015/16 eine Verkaufswoche mehr umfasst hatte. Bereinigt um deren Anteil stiegen die Erlöse um zwei Prozent, obwohl das Unternehmen Rabattaktionen eingeschränkt und Liefermengen reduziert hatte, um seine Hauptmarke Coach wieder exklusiver zu positionieren.

Weil der Konzern Kosten senken konnte, stieg die operative Marge. Der Betriebsgewinn wuchs daher um 20,5 Prozent auf 787,4 Millionen US-Dollar. Der Jahresüberschuss wurde sogar um 28,3 Prozent verbessert und erreichte 591,0 Millionen US-Dollar (504,6 Millionen Euro). Bereinigt um Sonderfaktoren wie Restrukturierungskosten und Belastungen im Zuge von Zukäufen stieg der Nettogewinn um 10,4 Prozent von 551,7 auf 609,3 Millionen US-Dollar.

Der Kauf von Kate Spade soll im laufenden Jahr für ein Umsatzwachstum um etwa 30 Prozent sorgen

Ein Grund für die erfreulichen Zahlen war das starke Schlussvierteljahr. Im vierten Quartal stieg der Konzernumsatz bereinigt um den Anteil der zusätzlichen Verkaufswoche im Vorjahr um sechs Prozent (währungsbereinigt +7 Prozent) auf 1,13 Milliarden US-Dollar. Der Quartalsüberschuss sprang sogar um 86,1 Prozent auf 151,7 Millionen US-Dollar. „Die starken Zahlen im vierten Quartal krönten die exzellente Leistung des Unternehmens im Geschäftsjahr 2016/17“, erklärte CEO Victor Luis.

Das laufende Geschäftsjahr wird maßgeblich durch die Eingliederung von Kate Spade geprägt werden. „Nach der erfolgreichen Integration von Stuart Weitzman und der Akquisition von Kate Spade sind wir nun an einem aufregenden und entscheidenden Punkt unserer Reise“, erklärte Luis. „In einem unberechenbaren Umfeld positionieren wir uns für langfristiges Wachstum, indem wir uns neu erfinden.“ Durch die Übernahme des Schuhlabels Stuart Weitzman im Jahr 2015 und den vor wenigen Wochen abgeschlossenen Kauf von Kate Spade, mit der eine neue, jüngere Zielgruppe angesprochen werden soll, habe sich Coach der Konzernstrategie entsprechend zu einem „echten Modehaus mit emotionalen, begehrten Marken“ weiterentwickelt, so Luis.

Für 2017/18 rechnet das Management mit einer Umsatzsteigerung um etwa dreißig Prozent auf 5,8 bis 5,9 Milliarden US-Dollar. Neben einem organischen Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich soll dazu vor allem der erstmals konsolidierte Jahresumsatz von Kate Spade beitragen. Diesen bezifferte das Unternehmen auf „mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar“. Beim Gewinn pro Aktie wird ein Wachstum um zehn bis zwölf Prozent auf 2,35 bis 2,40 US-Dollar erwartet.

Foto: Coach Facebook-Page

VF Corporation übernimmt Williamson-Dickie für 820 Millionen US-Dollar

Hierzulande ist der US-amerikanische Bekleidungskonzern VF Corporation vor allem für populäre Marken wie The North Face, Vans, Timberland oder Wrangler bekannt. Weniger öffentlichkeitswirksam ist die Workwear-Sparte, die professionelle Arbeitskleidung produziert. Die hat der Konzern nun massiv gestärkt: Am Montag verkündete er die Übernahme des Traditionsunternehmens Williamson-Dickie Manufacturing Company.

VF lässt sich den Neuzugang einiges kosten: 820 Millionen US-Dollar, umgerechnet also etwa 695 Millionen Euro, wird das Unternehmen den bisherigen Eigentümern zahlen. Das 1922 in Texas gegründeten Familienunternehmen, bei dem derzeit mehr als 7.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, ist vor allem auf Hochleistungs-Workwear spezialisiert, die Marke Dickies ist aber auch in Streetwear-Läden zu finden. Nach der Übernahme, die im vierten Quartal endgültig vollzogen werden soll, wird Williamson-Dickie in die Imagewear-Sparte von VF eingegliedert, in der auch die anderen auf Arbeitskleidung spezialisierten Marken des Konzerns geführt werden. „Mit diesem Kauf vereinigen wir zwei großartige Unternehmen und eine Gruppe herausragender Marken. So schaffen wir einen globalen Marktführer im Workwear-Segment mit einem Jahresumsatz von etwa 1,7 Milliarden US-Dollar“, erklärte Steve Rendle, der CEO von VF.

Angesichts der Übernahme hob VF seine Jahresprognosen an

Aufgrund der bevorstehenden Übernahme passte VF auch seine Jahresprognosen an: Schließlich soll Williamson-Dickie noch im laufenden Geschäftsjahr etwa 200 Millionen US-Dollar zum Konzernumsatz beisteuern. Demzufolge rechnet das Management nun mit einem Jahresumsatz in Höhe von 11,85 Millionen US-Dollar, was eine Steigerung um 3,5 Prozent (währungsbereinigt +4,5 Prozent) gegenüber dem Vorjahr bedeuten würde. Zuvor waren 11,65 Millionen US-Dollar erwartet worden. Auch das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis pro Aktie wird durch den Zukauf beeinflusst: Hier wurde die Prognose von 2,94 auf 2,96 US-Dollar angehoben. Damit würde VF das Vorjahresniveau von 2,98 US-Dollar nur noch um etwa ein Prozent verfehlen. Bereinigt um Wechselkursveränderungen würde der Gewinn um einen mittleren einstelligen Prozentsatz wachsen.

Zuletzt erwirtschaftete Williamson-Dickie einen Jahresumsatz in Höhe von etwa 875 Millionen US-Dollar. Der designierte Eigentümer sieht hier noch einiges Wachstumspotenzial: Bis 2021 soll der jährliche Umsatz des Neuzugangs auf eine Milliarde US-Dollar steigen. Für Konzernchef Rendle war das ein Hauptgrund für die kostspielige Übernahme: „In unserer globalen Strategie bis 2021, die wir Anfang des Jahres vorgestellt haben, liegt die höchste Priorität auf dem Umbau des Portfolios, um das Wachstum zu beschleunigen“, erklärte er in einer Mitteilung. „Die Übernahme von Williamson-Dickie ist ein weiterer wichtiger Schritt, um dieses Vorhaben umzusetzen.“ Mit dem Kauf unterstreiche das Unternehmen zudem seine Rolle als „aktiver Portfolio-Manager“, der sich auf weiteres Wachstum und die Steigerung des Shareholder-Values konzentriere, so Rendle.

Foto: Dickies Facebook-Page
Li Ning steigert Halbjahresgewinn um 67 Prozent

In China ist der einheimische Sportartikelhersteller Li Ning eine große Nummer: Mit mehr als 6.300 Verkaufsstellen ist die Marke im Land vertreten. Im ersten Halbjahr 2017 verbuchte sie deutliche Zuwächse beim Umsatz und Ergebnis.

Obwohl einige unprofitable Geschäfte geschlossen wurden, konnte das Unternehmen seinen Halbjahresumsatz um 11,1 Prozent auf 4,0 Milliarden Renminbi (520 Millionen Euro) steigern. Davon entfielen über 99 Prozent auf die gleichnamige Hauptmarke, den Rest steuerten die kleineren Labels des Konzerns bei, der unter anderem die China-Geschäfte von europäische Traditionsmarken wie Aigle und Lotto führt. Die Einzelhandelserlöse auf vergleichbarer Fläche stiegen um einen hohen einstelligen Prozentsatz, wozu das Online-Geschäft mit einem Wachstum um 58 Prozent maßgeblich beitrug.

Interne Effizienzverbesserungen und Kostensenkungen ließen im ersten Halbjahr die Margen steigen und den Gewinn überproportional wachsen: Das Betriebsergebnis erhöhte sich um 32,2 Prozent auf 201,8 Millionen Renminbi, der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn stieg sogar um 66,8 Prozent auf 189,2 Millionen Renminbi (24,5 Millionen Euro).

Li Ning 1. Halbjahr 2017
Umsatz 4,0 Milliarden RMB
Nettogewinn 189,2 Millionen RMB

Foto: Li Ning Facebook-Page
JC Penney enttäuscht mit hohem Verlust im zweiten Quartal

Dem US-amerikanische Handelskonzern JC Penney macht weiterhin die Konsumflaute auf dem Heimatmarkt zu schaffen. Im zweiten Quartal 2017/18 wurde der Umsatz zwar leicht verbessert, der Verlust fiel aber höher aus als vor einem Jahr. Nach der Veröffentlichung der durchwachsenen Zahlen brach der Aktienkurs des Unternehmens um mehr als 15 Prozent ein.

Mit 2,96 Milliarden US-Dollar (2,51 Milliarden Euro) übertraf der Konzernumsatz in den Monaten Mai bis Juli das Vorjahresniveau um 1,5 Prozent. Auf vergleichbarer Fläche gingen die Erlöse allerdings um 1,3 Prozent zurück. Zum Umsatzplus trugen Ausverkäufe in den 127 Filialen bei, die im Laufe des Quartals angesichts der allgemeinen Nachfrageschwäche geschlossen wurden. „Das hatte negative Auswirkungen auf die Bruttomarge und den Gewinn pro Aktie“, räumte Konzernchef Marvin Ellison ein. So stieg der Nettoverlust trotz niedrigerer Betriebskosten um 10,7 Prozent auf 62 Millionen US-Dollar (53 Millionen Euro). Analysten hatten im Vorfeld mit einem geringeren Fehlbetrag gerechnet.

Ellison bemühte sich trotzdem, Zuversicht zu verbreiten: „Während der Einzelhandel insgesamt herausfordernd blieb, waren unsere Zuwächse im Geschäft mit Bekleidung ermutigend“, erklärte er. Vor allem bei Kindermode habe das Unternehmen eine „signifikante Verbesserung“ erlebt. Ansonsten verzeichnete das Unternehmen gute Geschäfte mit Schmuck, Haushaltsartikeln, Schuhen und Handtaschen. Beliebt waren auch die hauseigenen Beautysalons sowie die in den Warenhäusern eingerichteten Filialen des Kosmetikhändlers Sephora. Zudem verwies Ellison auf einen „starken Start in den August“ – in diesem Monat steht die in den USA besonders umsatzträchtige Saison vor dem Schuljahresbeginn an.

Foto: JC Penney
Canada Goose steigert Quartalsumsatz um fast achtzig Prozent

Canada Goose ist weiter auf Wachstumskurs: In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2017/18 konnte der Spezialist für Edel-Outdoorjacken erneut ein beeindruckendes Umsatzplus erzielen. Zudem wurde der Quartalsverlust verringert. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen aus dem kanadischen Toronto, das im März den Gang an die Börse vollzogen hat, die Eröffnung weiterer Shops an.

In den Monaten April bis Juni erwirtschaftete Canada Goose einen Umsatz in Höhe von 28,2 Millionen Kanadischen Dollar (18,8 Millionen Euro). Das entsprach einer Verbesserung um 79,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Im Großhandelsgeschäft stiegen die Erlöse um 38,2 Prozent auf 19,9 Millionen Kanadische Dollar. Den größten Teil des Wachstums verdankten die Kanadier dabei allerdings der Vorverlegung von Lieferterminen.

Im eigenen Einzelhandel sprang der Umsatz sogar von 1,3 auf 8,3 Millionen Kanadische Dollar. Für den gewaltigen Anstieg sorgten die Eröffnungen der ersten eigenen Boutiquen im Herbst vergangenen Jahres, Zuwächse im nordamerikanischen E-Commerce sowie neue Online-Stores in Großbritannien und Frankreich .

Höhere Margen und Sondereffekte ließen den Quartalsverlust schrumpfen

Dank einer Verbesserung der Bruttomarge im Großhandelsgeschäft und dem deutlich höheren Anteil des margenstarken Einzelhandels am Gesamtumsatz wuchs die Bruttomarge im ersten Quartal von 29,7 auf 46,9 Prozent. Allerdings stiegen auch die Betriebsausgaben im Zuge der Retail-Expansion deutlich. So sorgte die hohe Kostenbasis dafür, dass der Daunenjackenspezialist in seinem aus saisonalen Gründen umsatzschwächsten Quartal erneut Verluste schrieb. Allerdings fielen die nicht so hoch aus wie im Vorjahr: Der operative Verlust schrumpfte von 14,9 auf 14,8 Millionen Kanadische Dollar, der Nettofehlbetrag wurde von 14,0 auf 12,0 Millionen Kanadische Dollar reduziert. Dabei spielten allerdings zahlreiche Einmaleffekte eine Rolle, die unter anderem aus Kosten im Rahmen des Börsengangs, internen Umstrukturierungen und Wechselkursveränderungen resultierten: Bereinigt um diese Sonderfaktoren stieg der Quartalsverlust nach Angaben des Unternehmens von 9,5 auf 13,2 Millionen Kanadische Dollar. Trotzdem fielen die Zahlen besser aus, als Analysten im Vorfeld erwartet hatten.

Canada Goose will im Herbst insgesamt fünf neue Flagshipstores eröffnen – darunter den ersten in Asien

Das Unternehmen stellte außerdem die nächsten Expansionsschritte vor: Neben den bereits im Mai angekündigten Neueröffnungen in London und Chicago werden in diesem Herbst auch Flagshipstores in Calgary, Boston und Tokio erstmals ihre Türen öffnen. Der geplante Shop in der japanischen Hauptstadt, der erste des Labels in Asien, soll dabei von einem lokalen Partner betrieben werden. „Für uns ist es besonders aufregend, einen Shop in Tokio zu eröffnen, weil Japan zu unseren stärksten Wachstumsmärkten zählt“, erklärte CEO Dani Reiss. Zudem erlaube das geplante Flagship, den asiatischen Kunden einen „ungefilterten“ Eindruck von der Marke zu vermitteln.

Seine ersten eigenen Boutiquen in Toronto und New York hatte Canada Goose erst im vergangenen Herbst eröffnet. Auch im E-Commerce baut das Unternehmen im Laufe des Jahres mit der Eröffnung von eigenen Online-Stores in Deutschland, Schweden, den Niederlanden, Irland, Belgien, Luxemburg und Österreich seine Präsenz weiter aus.

Foto: Canada Goose
Nach jahrelangem Anstieg: Fallen die Baumwollpreise wieder?

ANALYSIS

Während der ersten sechs Monate des Jahres wollten die Baumwollpreise nichts anderes, als steigen. Im Mai erreichten sie den Höchststand seit drei Jahren: Das Pfund Baumwolle kostete über 0,88 US-Dollar, so die Daten des FashionUnited Cotton Price Index.

Die erste Jahreshälfte war gekennzeichnet von Höchstpreisen, die seit der ersten Jahreshälfte 2014 nicht mehr erreicht worden waren: um die 80 US-Cents pro Pfund. Der FashionUnited Cotton Price Index , zeigt die Preisentwicklung in der ersten Jahreshälfte 2017: Die Preise lagen 19,48 Prozent höher als noch im Vorjahr zur gleichen Zeit.

Trotz des Aufwärtstrends warnt das Cotton Advisory Committee (ICAC) davor, dass die Preise in der kommenden Saison auf ein Neunjahres-Tief fallen sollen. Voraussichtlich werden die Vorräte außerhalb Chinas das „höchste Volumen seit Beginn der Aufzeichnungen“ erreichen.

Die Abwertung kam mit dem Abschluss des ICAC, der für das Ende der kommenden Saison ein Inventarzuwachs um 470.000 Tonnen vorhersagt (2,16 Millionen Ballen) auf 17.15 Millionen Tonnen (78.8 Millionen Ballen). Deshalb verringerte die internationale Institution den erwarteten Vorrats-Rückgang auf 150.000 Tonnen, wie die FashionUnited Business Intelligence Analyse feststellt.

Wenn man sich die verfügbaren Daten genauer ansieht, wird klar, dass sich die Produktion in Indien und China nach dem Rückgang in 2014 and 2015 stabilisiert hat. In der gleichen Zeit haben die USA ihre Produktion deutlich erhöht und Pakistan erreicht das größte Wachstum über die vergangenen vier Jahre. Seit 2014 ist die weltweite Baumwollproduktion ins Stocken geraten und ging von damals 26,2 Millionen Tonnen auf 22.5 zurück. Im Juli stieg die Produktion allerdings schon wieder auf 25,1 Tonnen - diese positive Wendung habe mit besserem Wetter zu tun, so die Marktexperten.

Die Baumwollpreise sollen aufgrund des Überschusses fallen

Wie im Cotton Inc Lifestyle Newsletter vom März erklärt wurde, werden längere Rückgänge mehrerer Millionen Ballen üblicherweise von einem starken Anstieg der Preise begleitet. Aber nach fünf Jahren des Angebotsüberschusses ist die Produktion nun hinter dem Verbrauch zurückgefallen. Als Beweis: In der Saison 2014/15 lag die Stock-to-Use-Ratio bei 0.89 (dies ist ein Schlüsselindikator dafür, dass die verfügbaren Vorräte beinahe elf Monate an Fabriknachfrage decken konnten.) All das deutet auf einen langfristigen Angebotsüberschuss hin, der die Preise sinken lässt.

Grund zur Freude bereitet allerdings das Ergebnis der FashionUnited Business Intelligence-Analyse, dass die schädlichen Effekte des Preisanstieges der Saison 2010/11, der zu vielen Kreditausfällen führte und die Attraktivität alternativer Materialien steigen ließ, offenbar überwunden ist. In anderen Worten: Die Baumwollpreise sind näher an ihrem langfristigen Mittel.

Nichtsdestotrotz ist der Markt noch nicht wieder im normalen Zustand, nachdem seit sich in China in der Saison 2011/12 und 2014/15 immense Lagervorräte angesammelt hatten.

Selbst mit hohen Reduzierungen 2015/16 und 2016/17 sollen die Erntevorräte am Jahresende noch immer etwa 50 Prozent höher liegen, als Mitte der 2000er Jahre, einer Periode in der die Erträge mit etwa 60 Millionen Ballen neue Rekorde feierten. Ein weiterer bedeutsamer Rückgang globaler Vorräte 2017/18 kann eine Rückkehr zu Marktkonditionen einläuten, bei denen globale Erntezahlen sich direkt auf die Preise auswirken, aber diese Entwicklung wird wohl noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Bild:Cotton Field, Kimberly Vardeman, Creative Commons